Musik - Vorschub

Zeitreise in synthetischer Klarheit

Cold Cave

Text: Ralf Krämer

Cold Cave Eva Tuerbl Spex #324 TeaserDas Schreien hat ein Ende. Als würde der historische Übergang von Punk zu Wave als Blaupause für seine persönliche Entwicklung herhalten, hat Wesley Eisold aus Philadelphia dem Hardcore seiner früheren Bands Give Up The Ghost und Some Girls laut Servus gesagt. Nun singt (!) er richtig, zum Beispiel Zeilen wie »Look outside, world is exploding / Stay inside, so never knowing« im Titeltrack des Cold-Cave-Debütalbums »Love Comes Close«. Man versteht jedes Wort. Eine Melodie ist nicht nur erkennbar, sie wird durch ihre Wiederholungen sogar manifestiert. An die Stelle des Gitarrengewitters ist synthetische Klarheit aus Yamaha- und Casio-Keyboards getreten.                            

 
 

Spektakel aus Geschrei

HGich.T

Text: Oskar Piegsa

Marc fährt nachts Taxi, Sascha tagsüber LKW, Maike trägt Dreads und Paul hat seine Diplomarbeit in Mathematik über stochastische Attraktoren geschrieben. Was die Mitglieder von HGich.T gemein haben: Wenn sie mit ihren bis zu zehn Mitstreitern auftreten, kleiden sie sich in Mülljacken oder zeigen sich gleich ganz nackt.                            

 
 

Königin auf Planet Paprika

Miss Platnum

Text: Wibke Wetzker

Miss Platnum Spex #322 Norman Konrad TeaserMiss Platnum macht Ernst. Ihr neues Album »The Sweetest Hangover« ist eine R&B-Produktion der HiFi-Klasse – mit Mörder-Hooks und Hammer-Beats, die den Beyoncés und Rihannas dieser Welt Konkurrenz machen könnten. Doch die Berlinerin winkt ab: »Ich mag Beyoncé, aber tausendmal lieber höre ich mir die alten Sachen von Chaka Khan, Aretha Franklin und Erykah Badu an. Die hatten vielleicht nicht die fetten vorproduzierten Beats am Start – aber sie waren trotzdem ›edgy‹ und hatten was zu sagen.«                            

 
 

Der Krach nach dem Kuss

Phantogram

Text: Christoph Braun

PhantogramIn Saratoga Springs, wo New York ganz und gar Bundesstaat ist und im gemächlichen Puls des Landlebens schlägt, entstehen die mit Begehren und Coolness geladenen Songs von Phantogram. Sampler, Gitarre, sphärischer Gesang: Das Duo lässt in den besten Momenten zugleich den erotomanen Chanson-Pop der Seventies, Shoegazing und Hiphop-Beats frisch und neu und klug klingen. Anfang September wird das in Eigenregie produzierte Debütalbum »Eyelid Movies« folgen, ihre von Spex präsentierte Tour beginnt Ende Oktober.                            

 
 

Das Elend der Welt immer im Blick

Asher Roth

Text: Markus Schneider

Drum herumreden nützt nichts: Asher Roths Stimme ist weiß. Der ganze Rapper ist weiß. Blond, schmächtig, mit einem leicht nasal aufsässigen Ton. »Die Eminem-Vergleiche entspringen einer Faulheit«, sagt aber Roth. »Er hat Türen geöffnet. Doch wer ein bisschen hinhört, merkt, dass wir völlig verschieden sind.«                            

 
 

Der kleine Schneeprinz

Jeremy Jay

Text: Wibke Wetzker
Schauen wir diesen selbstvergessenen jungen Mann an, ahnen wir sofort: Jeremy Jay lebt in einem Elfenbeinturm – und der ist übrigens eine Wohnung mitten in Paris.                            
 
 

Schnipp, schnapp!

La Roux

Text: Oskar Piegsa
Sie gelten als eine der größten Hoffnungen des Musikjahres 2009: Elly Jackson und Ben Langmaid alias La Roux. Erst ein Unfall, dann ein Witz – jetzt ist es Pop.                            
 
 
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