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Walter W. Wacht
»Was gibt es für Marketingleute Besseres als eine Gruppe mit eindeutigem ›unique selling point‹?«, fragt Sebastian Hammelehle in seinem Artikel zu Arcade Fire in unserer aktuellen Ausgabe Spex #328. Klassische Musikvideos zählen nicht zum Marketingrepertoire der kanadischen Band. Ihr Clip zu »Neon Bible« war interaktiv, eine rein auf die Vermarktung über das Internet zugeschnittene Bewegtbildarbeit – und erzeugte eine dementsprechend große Aufmerksamkeit im Netz. Auch der neue experimentelle Kurzfilm »The Wilderness Downtown« von Regisseur Chris Milk zu Arcade Fires Stück »We Used to Wait« (aus »The Suburbs«) spricht diese digitale Sprache.
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Nachschlag, diesmal: Schnecken! Dicke fette Weinbergschnecken! Dicke fette Weinbergschnecken, die langsam die Hirnregionen einer Büste erkunden. Regisseur Timo Schierhorn und Kameramann Thomas Oswald entschleunigen das sowieso recht langsame Stück »Er sagt« der Gruppe 1000 Robota.
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Wer sich als Musiker bzw. Band für ein klassisches Performance-Video entscheidet, steht entweder selbst zu sich als Person bzw. Formation, oder versucht das Ganze wieder ironisch zu brechen und den Clip auf eine andere Ebene als die der Abbildung des ›Produkts‹ zu bringen. Interpol haben sich für ihr neues Musikvideo zu »Barricades« scheinbar für einen Mittelweg entschieden.
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Eine fantastische Traumwelt ließ sich Anders Trentemøller für das Musikvideo zur zweiten Single »Even Though You’re With Another Girl« aus seinem »Into The Great Wide Yonder«-Album kreiren. Regisseur Adam Hashemi zeigt uns in diesem Kurzfilm einen Mann, der, unfähig mit sich selbst zu leben, die Hoffnung vom eigenen Glück zerstört.
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Nach der ersten Albumankündigung und dem Gratis-Download zum Song »Nobody Can Do Me No Harm« folgt nun der nächste längere Ausblick auf »Fukui«, das neue, ganz in japanisch gehaltene Stella-Album. Der Videokünstler und Regisseur Timo Schierhorn inszenierte das Musikvideo zu dem langsamen und düsteren Song »オフィースとストア« (»Office and Store«), gedreht wurde im Bahnhof der Yamanote-Linie, Haltestelle Shibuya in Tokio. Stella-Sängerin Elena Lange erklärte uns den Drehort so:
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»Wir haben die Last, die ein Comebackversuch zweier 50-jähriger Musiker mit sich bringt, abgelegt.«, erklärte Andy McCluskey jüngst im Interview anlässlich des »Vorspiels für OMD« in der neuen Spex-Ausgabe. Er habe wieder Lust verspürt, »einen Song mal wieder genau so zu produzieren«, wie er und sein musikalischer Partner Paul Humphreys als Orchestral Manoeures In The Dark auch »damals, ganz früher, getan haben«. Mitte September erscheint ihr neues Album »History of Modern«, vorab zeigen wir mit tape.tv die Videopremiere des neuen OMD-Stücks »If You Want It«.
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Zuweilen scheinen Musikvideos vielschichtiger und hintergründiger angelegt, als man auf den ersten Blick meinen mag. Wo man im neuen Clip zu Bonapartes »Boycott Everything« der Agentur Pfadfinderei ein beliebig angelegtes und mit Bildmontagen arbeitendes No-Budget-Video zu sehen glaubt, widerspricht ihr Label Staatsakt mit einem Augenzwinkern.
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Im Oktober ist es dann also endlich soweit: Die britischen Neo-Postpunks O. Children veröffentlichen ihr Debütalbum. Damit hat in Sachen Karriere alles noch länger gedauert, als zunächst angenommen: Im Sommer letzten Jahres geisterte ihre Single »Dead Disco Dancer« in Form eines Musikvideos durchs Netz, im Frühjahr 2010 legten sie mit »Ruins« noch einmal nach und insgesamt eineinhalb Jahre später kann man nun also neue Songs hören.
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Walter W. Wacht

Schon erstaunlich, welchen prägenden Eindruck Musikvideos hinterlassen können. Ob »Stress« von Justice oder jüngst »Born Free« von M.I.A.: Stil, Bildsprache und Schnittfolgen des französischen Regisseurs Romain Gavras haben sich tief in unsere Musikvideorezeption eingebrannt. Der neue Clip zu Trickys »Murder Weapon« lässt daher Dank seiner düsteren Bildsprache und -Ästhetik an Gavras denken, dabei stammt die Kurzgeschichte um einen eigensinnigen Boxer aus ganz anderer Hand: Das Pariser Regieduo Fleur & Manu zeichnete für das Video verantwortlich.
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Walter W. Wacht
Auch Produzenten elektronischer Musik haben Geschichten zu erzählen, dasfür bedarf es nicht immer des gesungenen Wortes. Das norwegische Duo Röyksopp hat im Vorfeld ihres Mitte September erscheinenden Albums »Senior«, dem musikalischen Gegenstück ihres letztjährigen Erfolgsalbums »Junior«, einen Kuzfilm veröffentlicht. Den neuen Song »The Drug« kann man zudem vorab bereits streamen.