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Walter W. Wacht
Der Bandname: sehr gut*. Der Song: ziemlich gut. Das Video: warum nicht? Mit der britischen Post-Gothpunk-Band O.Children steht schon seit letztem Sommer ein Hype-Kandidat für 2010 parat, die Band um ihren hühnenhaften Sänger Tobi O'Kandi arbeitet derzeit an ihrem Debütalbum. Nun wurde ein neues Video zum neuen Song »Ruins« veröffentlicht. Der ist zwar weniger aufregend als ihre mitreissende Single »Dead Disco Dancer«, gibt aber ebenfalls einen guten Eindruck von der finsteren Grundstimmung, die das aus Hackney, London stammende Quartett in ihrer Musik installiert hat.
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Walter W. Wacht

Lady GaGa und Regisseur Jonas Åkerlund haben am Freitag ein neues Musikvideo zu GaGas Single »Telephone« veröffentlicht, das als Kurzfilm Spielfilme wie Quentin Tarantinos »Kill Bill Vol. 1« und »Death Proof«, Oliver Stones »Natural Born Killers« und Ridley Scotts »Thelma & Louise« zitiert, das mit dem Massenmord einen Querverweis auf die Schlussszene des Clips zu »Paparazzi« liefert, und das GaGa in der Einstellung mit dem Leopardenkostüm aussehen lässt, wie Shania Twain in ihrem Video zu »That Don’t Impress Me Much«.
Daneben könnten wir im Weiteren auf die im Titel gestellte Frage nach dem Penis von Lady GaGa eingehen, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten die aufwendigen Kostüme bzw. Kleider und Accessoires von Designern wie Fred Butler, Jean Charles de Castelbajac, Brian Lichtenberg, Viktor & Rolf, Search And Destroy, Chanel, Atsuko Kudo, Jeremy Scott, Thierry Mugler, Emilie Pirlot und Haus of GaGa betonen, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten über das Product Placement diverser GaGa-Konsumgüter im Video schreiben, aber das hatten wir schon anderswo. Wir könnten über die Paarung GaGa und Beyoncé schreiben, aber auch das hatten wir schon anderswo. Das einzige, was man prinzipiell zu Lady GaGas neuem Video zu »Telephone« wissen muss, ist dies:
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Walter W. Wacht
Die französische Plattenfirma Record Makers feiert derzeit ihr zehnjähriges Bestehen, anlässlich dessen wir kurz »Joyeux Anniversaire!« ausrufen und anschließend auf die an Spex.de angeschlossenen Blogs verweisen möchten: Schon im Januar befragte unser Chef vom Dienst Martin Hossbach in seinem Blog »Recording Companies« die beiden Label-Betreiber Stephane Elfassi und Marc Teissier du Cros zu Herkunft und Bedeutung des Labelnamens. An anderer Stelle verwies Musikvideo-Blogger Moritz Schmall auf das neue durchgehend illustrierte und animierte Musikvideo zu Sebastien Telliers »Look«, welches wiederum die neue kostenlose Smartphone-App von Record Makers bewerben soll. Daneben gibt es zwei andere Apps, die auf der Musik französischer Produzenten beruhen.
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Walter W. Wacht
Promo gone wrong? Das Vierfach-X in Album-Titel und anderen jüngeren Songs der kanadischen Dance-Punk-Band You Say Party! We Say Die! soll als Platzhalter für »Love« stehen, dabei fühlt man sich unfreiwillig eher an die britische Hype-Band The XX erinnert, deren Album-Cover und Bandname seit rund einem Jahr nun wirklich an jeder Ecke des Internets, in nahezu allen Plattenregalen und in beinahe jedem Musikmedium Unterbringung fand. Aber betrachten wir »There is XXXX (Within My Heart)« und das neue Musikvideo der jungen Regisseurin Hill Kourkoutis dazu einfach ohne Referenz-Kasten:
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Walter W. Wacht
Ein gängiges musikjournalistisches Klischee ist das der Album-Spielzeit: Platten einer Spieldauer von knapp 30 Minuten Länge können – so das Klischee – nur Punks, ehemalige Punks oder astreine Popmusiker zustande bringen, jedenfalls muss die Anzahl der Songs überschaubar und die Musik schnell gespielt bzw. sagenhaft gut auskomponiert sein. Im Falle des schwedischen Duos jj und ihrem exakt 27:16 Minuten langen Album »n°3« könnte sich die Musik nicht ferner des Klischees von Punk und Plastik-Pop befinden: jj stehen auch auf ihrem zweiten Album für schön introvertierten, äußerst ungefährlichen Balearic-Pop.
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Walter W. Wacht
Als wir am Dienstag die Facebook-Frans dieses Magazins auf das neue Musikvideo zu »Lied für Alle« von Jacques Palminger & the Kings of Dub Rock aufmerksam machten, tauchten nach einigen »Likes« und generell gut gestimmten Kommentaren auch Nachfragen zur ursprünglichen Motivation des Stücks auf. Wir erinnern uns: Vor fast drei Monaten kommunizierten wir eine E-Mail bzw. einen Aufruf von Jacques Palminger zum kollaborativen Song-Texting. Die Idee: Jeder Mensch speist ein bis beliebig viele Textzeilen bzw. Audiospuren in das »Lied für Alle« ein, Palminger und die Kings of Dub Rock bauen schließlich aus den einzelnen Fragmenten ein großes Ganzes. Das soeben vorgestellte Musikvideo ließ diesen Web-Duktus aber nun vermissen, woraufhin wir kurz bei Jacques Palminger nachfragten, was denn aus dem Material geworden sei. Seine Antwort ist diese:
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Walter W. Wacht

Überlassen die Foals die Tempo-Mache nun den Anderen? Ihr neuer, siebenminütiger Song »Spanish Sahara« jedenfalls setzt mehr auf dramatisch-langsamen Aufbau denn auf die knackig-vertrackten Rhythmen und das energische Auftreten ihres Debüt-Albums »Antidotes«: Nur kurz nehmen Schlagzeug- und Gitarrespiel eine dominante Rolle im Stück ein, der Großteil von »Spanish Sahara« ist geprägt von elektronischen Effekten und melancholischer Grundstimmung. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Remix des britischen Ambient-Dubstep-Duos Mount Kimbie: Ihre Bearbeitung von »Spanish Sahara« verlangsamt das Original der Band aus Oxford nochmals, setzt dabei auf die asynchronen Beatpatterns von Dubstep, wirkt insgesamt aber präsenter und schlüssiger als das Original des Tracks. Das Beste daran: Der Mount-Kimbie-Remix steht zum kostenlosen Download auf der Webseite der Foals bereit. Daneben wurde das neue Musikvideo zu »Spanish Sahara« vorgestellt, zwei Live-Shows in Deutschland stehen ebenfalls.
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Walter W. Wacht

Hier verschwimmen die Welten: Zum ersten Mal innerhalb der Musikvideografie der Gorillaz lappt die digitale Welt Damon Albarns in die reale Welt hinüber. Das neue Musikvideo zur Single »Stylo« beginnt mit einer wilden Verfolgungsjagd auf einer der endlosen Interstate-Strecken der USA: Die Gorillaz auf der Flucht in einem schwarzen Mustang 1969er Chevrolet Camaro SS Coupé (Korrektur siehe Kommentare, Anm. d. red.), verfolgt von einem ziemlich wütenden Bruce Willis in einem roten Chevrolet El Camino. Ein wilder Ritt in amerikanischen Muscle Cars also, der an das erste Beschleunigungs-getriebene Musikvideo »19-2000« erinnert.
Um die Erinnerungen daran ebenfalls aufzufrischen präsentieren daher in einem Special mit tape.tv die weiteren Musikvideos der Gorillaz:
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Walter W. Wacht

Frank Spilker als Wiedergänger der Popmusik? Im neuen Video zu »Life in Quiz« wähnt man den Sänger der Die Sterne ausgestreckt auf der Totenbahre liegend, ein Restzucken durchfährt die menschliche Hülle – bis Spilker am Ende des Clips doch noch einmal ganz lebendig und schelmisch in die Kamera grinst. Selbstreferenzialität der Die Sterne 2010? Mit »24/7« haben sie soeben ihr erstes richtiges Disco-Album veröffentlicht, und schon nach einem kurzen Durchlauf merkt man, dass Die Sterne weder tot sind, noch danach riechen.
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Walter W. Wacht

Das neue Xiu-Xiu-Musikvideo zum Albumtitelgebenden »Dear God, I Hate Myself« wird nicht jeden Geschmack treffen: So simpel, authentisch und effektiv, gleichzeitig aber drastisch rücken nur die wenigsten Künstler das Thema Bulimie auf die Agenda. Wo sich Jamie Stewart auf dem neuen wie auf den älteren Xiu-Xiu-Alben über seine Texte der Katharsis nur inhaltlich nähert, setzt seine neue Bandkollegin Angela Seo die Selbstreinigung für das Musikvideo in die Tat um: