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Walter W. Wacht

Überlassen die Foals die Tempo-Mache nun den Anderen? Ihr neuer, siebenminütiger Song »Spanish Sahara« jedenfalls setzt mehr auf dramatisch-langsamen Aufbau denn auf die knackig-vertrackten Rhythmen und das energische Auftreten ihres Debüt-Albums »Antidotes«: Nur kurz nehmen Schlagzeug- und Gitarrespiel eine dominante Rolle im Stück ein, der Großteil von »Spanish Sahara« ist geprägt von elektronischen Effekten und melancholischer Grundstimmung. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Remix des britischen Ambient-Dubstep-Duos Mount Kimbie: Ihre Bearbeitung von »Spanish Sahara« verlangsamt das Original der Band aus Oxford nochmals, setzt dabei auf die asynchronen Beatpatterns von Dubstep, wirkt insgesamt aber präsenter und schlüssiger als das Original des Tracks. Das Beste daran: Der Mount-Kimbie-Remix steht zum kostenlosen Download auf der Webseite der Foals bereit. Daneben wurde das neue Musikvideo zu »Spanish Sahara« vorgestellt, zwei Live-Shows in Deutschland stehen ebenfalls.
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Walter W. Wacht
Überraschungen gibt es auch auf »Oversteps« keine: Das zehnte Autechre-Album klingt wieder wie 1000 Jahre Maschinenwinter, also durchweg aufregend und die verschiedenen Geschmäcker spaltend. Wer früher schon keinen Zugang zu den sorgfältig ausmodulierten Klangwelten Rob Browns und Sean Booths fand, der dürfte auch mit »Oversteps« gehörige Probleme bekommen. Vielleicht ist dies auch der Grund für den Radio-Marathon, den das aus der Nähe Manchesters operierende Duo am Dienstagabend wegsenden wird. Im Rahmen der zwölfstündigen Radiosendung dürften Autechre dann – wie schon vor zwei Jahren – nicht nur einen Großteil ihrer eigenen Diskografie auswalzen, sondern auch Begleitveröffentlichungen und Inspirationen preisgeben. Vielleicht hört man dann auch Auszüge aus »3. Telepathics Meh In- sect Er Connection«, dem Nebenprojekt Sean Booths mit Mika Vainio von Pan Sonic.
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Walter W. Wacht
Am kommenden Freitag erscheint nun auch »Plastic Beach«, das dritte Album der fiktiven Comicband Gorillaz. Zum Stichwort »F wie Fiktion« heißt es im »ABC der Affen« in der aktuellen Spex #325 übrigens:
»Man müsste vermutlich einen Psychiater fragen, um beurteilen zu können, ob angesichts der komplett erfundenen Lebensläufe der Gorillaz-Figuren nicht auch Kindheitsfantasien ausgelebt werden, etwa wenn behauptet wird, Murdoc habe zwischen zwei Produktionen im großen Stil Waffen an Diktatoren in Drittweltländern verkauft.«
Seit heute lässt sich »Plastic Beach« nun per Album-Stream in Gänze auf Realitätstauglichkeit untersuchen.
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Walter W. Wacht
Sein Album »Butter« war eine der musikalisch vielfältigsten und vor allem eine der überdrehtesten Platten des vergangenen Jahres, der schottische DJ und Produzent Hudson Mohawke erregte aber auch schon vor seinem Wonky-Wobbel-Glitch-Pop-Debüt größte Aufmerksamkeit: Mehrere Bootlegs veröffentlichte der heute 24-jährige Brite, darunter war ein »unautorisierter Remix von Tweets großer Schubberhymne ›Oops (Oh My)‹, (in dem) Mohawke das ursprüngliche Voodoo-Getrommel von Timbalands R&B-Produktion durch ein raffiniertes, schräg angeschmirgeltes Elektropoltern « ersetzte (Jan Kedves, Spex #319). Dabei war dies noch nicht das Ende der Bootleg-Geschichte, denn neben »Oops (Oh My)« und »Still On It« drehte Mohawke als Teil des »Lucky Me«-Label-Kollektivs auch »Freek ’n You« der amerikanischen Neunziger-Schmuse-R&B-Boygroup Jodeci durch den Mixer. Dieses Bootleg als auch HudMos Valentins-Mixtapes wurden nun als Gratis-Downloads freigegeben.
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Walter W. Wacht
Zuallererst sind sie ein Duo, aber das ist natürlich nur Dreiviertel der Wahrheit: Den Kern von Christy & Emily bilden zwar die beiden in New York lebenden Musikerinnen Christy Edwards und Emily Manzo, die unzähligen auf ihrem neuen Album »No Rest« verwendeten instrumente zwischen Violine bis Vibraphon wurden von den unterschiedlichsten Menschen zwischen New York und dem oberschwäbischen Örtchen Scheer bedient. Der bekannteste unter diesen Kollaborateuren des vom Geist von Folk, Punk und Electronica zehrenden Projekts Christy & Emily ist sicherlich Hans Joachim Irmler, der künstlerische Leiter des intimen Scheerer Independent-Festivals Klangbadfestival und außerdem Mitbegründer und Produzent der in den 70ern wegweisenden und heute oft wiederentdeckten Gruppe Faust. Einen Vorgeschmack auf das Album und die Tour gibt es vorab als MP3.
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Walter W. Wacht
Sein letztjährig erschienenes Album »Los Angeles« dürfte auch den letzten Skeptiker von Steve Ellisons alias Flying Lotus’ genialen Wonky-Wobbel-Jazz-Beats überzeugt haben, am 30. April soll nun schon sein neuestes Album »Cosmogramma« auf Warp Records erscheinen. Der Titel beruhe auf der etwas vernuschelten Aussprache des Begriffs »Cosmic Drama« seiner Tante Alice Coltrane und bezeichne »die Lehre der Kartierung des Universums und der Relationen zwischen Himmel und Hölle«, wie es FlyLo im Interview mit Pitchfork-Autor Tom Breihan formulierte. Das Album soll dabei wesentlich stärker als zuvor von Live-Instrumentierung geprägt sein, die Liste der beteiligten Musiker lässt sich mit Miguel-Atwood Ferguson (Shafiq Husayn, DNTEL), Laura Darlington und dem früheren Suicidal-Tendencies-Bassisten Stephen ›Thundercat‹ Bruner bereits gut an, zuletzt wurde eine Kollaboration mit Radiohead-Sänger Thom Yorke bestätigt. Neben einem ersten neueren Track produzierte Flying Lotus zuletzt außerdem für José James und Gonjasufi, außerdem soll ein Massive-Attack-Remix in der Pipeline liegen.
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Die beiden schwedischen Whimpster-Popper Leo Drougge und August Hellsing alias Lo-Fi-Fnk haben für ihre neueste Single »Marchin’ In«, die sie aktuell als MP3 verschenken, die beiden Filmemacher Mattias Erik Johansson und Isak Martinsson mit einem so niedlichen Musikvideo wie die begleitende Musik beauftragt: Wir sehen zu den wenigen Bassgitarren-Griffen und fröhlichen Ballerbeats durch das Wasser gleitende Seelöwen, im Fjord schwimmende Orca-Gruppen, auf Fischjagd befindliche Tümmler und allerlei andere Meeresbewohner. Dabei bricht der Clip stellenweise die Gute-Laune-Atmosphäre, färbt sich das Bild und Wasser blutrot – immer dann, wenn irgendwo der Fressfeind den Schwächeren gefunden hat.
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Sollte sich sein neues Album »Swim« ebenso gut anlassen, wie dessen erste Single »Odessa«, dann steht uns eine aufregende Platte ins Haus: Im April erscheint das fünfte Album des kanadischen Multiinstrumentalisten und Sound-Geeks Dan Snaith alias Caribou, vorab wurde heute der erste Song als Gratis-MP3 veröffentlicht. Darin hört man Dan Snaiths zarte, säuselnde Stimme über einem drückenden Funk-Stück.
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In der zweiten Januarwoche wurde in London die neueste Arbeit des Musikvideoregisseurs Saam Farahmand präsentiert, die der Brite gemeinsam mit der bzw. für die derzeit omnipräsente Neogaze-Band The XX realisierte: »XX – A Sculpture of the Album«. Mittels dreier schwarzlackierter hölzerner Stelen samt darin jeweils eingelassenem Flachbildschirm und Verstärker-Box hat Farahmand eine räumlich begehbare Installation geschaffen, über die Bildschirme und Boxen konnte man den jeweiligen Bandmitgliedern während der Performance oder Ruhepausen von Songs ihres Albums »xx« zusehen. Nun kommt »XX – A Sculpture of the Album« für fünf Tage auch nach Deutschland. Ihre aktuelle Tour ist derweil nahezu ausverkauft, Pop-Autor Nick Hornby gab sich im Interview etwas gelangweilt und ein ›richtiges‹ Musikvideo zur neuen Single »VCR« gibt es nun auch.
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Walter W. Wacht

»Es wird eine Gegenreaktion zu YouTube geben«, konstatierte Sasha Nixon von der britischen Produktionsfirma Partizan im vergangenen Jahr. Die Hochzeiten der Musikvideos sind vorbei, zumindest die der fetten Budgets. Mittlerweile kämpft eine Vielzahl von professionellen Regisseuren, Produktionsteams und andererseits Amateuren um die bei den Plattenfirmen immer schmaler werdenden Budgets für Videoclips, die sich trotz den wachsenden Erfolgen von iTunes und anderen Plattformen immer noch nicht wirtschaftlich rechnen.
Die für ihre Werbe-, Spielfilm- und Musikvideoarbeiten äußerst renommierte Londoner Agentur Partizan reagierte auf diese Entwicklung – und arbeitete mit ihrem Regisseur Saam Farahmand an dem neuen Format des nicht-digitalisierbaren Musikvideos. Das erste Ausstellungsstück dieser Art wird nun ab Donnerstag in London gezeigt, es handelt sich um die Visualisierung von »xx«, dem durchaus überraschenden Album der fabelhaften britischen Neogazer The XX.