Musik - Artikel

»Wie weit würde ich eigentlich gehen?«

Zum Tod von Christoph Schlingensief: Alec Empire, Frank Spilker und Modeselektor

Text: Die Redaktion

Als am vergangenen Samstag der Tod von Christoph Schlingensief bekannt wurde, war nicht nur die Trauer in der Spex-Redaktion groß, zahllose Menschen gedachten dem 49-jährig an Lungenkrebs verstorbenen Regisseur. »Wie weit würde ich eigentlich gehen?«, war einer der Gedanken Alec Empires zu Schlingensiefs großen gesellschaftlichen Engagement. Genau wie Frank Spilker (Die Sterne) und Gernot Bronsert und Sebastian Szary Modeselektor erinnert Alec Empire an Christoph Schlingensief.                            

 
 

Vier Farben Schwarz

Editorial Spex #328

Text: Max Dax

Spex #328 Cover TeaserDie neue Spex #328 ist ab dem 20. August am Kiosk erhältlich. Max Dax gibt im Editorial einen Überblick über die Themen der aktuellen Ausgabe.                            

 
 

Tretminen der Popgeschichte

Ariel Pink’s Haunted Graffiti

Text: Silke Janovsky



Resterampe einmal anders: Der Kalifornier Ariel Pink lässt die Low-Fidelity hinter sich und bedient sich stattdessen aus dem Zeichen- und Soundreservoir fetter Achtziger-Gassenhauer. Zu seinem neuen Song »Mistaken Wedding« gibt es nun ein neues Musikvideo.                            

 
 

Und es gibt noch eine dunkle Seite

The Drums

Text: Aram Lintzel

The Drums Spex #327 Norman KonradBrian Wilson hasst den Strand, schon immer. Die vier Mitglieder der Drums inzwischen wohl auch. Seit »Let’s Go Surfing«, ihrem hymnisch-hysterischen Hit aus dem letzten Jahr, haben sie das Image der feucht-fröhlichen Beach-Popper weg. Ein Stigma, das die Brooklyner Band loswerden will.                            

 
 

Das Hemd, vom Leib gerissen

Villagers

Text: Ralf Krämer

Villagers Yves Borgwardt Spex #327Conor J. O’Brien wandelt auf Solopfaden, seit sich seine Band The Immediate 2007 aufgelöst hat. Der Bruch traf den Dubliner völlig unvorbereitet: The Immediate, die er mit zwölf Jahren gegründet hatte, waren 2003 nach ihrer ersten EP in Irland zu einer nationalen Sensation aufgestiegen, nicht zuletzt, weil die vier Musiker während ihrer Sets zwischen Britpop und Avantgarde-Rock wie Irre im Rotationsverfahren die Instrumente tauschten. Weil aber alle außer O’Brien mit ihrem Leben noch etwas anderes vorhatten, hörte die Band kurz nach Auslieferung ihres Debütalbums auf. »Ich habe mich erst mal heftig betrunken«, blickt O’Brien zurück. Als Villagers hat er soeben sein Solo-Album veröffentlicht, am 5. Juli spielt er in Berlin.                            

 
 

Sex mit erhobener Faust

Men

Text: Oskar Piegsa

Men Frank Johannes Spex #327 VorschubDas Thema Regenbogenfamilie ist im Pop angekommen: »I’m gonna fuck my friends and get a little tiny baby«, singt JD Samson im Song »Credit Card Babie$« ihrer queeren Elektropop-Band Men. »Es geht um die Hürden, die dem Kinderwunsch von Lesben und Schwulen in den Weg gelegt werden«, sagt Samson und meint damit auch finanzielle Hürden. »Why don’t you adopt / Borrow someone’s cock«, heißt es in dem Song – schließlich gibt es billigere Wege, an ein Kind zu kommen, als für den Gegenwert eines Kleinwagens in der Samenbank shoppen zu gehen. Strategischer Sex mit schwulen Freunden zum Beispiel.                            

 
 

Sex / Fussball / Feminismus / Vampire / Weltuntergang

Editorial Spex #327

Text: Max Dax

Spex #327 Cover TeaserLiebe Leserinnen und Leser,

    1. SEX Herr Bonaparte: »Eigentlich geht es um Sex. Ganz wilden, animalischen Sex.« Jens Balzer: »Ich hatte es für eine Parabel auf die moderne Industriegesellschaft gehalten.« Herr Bonaparte: »So kann man es auch sehen.« Oder, acht Seiten zuvor, Jake Shears von den Scissor Sisters im Spex-Gespräch mit Sebastian Hammelehle: »Ich habe früher viele Wohnungen mit sehr vielen Strichern geteilt. Ich habe kein Problem mit Prostitution. Ich respektiere diesen Job. Als Popstar verkauft man sich ja auch, das meine ich gar nicht negativ – es ist vielleicht eher eine mentale Prostitution auf der Bühne, aber die Leute kommen ja doch auch, um meinen Körper zu sehen. In den besten Momenten unserer Konzerte habe ich mich immer als Prostituierter gefühlt.« (Vgl. auch: 4. Vampire.)                            

 
 

Das ist nicht fair

Uffie

Text: Sebastian Hammelehle

Uffie Spex #326 Norman Konrad TeaserUffie ist der Hype von vor drei Jahren, ihr Konzept ist längst von der kalifornischen Landpomeranze Ke$ha kopiert und in die Charts überführt worden. Zu spät für Uffies Debütalbum ist es aber nicht – denn auf ihm packt sie ihre Geringschätzung für amerikanische Mainstreamkultur in großartige Texte.                            

 
 

Eine seltsame Spannung

jj

Text: Elias Kreuzmair

jj Malin Bernalt Spex326 Teaserjj sind vom ewigen Heilsversprechen des Pop zutiefst überzeugt: »Pop ist alles, was man liebt, auf einmal.« Zum Beispiel ein Butterflymesser, ein schwarzer Labrador oder brennende Fackeln. Oder Rauch, der anmutig aus dem Mund geblasen wird, oder Tränen aus Blut, die der einzige Farbtupfer im sonst so kühlen Schwarzweiß des Videos zur jj-Single »Let Go« sind. Eine seltsame Spannung durchzieht die Ästhetik, der sich das schwedische Duo, bestehend aus Elin Kastlander und Joakim Benon, bedient: Es gibt da das Reine und Helle – wie der Engelsflügel, der das Cover ihres neuen Albums »jj N° 3« ziert – und das Verstörende, das Messer und die Blutstropfen, die sich über weißen Grund verteilen.                            

 
 

Ein Ornament in menschlichem Gewand

The Irrepressibles

Text: Dominikus Müller

The Irrepressibles Spex Michael HeilgemeierDas Konzept erinnert an Fischerspooner, doch kommen sie im Gewande des Barock daher und verspüren den Drang, vollkommen in der Pose des Tableau vivant aufzugehen: Angeführt vom Countertenor Jamie McDermott, suchen The Irrepressibles aus London zwischen Mode, Musik und Performance-Kunst den spektakulären Auftritt. Vom 9. bis 12. Mai sind The Irrepressibles mit ihrer aufwendigen Live-Show präsentiert von Spex in Deutschland zu sehen.                            

 
 
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  • Die neue Spex #328

    Spex #328 Teaser

    Die neue Ausgabe Spex #328, ab dem 20. August am Kiosk erhältlich. Mit dem Schwerpunkt »Kunstsprache Theater« und Interviews mit Christoph Schlingensief, Helene Hegemann, Monika Gintersdorfer und René Pollesch.

    Außerdem: Arcade Fire, 1000 Robota, Hurts, Aloe Blacc, Rick Owens, Cyprien Gaillard, Endzeitkino, Pop-Kapitalismus, iamamiwhoami, Freiland u.v.a.

    Dazu: Die Spex-CD #91 mit 16 Titeln.
  • Musikvideos neu erleben: Spex TV, jetzt einschalten

    Neue und aktuelle Musikvideos von Interpol, MGMT, These New Puritans, Soulwax, Clinic, Stella, Chief, Grinderman, Fol Chen, Fotos, Foals, The Hundred In The Hands, The Phenomenal Handclap Band, Jamaica, Robyn, Chilly Gonzales, Robert Plant und vielen anderen auf SpexTV und auf tape.tv.
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