Musik - Artikel

Der Hirte im Schafspelz

Gonjasufi

Text: Sebastian Hammelehle

Gonjasufi TeaserSeine Weltverbesserungstheorien kommen ohne Bono-Beigeschmack aus, und sein lobenswert vielfältiger Klangirrsinn entsteht bei fünfzig Grad in der Wüste: Gonjasufi alias Sumach Valentine ist über Drogen, Las Vegas, Yoga und die Mystik des Islam einen langen Weg gekommen, um uns daran zu erinnern, dass Extrembedingungen im Pop noch nie geschadet haben.                            

 
 

Zeitreise in synthetischer Klarheit

Cold Cave

Text: Ralf Krämer

Cold Cave Eva Tuerbl Spex #324 TeaserDas Schreien hat ein Ende. Als würde der historische Übergang von Punk zu Wave als Blaupause für seine persönliche Entwicklung herhalten, hat Wesley Eisold aus Philadelphia dem Hardcore seiner früheren Bands Give Up The Ghost und Some Girls laut Servus gesagt. Nun singt (!) er richtig, zum Beispiel Zeilen wie »Look outside, world is exploding / Stay inside, so never knowing« im Titeltrack des Cold-Cave-Debütalbums »Love Comes Close«. Man versteht jedes Wort. Eine Melodie ist nicht nur erkennbar, sie wird durch ihre Wiederholungen sogar manifestiert. An die Stelle des Gitarrengewitters ist synthetische Klarheit aus Yamaha- und Casio-Keyboards getreten.                            

 
 

Fortsetzung der Romantik mit den Mitteln von Techno

Pantha du Prince

Text: Philipp Ekardt, Jan Kedves

Pantha Du Prince Dominic Dupont Spex #324 TeaserSein ganz eigener Sound-Entwurf zwischen Klangforschung und romantischer Motivik hat Hendrik Weber alias Pantha du Prince in der Welt der Clubs zum Star gemacht. Nun hat der Produzent sein neues Album »Black Noise« fertiggestellt. Statt auf seinem Stammlabel Dial erscheint es bei Rough Trade: Geoff Travis war ein so großer Fan des Vorgängers »This Bliss«, dass er Weber anbot, den Nachfolger zu veröffentlichen. Tatsächlich ist »Black Noise« ein großer Wurf. Auf dem Album verbinden sich hyperreale Glockensounds und das Schaben eines Schweizer Schuttbergs, der einst ein ganzes Dorf begrub, zu gespenstisch alpinem Eiskristalltechno.

    Am heutigen Freitag, den 22.01.2010., stellt Pantha du Prince »Black Noise« mit einem Live-Set im Rahmen der Party von Spex Live im Hamburger Club Uebel & Gefährlich vor, Karten sind ab Mitternacht an der Abendkasse erhältlich. In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf den auf ZEIT Online kritisierten Missstand eines inkorrekt gekennzeichneten Textes im Angebot unseres Online-Werbemittels www.live.spex.de hinweisen, eine Reaktion darauf findet sich hier.                            

 
 

Der Muskel in aller Munde

Penis im Pop

Text: Jan Kedves

Jahresrückblick 2009 Penis im Pop GirlsNicht nur Rammstein, auch Bands wie The Flaming Lips oder Girls erkoren ›ihn‹ zum Hauptakteur ihrer Videos. Lady GaGa behauptete, einen zu haben, und Ja, Panik wollten ihn zerstören: 2009 war das Jahr des Penis im Pop. Während Michael Jackson sich auf der Leinwand ein letztes Mal an den Schritt fasste, probte man woanders den entspannten Umgang mit ironisierter Männlichkeit und rockistischer Schwanzmythologie.                            

 
 

Die Stimme als Spielzeug

Auto-Tune

Text: Klaus Walter

Jahresrückblick 2009 Auto-Tune Klaus Walter2009 kam mit Auto-Tune ein kosmetischer Vokaleffekt im Mainstream an und rührte alte Ressentiments neu auf. In seiner Radiosendung »Was ist Musik« beschäftigt sich Klaus Walter am Dienstag, 13 bis 16 Uhr mit dem Phänomen Auto-Tune und spielt entsprechende Stücke von Burial bis Zapp.                            

 
 

Durch, durch, durch!

Neue Berlin-Techno-Dokumentation »After Hours« auf 3min.de und Spex.de

Text: Walter W. Wacht

Als Auswärtiger auf Berlin zu schauen, bedeutet oft genug: Verwunderung, was der neue Wirbel um Techno soll. Seit rund vier Jahren erfährt die Techno-Kultur der Hauptstadt wachsendes mediales wie Besucher-Interesse – seien es Clubs wie Berghain, Watergate und Bar25, Plastik-Hymnen wie »3 Tage wach« bei »The Dome«, oder äußerst erfolgreiche Bücher wie »Lost And Sound« von Tobias Rapp, das nun auch in englischer Übersetzung veröffentlicht wird. Daneben wurde ein Film wie »Berlin Calling« zum internationalen Kassenschlager und katapultierte seinen Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner in vormals ungeahnte Erfolgsdimensionen. Sogar über Ricardo Villalobos, den Pop-Star unter den Techno-Produzenten, wurde nun ein Film gemacht – der Berliner Regisseur Romuald Karmakar hat dem gebürtigen Chilenen Villalobos ein filmisches Denkmal gesetzt. Auch die neue Dokumentation »After Hours« portraitiert Techno in Berlin, die spannende Webserie ist nun auf dem Webserien-Portal 3min.de und Spex.de zu sehen.                            

 
 

Die mit sich selbst identisch sind

Wichtige Musikvideos: Malakoff Kowalskis »Andere Leute«

Text: Christoph Dreher

In der Spex-Reihe »Wichtige Musikvideos« stellen wir in jeder Ausgabe einen Clip vor, der die Produktionsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter spiegelt und Musik auf innovative Weise illustriert. In dieser Folge widmet sich Christoph Dreher »Andere Leute«, dem neuen Video von Malakoff Kowalski, das aus Szenen früher Filme des Regisseurs Klaus Lemke geschnitten ist.                            

 
 

»Nicht neu für mich, sondern neu als solches«

John Maus zu Star Trek, seinem neuen Album und dem Unerwartbaren

Text: Walter W. Wacht

John Maus TeaserAnfang des Monats teilte der amerkianische Musiker und Philosophie-Dozent der staatlichen University of Hawaiʻi at Mānoa John Maus über seine Online-Präsenzen mit, dass er in Kürze die New Yorker Band Chairlift als Keyboarder auf deren Europa-Tournee begleiten würde und für die fraglichen Termine auf der Suche nach Einzel-Shows sei. Wenige Tage später standen bereits die ersten Konzerte, nun wurden auch die beiden anderen Shows in Leipzig und Hamburg bestätigt.

    Maus, 29 Jahre alt, arbeitet bereits seit seinem elften Lebensjahr in Sachen Musik. Seit Ende der Neunziger war er in Ariel Pinks Underground-Avantgarde-Projekt Haunted Graffiti und als Tour-Keyboarder für Panda Bear tätig, um 2006 auf dem Label Upset! The Rhythm sein erstes Solo-Album »Songs« und ein Jahr später das furiose »Love is Real« zu veröffentlichen – ein von flott klimpernden Synthesizer-Sounds, flächig ausgewalzten Ambiencen und hämmerndem Drumcomputing geprägtes Album, über dem in allen Stücken Maus’ repititiver und ultra-baritoner, an Ian Curtis erinnernder Gesang stand.                            

 
 

Der Spextrakt

Die Empfehlungen vom 01.10.2009

Text: Die Redaktion

Daniel Johnstons iPhone-App – – – Chromeos Quasi-App – – – Gonzales Sieg über Andrew W.K. – – – Phoenix im Animal-Collective-Remix – – – Hyperdubs neue Dubstep-Band Darkstar – – – Dizzee Rascal im Stream – – – Der Spextrakt.                            

 
 

Nostalgie für das, was Pop war

Sally Shapiro

Text: Ulrich Gutmair

Sally Shapiro Spex #322 Diane Vincent TeaserWie ging eigentlich Pop noch mal? Die Schwedin Sally Shapiro erinnert uns: eine Melodie, ein Sound, ein Gitarrenriff, dazu eine Zeile, die dich trifft »wie ein Blitz« – wie es in ungezählten Lovesongs heißt. Schon sprechen die Botschaften aus dem Radio oder vom Plattenteller zu dir allein. Der Star und seine Drei-Minuten-Erzählung als Projektionsfläche: Das könnte ich sein. So zeigt es auch das Video zu Sally Shapiros Song »Jackie Jackie«: Ein Junge (oder ist es ein Mädchen?) im Kinderzimmer. An den Wänden hängen Poster, darunter ein Bild von Sally. Das Kind zieht eine Sally-Shapiro-LP aus dem Regal und singt und tanzt zu dem Song, schließlich auch gemeinsam mit Sally, die im TV-Bild erscheint: »Oh, Jackie Jackie / I still wait by the phone / Oh, Jackie Jackie / I don’t wanna be alone / So come along with me tonight«.                            

 
 
MySpex
Willkommen auf Spex.de
Du bist derzeit nicht angemeldet.
Um Artikel kommentieren zu können, musst du dich registrieren bzw. anmelden. Solltest du bereits auf Facebook registriert sein, so kannst Du auch diesen Login nutzen.

Login
Registrieren
 

  • Musikvideos neu erleben: Spex TV, jetzt einschalten

    Neue und aktuelle Musikvideos von Mos Def, Goldfrapp, Liars, Blood Red Shoes, Gorillaz, Die Sterne, Massive Attack, Jónsi (Sigur Rós), Surfer Blood, Lou Barlow, Caribou, Ellie Goulding, Jay-Z, Air, Blood Red Shoes, M.A.N.D.Y. vs. Booka Shade, Delphic, Sade, Broken Bells, These New Puritans und vielen anderen auf SpexTV und auf tape.tv.


  • Das Spex-Mixtape auf ByteFM: Alle vier Wochen stellt die Spex-Redaktion Freitags aktuelle und künftige Musik vor, neuerdings auch mit Schwerpunkt.

    Weiter zur Themenübersicht und zum Playlist-Archiv.
  • Die neue Spex #325

    Spex #325 Teaser

    Die neue Ausgabe Spex #325, ab dem 19. Februar am Kiosk erhältlich. Mit den Gorillaz, Antizionismus, dem neuen Pop-Briefing und folgenden weiteren Themen:

    Gonjasufi / Joanna Newsom / Ed Ruscha / Japanische Kampfhörspiele / Peter Hein / Barbara Vinken / Vivienne Westwood / Zaha Hadid / Tim Burton / Kristof Schreuf / Tom Ford / The XX / Yeasayer u.v.a.

  • Serien zur Popkultur kostenlos auf Spex.de streamen
  • Abo

    Spex im Abo mit Prämie

    6 Hefte ¬ 6 CDs ¬ nur 28 Euro
    Immer 1 Woche vor Kiosk frei Haus
    Jetzt abonnieren!
  • Schick' uns Musik
    Was soll das?

Neueste Texte
  • Sole Brother
    Walter W. Wacht | 15.03.2010 um 16:03
  • Ruins
    Walter W. Wacht | 15.03.2010 um 15:03
  • Und was man sonst noch über Lady GaGas Video zu »Telephone« wissen muss
    Walter W. Wacht | 15.03.2010 um 11:03
  • Drei iPhone-Applikationen aus Frankreich, Musikvideo zu Sebastien Telliers »Look«
    Walter W. Wacht | 10.03.2010 um 20:03
  • Neues Album im Mai, Remixes von Prince Language & Rebolledo
    Walter W. Wacht | 10.03.2010 um 15:03

Blog

Tonträger
mehr

Filme
mehr

-->