Live - Rückblick

Professionell und unbeeindruckt

Janelle Monáe, Bread & Butter, Flughafen Tempelhof, 9. Juli 2010, Berlin

Text: Walter W. Wacht

Da hilft selbst das beste Haarspray nicht: der bretthart zur Tolle toupierte Afro hält nicht länger Stand. Die afroamerikanische Soul-Sängerin Janelle Monáe ist gerade in der Mitte ihres rund 45-minütigen Sets im Rahmen der Modemesse Bread & Butter angelangt, als ihre Frisur hitzebedingt kollabiert. Kein Wunder: 37 Grad Celsius zeigt das Thermometer auf dem Rollfeld des früheren Verkehrsflughafens Berlin Tempelhof an, und die gefühlte Temperatur liegt weitaus höher. Die 24-jährige Monáe trägt's mit Fassung, rückt die Haare zurecht und setzt ihre furiose Live-Show fort.                            

 
 

Unten klingt anders als oben

Pavements Reunion-Tournee, C-Halle, 19. Mai 2010, Berlin

Text: Michael Lutz

Pavement Live Rueckblick Keith NealyIm September letzten Jahres nahm die Pavement-Reunion Fahrt auf. Nachdem sich die prototypische Neunziger-Indie-Band um Sänger Stephen Malkmus vor zehn Jahren auflöste, um drohenden Altersausfallerscheinungen präventiv vorzubeugen, sammelten sie sich im Herbst doch noch einmal, um das Musikprogramm des britischen All Tomorrow’s Parties- Festivals zu kuratieren. Aus vier Anfangs geplanten Shows wurde letztlich eine ausführliche Tournee, am Mittwoch spielten sie das erste ihrer drei Konzerte im deutschsprachigen Raum. Michael Lutz besuchte die Berlin-Show in der C-Halle und erlebte zwischen Mischpult und Moshpit jede Menge Quasi-Mittzwanzigjährige. Heute und morgen kann man Pavement noch Live in Wien und München erleben.                            

 
 

Die Luft zitterte vor Klarheit

Spex Live mit Robyn, High Places, Elektro Guzzi, u.v.a. im Berghain, Berlin, 12. Mai 2010

Text: Die Redaktion

Anstelle langer Worte, die später doch nur nach Eigenlob klingen, möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken: Bei allen Besuchern von Spex Live im Berghain am vergangenen Mittwoch, die unsere Konzert- und Club-Nacht bis in die frühen Morgenstunden gefeiert haben. Bei allen Bands und DJs, die auf drei Floors insgesamt mehr als 26 Stunden Musik gespielt haben. Bei allen Mitarbeitern des Berghains, die durch ihre Hilfe und ihr Engagement diesen Abend erst möglich gemacht haben. Bei allen Partnern und Kollegen, die unser Fest inhaltlich und logistisch unterstützt haben.

    Die Luft zitterte vor Klarheit – dies möchten wir bei Spex Live in Köln im Rahmen der c/o pop am 23. Juni gerne wiederholen. Als Vorgeschmack auf die Konzerte von Robyn, Bonaparte und Caribou zeigen wir im Folgenden Bilder des jüngsten Spex Live-Abends in Berlin.                            

 
 

Phantasmagorien der eigenen Erinnerung

MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik, verschiedene Spielorte, 19.-28. März, Berlin

Text: Joachim Ody

Utopischer Mystizismus, kulturelle Schocks sowie Tod und Trauer ohne Erbarmen: Joachim Ody besuchte in der vorvergangenen Woche MaerzMusik 2010 in Berlin, das »Festival für aktuelle Musik«, das sich im Vorjahr des Jubiläums religiös erhaben und hochsensibel präsentierte – und nur Aufbruchsignale und den Glauben an die Utopie vermissen ließ.                            

 
 

Pluralismus der Parallelwelten

Ein Rückblick auf die Berlinale 2010

Text: Wibke Wetzker

Der Berliner Kulturbetrieb stand in der vergangenen Woche ganz im Zeichen der 60. Berlinale. Auch Spex war auf den Filmfestspielen in der Hauptdstadt unterwegs, mit Schreibauftrag, Jurykompetenz und als Teil eines filmbegeisterten Publikums. Für Max Dax begann die Berlinale mit seiner Begrüßung als Mitglied der Kurzfilmjury im Rahmen der Eröffnungsgala im Berlinalepalast. Am Ende fiel auch sein Votum zu Gunsten eines Beitrags aus Schweden aus: »Händelse Vid Bank« von Ruben Östlund wurde mit der goldenen Trophäe für den besten internationalen Kurzfilm ausgezeichnet. Die Geschichte über einen gescheiterten Banküberfall wertete die Jury als gelungene »Reflektion unserer Zeit und wie diese von den Medien beeinflusst ist«, in seinem Spex-Blog »Dissonanz« reflektiert Dax eigene Beobachtungen der diesjährigen Berlinale. Für die Medien ist solch ein Filmfest appetitanregendes Häppchen und gefundenes Fressen zugleich:                            

 
 

Gedanken vom Vortag

Geoff Barrow zur gestrigen Beak>-Show

Text: Walter W. Wacht

Geoff Barrow Beak Teaser                            

 
 

Surrealistin des Sex

Peaches, 3. Juli 2009, Berlin, D:U:M-Party im WMF

Text: Philipp Ekardt

Peaches LiveRiesig wuchernde Mega-Perücken, ein Take auf Hiphop-Bling und Morsezeichen Richtung Disco-Kugel: Mit ihrer neuen Band Sweet Machine spielte Peaches kürzlich neben den Nachwuchs-Acts The Terror Pigeon Dance Revolt! und Heartsrevolution auf der Kickoff-Party zur Diesel:U:Music-Welttournee im Berliner Club WMF. Dass es in Peaches’ neuer Show um Surrealismus geht, wurde spätestens nach dem ersten Drittel klar. »Do you want to see some real fashion?!«, fragte Peaches und ließ ihren Intimbereich blinken.                            

 
 

Eine Bohrmaschine in den Schädel

›Fake it till you make it‹ – Donaufestival ’09, 22. - 25. April 2009, Krems

Text: Benjamin Dannemann

Soeben endete das Donaufestivals 09 – Man sah die dronende Spannungs-Spirale der Black Dice, die liebenswert verschrobenen Butthole Surfers und die glorreichen Vier: Sonic Youth.                            

 
 

In athletisch hochgerüsteter Corps-de-ballet-Formation

Fischerspooner im Lido, 29. April, Berlin

Text: Philipp Ekardt

Die häufig zu lesende These, dass Tonträgerverkäufe nichts mehr über den Fame von Musik-Acts aussagen, bewahrheitete sich bei der Berliner Show von Fischerspooner.                            

 
 

Das konstante Experiment

Bob Dylan & Band, 1. April 2009, Berlin, Max-Schmeling-Halle

Text: Ralf Krämer

Am 01. April spielten Bob Dylan und Band in Berlin. Ralf Krämer besuchte das Konzert, bei dem auch die allerletzte Reihe des Publikums im Takt zurückklatschte.                            

 
 
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