Text:
Wibke Wetzker

Hysterisches Gekreische und schmachtende Blicke sind durchaus abschreckende Begleiterscheinungen des »Twilight«-Fiebers, weshalb sich ein differenzierter Blick auf das Zeitgeistphänomen Vampir lohnt. Wibke Wetzker erkennt in der »Twilight«-Saga, aber auch in der US-Serie »True Blood« einen Paradigmenwechsel: Die Deutungshoheit über den Vampir haben jetzt Frauen.
Erschienen in SPEX #327 07-08.2010 | 14.07.2010 14:14
Text:
Max Dax
Liebe Leserinnen und Leser,
1. SEX Herr Bonaparte: »Eigentlich geht es um Sex. Ganz wilden, animalischen Sex.« Jens Balzer: »Ich hatte es für eine Parabel auf die moderne Industriegesellschaft gehalten.« Herr Bonaparte: »So kann man es auch sehen.« Oder, acht Seiten zuvor, Jake Shears von den Scissor Sisters im Spex-Gespräch mit Sebastian Hammelehle: »Ich habe früher viele Wohnungen mit sehr vielen Strichern geteilt. Ich habe kein Problem mit Prostitution. Ich respektiere diesen Job. Als Popstar verkauft man sich ja auch, das meine ich gar nicht negativ – es ist vielleicht eher eine mentale Prostitution auf der Bühne, aber die Leute kommen ja doch auch, um meinen Körper zu sehen. In den besten Momenten unserer Konzerte habe ich mich immer als Prostituierter gefühlt.« (Vgl. auch: 4. Vampire.)
Erschienen in SPEX #327 07-08.2010 | 18.06.2010 11:13
Text:
Max Dax
Liebe Leserinnern und Leser,
sie zu finden ist gar nicht schwer. Einfach ins Internet gehen, ›Facebook‹ in die Tasten hacken, nach ›Spex Magazin‹ suchen, ›Fan werden‹ anklicken, ›Likes this‹ gleich hinterher, und schon steht man in der virtuellen Spex-Kantine, in der jeden Tag etwas anderes auf den Tisch kommt. Neulich zum Beispiel kochten wir das »Collected«-Schallplattencover von Massive Attack nach: französische Artischocken. (Rezept: Salzwasser zum Kochen bringen, Artischocken rein, nach zwanzig Minuten Artischocken wieder raus.) Das ist der Rede wert, weil wir seit der Punktlandung der Journalismusstudentin und neuen Autorin Anne Waak in der Spex-Redaktion (vgl. MitarbeiterInnen der Ausgabe) jedes Mittagsmahl, das die Küche verlässt, fotografieren und kommentiert von Walter W. Wacht durch Facebook und Twitter blasen – eine spätere Buchveröffentlichung nicht ausgeschlossen. Und das ist auch der Rede wert, weil beim gemeinsamen Essen das Gespräch nicht selten auf die Regelmäßigkeit zufälliger Querverweise kommt, die verlässlich die Spex-Heftinhalte miteinander verlinken.
Erschienen in SPEX #326 05-06.2010 | 12.04.2010 18:34
Text:
Jan Kedves

Malcolm McLaren ist gestern in einem Schweizer Hospital im Alter von 64 Jahren gestorben. Der Künstler, den man genauso als genialen Manager, Designer, Provokateur, Impresario, Ausbeuter und Pressemanipulator bezeichnen konnte, litt seit einigen Jahren an der seltenen Krebsart Mesotheliom, ohne dies publik zu machen. Sein Zustand schien lange Zeit stabil. Im Oktober brach die Krankheit erneut aus. Mit McLaren, der in den Siebzigern als Manager der Sex Pistols berühmt wurde, verliert die Kunst- und Popwelt einen ihrer wichtigsten Vordenker.
Text:
Esther Buss

In »A Single Man« zeigt sich Modedesigner und Regiedebütant Tom Ford wenig interessiert am ›period picture‹. Am 8. April läuft der Film in den Kinos an.
Erschienen in SPEX #325 03-04.2010 | 06.04.2010 10:12
Text:
Gunnar Klack
Vom Science-Center in Wolfsburg über das Bühnenbild für eine Pet-Shop-Boys-Welttournee bis hin zu organisch geschwungenen Hightech-Pumps: Es scheint nichts zu geben, dem Zaha Hadid nicht ihren Formstempel aufdrücken kann.
Erschienen in SPEX #325 03-04.2010 | 30.03.2010 17:05
Text:
Barbara Schweizerhof

In der Tradition von Filmen wie »Die Farbe Lila« und »Dangerous Minds« erzählt Lee Daniels »Precious – Das Leben ist kostbar« von der Vergegenwärtigung eines Außenseiterschicksals. Dank seiner außergewöhnlich drastischen Konsequenz, sogar Mariah Carey verzichtete in einer Nebenrolle auf ihren üblichen Glamour, erhielt »Precious …« als Geheimtipp zwei Oscar für das beste adaptierte Drehbuch und die beste Nebenrolle. Heute startet der Film in den deutschen Kinos.
Erschienen in SPEX #325 03-04.2010 | 25.03.2010 08:30
Text:
Christoph Dreher, Christine Lang
Die verblüffende HBO-Serie »In Treatment« spielt fast ausschließlich in der Praxis eines Psychotherapeuten und konzentriert sich dabei auf das, was gutes Fernsehen schon immer ausmachte: Sitzen und Reden. Ab dem 15. Februar läuft die erste Staffel auf 3Sat.
Erschienen in SPEX #324 01-02.2010 | 15.02.2010 10:00
Text:
Jan Kedves
Nicht nur Rammstein, auch Bands wie The Flaming Lips oder Girls erkoren ›ihn‹ zum Hauptakteur ihrer Videos. Lady GaGa behauptete, einen zu haben, und Ja, Panik wollten ihn zerstören: 2009 war das Jahr des Penis im Pop. Während Michael Jackson sich auf der Leinwand ein letztes Mal an den Schritt fasste, probte man woanders den entspannten Umgang mit ironisierter Männlichkeit und rockistischer Schwanzmythologie.
Erschienen in SPEX #324 01-02.2010 | 31.12.2009 09:00
Text:
Vera Tollmann
Spätestens seit 2008 scheint jedes Jahr ein China-Jahr zu sein – Tibet-Problematik hin oder her
Text:
Christoph Twickel
Christoph Twickel, Co-Autor des Manifests »Not In Our Name, Marke Hamburg!«, über das Jahr des Widerstands gegen die Hamburger Turbo-Gentrifizierung.
Erschienen in SPEX #324 01-02.2010 | 29.12.2009 09:00
Text:
Aram Lintzel
Die Bundestagswahl und die Tage danach: 2009 wurde der vor fünf Jahren beobachtete kulturelle Wechsel zum neuen Konservatismus in Deutschland auf politischer Ebene nachvollzogen. Die Reaktionen hätten unterschiedlicher nicht sein können.
Erschienen in SPEX #324 01-02.2010 | 28.12.2009 14:00