Kultur - Digital

Bon APPetit

Drei iPhone-Applikationen aus Frankreich, Musikvideo zu Sebastien Telliers »Look«

Text: Walter W. Wacht

Record Makers Birthday AppDie französische Plattenfirma Record Makers feiert derzeit ihr zehnjähriges Bestehen, anlässlich dessen wir kurz »Joyeux Anniversaire!« ausrufen und anschließend auf die an Spex.de angeschlossenen Blogs verweisen möchten: Schon im Januar befragte unser Chef vom Dienst Martin Hossbach in seinem Blog »Recording Companies« die beiden Label-Betreiber Stephane Elfassi und Marc Teissier du Cros zu Herkunft und Bedeutung des Labelnamens. An anderer Stelle verwies Musikvideo-Blogger Moritz Schmall auf das neue durchgehend illustrierte und animierte Musikvideo zu Sebastien Telliers »Look«, welches wiederum die neue kostenlose Smartphone-App von Record Makers bewerben soll. Daneben gibt es zwei andere Apps, die auf der Musik französischer Produzenten beruhen.                            

 
 

The White Stripes vs. U.S. Air Force Reserve

Im Urheberrechtsstreit um Super-Bowl-Werbespot

Text: Walter W. Wacht

White Stripes US Airforce ReserveDie Parallelen zur Causa Final Fantasy vs. Wiener Stadtwerke sind unverkennbar: Vor knapp vier Jahren entwickelte die Agentur Publicis für die Wiener Wasserwerke eine Imagekampagne, in deren Werbespots das Stück »This is the Dream of Win & Regine« des kanadischen Künstlers Owen Pallett in Form eines ›Sound-Alikes‹, einer nachgespielten variante des Originals, verwendet wurde. Nun beklagen die White Stripes auf ihrer Homepage einen ganz ähnlichen Vorgang: Man sei reichlich erstaunt gewesen, ein stark an ihren Song »Fell in Love With a Girl« (aus dem Album »White Blood Cells«, 2001) in einem Rekrutierungs-Werbespot der U.S. Air Force Reserve während des NFL Super Bowls gehört zu haben.

                             

 
 

Eine Nachricht von Ninja Tune an die Presse

Plus: Das Video zu Bonobos »The Keeper«

Text: Walter W. Wacht

                           

 
 

Das Büffet ist kalt und ekelerregend

Terre Thaemlitz

Text: Jan Kedves

Terre Thaemlitz Digitale EvolutionTerre Thaemlitz ist Multimedia-Produzent, DJ, Theoretiker und Transgender-Aktivist. Bekannt wurde der Amerikaner um die Jahrtausendwende mit einer Reihe hochgeistiger, durch süffisante Essays begleiteter Konzeptalben (»Die Roboter Rubato«, »Interstices«). Diese erschienen auf Mille Plateaux, dem damaligen Lieblingslabel aller poststrukturalistischen Glitch-Hedonisten. Thaemlitz lebt und arbeitet in Tokio. Dort hat er auch das Album »Midtown 120 Blues« produziert, das im Februar unter Thaemlitz’ Alias DJ Sprinkles erschien und in Spex als »erstes Diskurs-Deep-House-Album aller Zeiten« gefeiert wurde.                            

 
 

Ein digitales Kinderlied

Cinema Bizarre

Text: Jan Kedves

Strify, bürgerlicher Name unbekannt, ist Sänger der deutschen Jugendzimmerband Cinema Bizarre. Diese mischt Glamrock-Zitate und melodiösen Gesang mit japanischen Visual-Kei-Looks und wird deswegen häufig mit Tokio Hotel verwechselt. Als Vertreter einer Generation, die von Kindesbeinen an vernetzt war und ganz natürlich von sich sagt, dass sie ihr Selbstbewusstsein über Google gefunden habe, spricht Strify hier über den Auto-Tune-Effekt, Psychoterror in Online-Communities und den nicht digitalisierbaren Rest der Menschheit.                            

 
 

Werte 2.0

c/o Pop zu geistigem Eigentum und Netzkultur

Text: Michael Lutz

Unter dem Banner »Pop Culture 2.0« werden im Rahmen der diesjährigen c/o pop Convention in Köln sowohl die positiven Aspekte der digitalen Entwicklung im Musikbereich als auch ihre negativen Folgen debattiert. Es gilt, Ideen und Konzepte für die bestehenden Probleme zu finden: Internet-Piraterie, Verteilungsschlüssel, Wertverfall der Ware Pop – und das sind nur einige der Themenkomplexe, über die am 13. und 14. August debattiert wird.

    Dem grundlegenden Wandel widmet sich auch das von Spex präsentierte Panel »Werte 2.0« am Donnerstag, den 13. August im Business Forum der c/o pop. In Zusammenarbeit mit den Veranstaltern von re:publica, dem Berliner Social-Media-Kongress, wird beim Panel »Werte 2.0 – Geistiges Eigentum und Netzkultur« nachgefragt, was genau geistiges Eigentum im digitalen Zeitalter noch ist und wer vor dem Hintergrund mit welcher Motivationen mit wem diskutieren sollte. Denn (reale) Orte der Diskussion sind rar und meist branchenintern; übereinander sprechen ist nicht schwer, miteinander dagegen sehr.                            

 
 

Und einer zählt die Geldscheine

DJ Rupture

Text: Martin Hossbach, Max Dax

Sein Blog »Mudd Up!« ist eine der wichtigen Schaltstellen, über welche die Stile der sogenannten World Music mit Pop und Noise-Avantgarde zusammenfinden. Diesen globalistischen Ansatz verfolgt DJ Rupture alias Jace Clayton auch als Produzent. Mixtapes, Alben und Singles des in Brooklyn lebenden Produzenten sind auf Soul Jazz und Tigerbeat 6 erschienen.                            

 
 

Das T-Shirt sagt: »I am Burial«

Kode 9

Text: Martin Hossbach, Max Dax

Er lebt ein digitales Doppelleben: Tagsüber ist der Schotte Steve Goodman Doktor der Philosophie und unterrichtet als Dozent an der University of East London Kurse in »Sonischer Kultur«. Nachts ist er Kode 9, bekannter Dubstep-Produzent und Betreiber des Labels Hyperdub. Dort erscheinen unter anderem auch die Produktionen des geheimnisumwitterten Dubstep-Stars Burial.                            

 
 

Der Sturm ist aus dem Wasserglas

GEMA gegen Rapidshare, Konzertveranstalter gegen GEMA

Text: Wibke Wetzker


Freibeuterei fernab vom Golf von Aden: Am 20.06.2009 wechselte der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss vom Lager der SPD zur Piratenpartei, damit hat die Partei mit Schwerpunkt Datenschutz und Informationsfreiheit ihren ersten Sitz im Parlament so gut wie sicher. Gestern nun gelang der GEMA, der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, mit der Durchsetzung einer landesgerichtlichen Verfügung gegen die Tauschbörse Rapidshare.com ein selbstbetitelter »Durchbruch gegen die Online-Piraterie«.                            

 
 

Popkomm 2009 abgesagt

»Man kann darüber debattieren, ob die Popkomm noch zeitgemäß ist«

Text: Walter W. Wacht

<br />Die Kernaussage der heutigen Pressekonferenz lautet: »Die Popkomm ist für ein Jahr ausgesetzt, nicht abgeschafft.« Wegen des drei Monate vor Messebeginn geringen Rücklaufs an Ausstellern und Teilnehmern hat sich der Popkomm-Vorstand dazu entschieden, die Popkomm 2009 nicht zu veranstalten.                            

 
 
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