Kultur

Ein Raum rebellischer Selbstbehauptung

Das ivorische Tanztheater »Rue Princesse« Live in Berlin & Hamburg

Text: Walter W. Wacht, Michael Lutz

Rue Princesse Monika Gintersdorfer»Das ist ein Kampf, wenn auch kein bösartiger«, kommentierte die Regisseurin und Choreografin Monika Gintersdorfer im »Kunstsprache Theater«-Interview in Spex #328 das für Europäer ungewohnte Publikumsgebaren in Abidjan an der Elfenbeinküste. »Das Publikum ist alles andere als still. Da schaltet niemand sein Handy aus, die Leute brüllen ihre Begeisterung oder ihre Aufregung heraus, und im Gegensatz zu Deutschland partizipieren sie auch gerne.« Vom 2. bis 4. September bringt Gintersdorfer mit ihrem langjährigen Bühnenpartner Knut Klaßen das Tanztheater »Rue Princesse« ins Haus der Kulturen der Welt Berlin, im Oktober gastiert »Rue Princesse« in Hamburg.                            

 
 

In diversen Containern

Arcade Fire & Chris Milk mit Google-Maps-Mashup-Video zu »We Used to Wait«

Text: Walter W. Wacht

Arcade Fire Google Chrome We Used to Wait Teaser»Was gibt es für Marketingleute Besseres als eine Gruppe mit eindeutigem ›unique selling point‹?«, fragt Sebastian Hammelehle in seinem Artikel zu Arcade Fire in unserer aktuellen Ausgabe Spex #328. Klassische Musikvideos zählen nicht zum Marketingrepertoire der kanadischen Band. Ihr Clip zu »Neon Bible« war interaktiv, eine rein auf die Vermarktung über das Internet zugeschnittene Bewegtbildarbeit – und erzeugte eine dementsprechend große Aufmerksamkeit im Netz. Auch der neue experimentelle Kurzfilm »The Wilderness Downtown« von Regisseur Chris Milk zu Arcade Fires Stück »We Used to Wait« (aus »The Suburbs«) spricht diese digitale Sprache.                            

 
 

»Wie weit würde ich eigentlich gehen?«

Zum Tod von Christoph Schlingensief: Alec Empire, Frank Spilker und Modeselektor

Text: Die Redaktion

Als am vergangenen Samstag der Tod von Christoph Schlingensief bekannt wurde, war nicht nur die Trauer in der Spex-Redaktion groß, zahllose Menschen gedachten dem 49-jährig an Lungenkrebs verstorbenen Regisseur. »Wie weit würde ich eigentlich gehen?«, war einer der Gedanken Alec Empires zu Schlingensiefs großen gesellschaftlichen Engagement. Genau wie Frank Spilker (Die Sterne) und Gernot Bronsert und Sebastian Szary Modeselektor erinnert Alec Empire an Christoph Schlingensief.                            

 
 

Hotel Ruhe

Christoph Schlingensief, 24.10.1960 - 21.8.2010

Text: Max Dax



Soeben erreicht uns die Nachricht, dass Christoph Schlingensief nach langer, unbarmherziger Krankheit gestorben ist. Obwohl wir uns gut kannten, vielleicht gerade deswegen, haben wir uns in all den Jahren nur zwei Mal »geschäftlich« getroffen – beide Male, um ein Gespräch auf Band aufzuzeichnen.                            

 
 

Vier Farben Schwarz

Editorial Spex #328

Text: Max Dax

Spex #328 Cover TeaserDie neue Spex #328 ist ab dem 20. August am Kiosk erhältlich. Max Dax gibt im Editorial einen Überblick über die Themen der aktuellen Ausgabe.                            

 
 

Ein auditives Leuchtfeuer

Bill Drummond mit Chor The 17 in Oldenburg, Deutschland-Premiere, Teilnehmer gesucht

Text: Walter W. Wacht

Bill Drummond The 17Bill Drummond, früheres KLF-Mitglied, Autor und bildender Künstler, interessiert sich schon lange nicht mehr für Popmusik. Mit seinem Chor The 17 besinnt sich Drummond auf die purste Form der Musikerzeugung: Keine Aufnahmen, kein festes Ensemble, nur wenige Tonfolgen und vor allem: Keine Ton- oder Bildaufnahmen. Ende August kommt er mit The 17 erstmals nach Deutschland, für die Aufführung in Oldenburg werden noch Teilnehmer gesucht.                            

 
 

»A positive, sunny, sort of perky attitude«

Even more »Mysterious Letters« by Lenka Clayton & Michael Crowe

Text: Martin Hossbach



»Dem Brief droht das Schicksal, nicht mehr geschrieben zu werden«, lautete der einleitende Satz anlässlich unseres Essays zum »Brief als Ereignis«. Der Großteil unserer Kommunikation wird heutzutage digital geführt, dem gegenüber steht ein neuer Trend zum klassischen Briefwechsel – ob wie zuletzt in Buchform oder nun als Kunstprojekt. Die britische Künstlerin Lenka Clayton überträgt mit ihrer neuen Arbeit »Mysterious Letters« den Postbrief gleich auf ganze Gemeinden. Gemeinsam mit Michael Crowe will sie nun jedem Menschen auf der Welt einen Brief schicken und sucht dafür mittels Crowdfunding nach neuen Investoren.                            

 
 

»Monotronic ist echt total angesagt!«

Tocotronic im »Micky Maus«-Magazin, »Aber hier leben, …« parodiert

Text: Walter W. Wacht

Monotronic Tocotronic TeaserAnfang des Jahres klang es noch nach einem guten Gag: Tocotronic sprachen anlässlich ihres aktuellen Albums »Schall & Wahn« alle »Bürgerinnen und Bürger von Entenhausen« mit einem Videogrußwort an. Was man aber im aktuellen »Micky Maus«-Magazins zu sehen bekommt, kann man wohl als feinste Selbstironie und gleichzeitig als Erlebnisbericht der schall- und wahnsinnigen Verkaufsschau in Hamburg verstehen. Donald Duck als ewig glückloser, ewig tobsüchtiger Freund Daisy Ducks, der es das neue Album der Gruppe Monotronic zu kaufen gilt. Im Interview erklären Tocotronic-Bassist Jan Müller und Ehapa-Redakteur Kai Reininghaus, wie es zu der Monotronic-Geschichte kam.                            

 
 

Wie eine große Montage

Premiere: Das neue Video zu Marterias »Verstrahlt«

Text: Walter W. Wacht



Ende letzten Jahres tauchten die gigantischen, von den entsprechenden Arbeiten Gwon Osangs und Bert Simons inspirierten Papierköpfe des Künstlers Eric Testroete zunächst in verschiedenen Blogs auf, im April machte die De:Bug mit einem Design des Kanadiers auf und nun verwenden gleich zwei Musikprojekte die mittels 3D Studio Max, Mudbox 2010 sowie Photoshop erstellten Riesenpapierköpfe. Bei dem einen handelt es sich um die Kollaboration von Kid Cudi, Best Coast und Rostam Batmanglij (Vampire Weekend) für den Schuhhersteller Converse, die andere kommt in Form des Porträts von Marten Laciny alias Marsimoto alias Marteria. Der deutsche Rapper ließ sein Gesicht für das Cover seines neuen Albums »Zum Glück in die Zukunft« in 3D einscannen, ausdrucken und als Maske neu zusammenkleben. In seinem neuen Musikvideo zur Single »Verstrahlt« tauchen die Papiermasken nun nur am Rande auf.                            

 
 

Das große Experimentieren

Rainer Kirbergs »Das schlafende Mädchen« vor Fertigstellung, Vernissage, Ausstellung und Exponat-Verkauf in Berlin

Text: Walter W. Wacht

Rainer Kirberg Das schlafende Mädchen Kunst FilmDie Frage nach der möglichst unabhängigen Finanzierung von Kulturprodukten ist und bleibt eine drängende: Während Musik- und Filmprojekte immer öfter von großen Markenartiklern unterstützt werden und der Staat seit einer ganzen Weile Geld zur Verfügung stellt, klafft auf der unabhängigen Seite oft ein Loch zwischen Produktionskosteneinsatz und späterem Umsatz bzw. Erlös. Rainer Kirbergs neues Filmprojekt »Das schlafende Mädchen« geht nun einen ähnlichen Weg: Der Verkauf von Filmstills und Fotografien vom Set wird in die Fertigstellung des Films einfließen, die Exponate werden im Rahmen einer Ausstellung in Berlin gezeigt.                            

 
 
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  • Die neue Spex #328

    Spex #328 Teaser

    Die neue Ausgabe Spex #328, ab dem 20. August am Kiosk erhältlich. Mit dem Schwerpunkt »Kunstsprache Theater« und Interviews mit Christoph Schlingensief, Helene Hegemann, Monika Gintersdorfer und René Pollesch.

    Außerdem: Arcade Fire, 1000 Robota, Hurts, Aloe Blacc, Rick Owens, Cyprien Gaillard, Endzeitkino, Pop-Kapitalismus, iamamiwhoami, Freiland u.v.a.

    Dazu: Die Spex-CD #91 mit 16 Titeln.
  • Musikvideos neu erleben: Spex TV, jetzt einschalten

    Neue und aktuelle Musikvideos von Interpol, MGMT, These New Puritans, Soulwax, Clinic, Stella, Chief, Grinderman, Fol Chen, Fotos, Foals, The Hundred In The Hands, The Phenomenal Handclap Band, Jamaica, Robyn, Chilly Gonzales, Robert Plant und vielen anderen auf SpexTV und auf tape.tv.
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