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Walter W. Wacht, Michael Lutz
»Das ist ein Kampf, wenn auch kein bösartiger«, kommentierte die Regisseurin und Choreografin Monika Gintersdorfer im »Kunstsprache Theater«-Interview in Spex #328 das für Europäer ungewohnte Publikumsgebaren in Abidjan an der Elfenbeinküste. »Das Publikum ist alles andere als still. Da schaltet niemand sein Handy aus, die Leute brüllen ihre Begeisterung oder ihre Aufregung heraus, und im Gegensatz zu Deutschland partizipieren sie auch gerne.« Vom 2. bis 4. September bringt Gintersdorfer mit ihrem langjährigen Bühnenpartner Knut Klaßen das Tanztheater »Rue Princesse« ins Haus der Kulturen der Welt Berlin, im Oktober gastiert »Rue Princesse« in Hamburg.
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Walter W. Wacht
Bill Drummond, früheres KLF-Mitglied, Autor und bildender Künstler, interessiert sich schon lange nicht mehr für Popmusik. Mit seinem Chor The 17 besinnt sich Drummond auf die purste Form der Musikerzeugung: Keine Aufnahmen, kein festes Ensemble, nur wenige Tonfolgen und vor allem: Keine Ton- oder Bildaufnahmen. Ende August kommt er mit The 17 erstmals nach Deutschland, für die Aufführung in Oldenburg werden noch Teilnehmer gesucht.
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Walter W. Wacht
Anfang des Jahres klang es noch nach einem guten Gag: Tocotronic sprachen anlässlich ihres aktuellen Albums »Schall & Wahn« alle »Bürgerinnen und Bürger von Entenhausen« mit einem Videogrußwort an. Was man aber im aktuellen »Micky Maus«-Magazins zu sehen bekommt, kann man wohl als feinste Selbstironie und gleichzeitig als Erlebnisbericht der schall- und wahnsinnigen Verkaufsschau in Hamburg verstehen. Donald Duck als ewig glückloser, ewig tobsüchtiger Freund Daisy Ducks, der es das neue Album der Gruppe Monotronic zu kaufen gilt. Im Interview erklären Tocotronic-Bassist Jan Müller und Ehapa-Redakteur Kai Reininghaus, wie es zu der Monotronic-Geschichte kam.
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Walter W. Wacht

Ende letzten Jahres tauchten die gigantischen, von den entsprechenden Arbeiten Gwon Osangs und Bert Simons inspirierten Papierköpfe des Künstlers Eric Testroete zunächst in verschiedenen Blogs auf, im April machte die De:Bug mit einem Design des Kanadiers auf und nun verwenden gleich zwei Musikprojekte die mittels 3D Studio Max, Mudbox 2010 sowie Photoshop erstellten Riesenpapierköpfe. Bei dem einen handelt es sich um die Kollaboration von Kid Cudi, Best Coast und Rostam Batmanglij (Vampire Weekend) für den Schuhhersteller Converse, die andere kommt in Form des Porträts von Marten Laciny alias Marsimoto alias Marteria. Der deutsche Rapper ließ sein Gesicht für das Cover seines neuen Albums »Zum Glück in die Zukunft« in 3D einscannen, ausdrucken und als Maske neu zusammenkleben. In seinem neuen Musikvideo zur Single »Verstrahlt« tauchen die Papiermasken nun nur am Rande auf.
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Walter W. Wacht
Die Frage nach der möglichst unabhängigen Finanzierung von Kulturprodukten ist und bleibt eine drängende: Während Musik- und Filmprojekte immer öfter von großen Markenartiklern unterstützt werden und der Staat seit einer ganzen Weile Geld zur Verfügung stellt, klafft auf der unabhängigen Seite oft ein Loch zwischen Produktionskosteneinsatz und späterem Umsatz bzw. Erlös. Rainer Kirbergs neues Filmprojekt »Das schlafende Mädchen« geht nun einen ähnlichen Weg: Der Verkauf von Filmstills und Fotografien vom Set wird in die Fertigstellung des Films einfließen, die Exponate werden im Rahmen einer Ausstellung in Berlin gezeigt.
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Walter W. Wacht
»Bemerkenswert sind der Ernst, die Liebe und der Argumentationseifer, die Fricke den Objekten der Populärkultur angedeihen lässt«, schrieb Thomas Hübener in Spex #326 anlässlich der posthumen Wiederveröffentlichung der gesammelten Arbeiten des 2007 im Alter von 44 Jahren verstorbenen taz-Kulturchefs Harald Fricke. Am Freitag stellen Frickes Freunde und Herausgeber Bettina Allamoda, Cord Riechelmann, Jens Balzer und Detlef Kuhlbrodt die besten Texte aus dem Buch »Harald Fricke – Texte 1990-2007« (Merve Verlag) in Berlin vor, im Anschluss darf getanzt werden.
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Martha Linz
Letzte Woche stand in der Zeitung, in der taz, um genau zu sein: »Die 80er waren das Jahrzehnt von Pop, die 90er das Jahrzehnt von Rave und Politik, die Nuller das Jahrzehnt von Kunst und Mode.« Vorausgesetzt, das stimmt so: Was werden die Zehner dann für ein Jahrzehnt? Bei der Modemesse Bread & Butter, die wieder vom 7. bis 9. Juli im Berliner Flughafen Tempelhof ihre Zelte aufschlagen wird, gibt man schon eine Antwort: Die Zehner könnten das Jahrzehnt der Kunstmode werden – beziehungsweise der Modekunst.
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Walter W. Wacht

Techno für Kathedralen, so klingt die neueste Behandlung von Pantha du Princes »Welt am Draht«: Anlässlich der laufenden US-Tournee von Hendrik Weber haben Animal Collective Hand an den »Black Noise«-Track gelegt, der Remix ist als kostenloser Download zu haben. Neben einigen Festival-Shows ist Pantha du Prince in Kürze auch im Rahmen der c/o pop zu sehen, dort wird er im Tropenhaus des Kölner Zoos ein Kopfhörer-Konzert spielen.
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Martin Eiberle

Wie stiefmütterlich beziehungsweise hervorragend Serienproduktionen in Deutschland behandelt werden, wurde im ausführlichen Interview des Spex-Serien-Schwerpunkts in Ausgabe Spex #326 nachgezeichnet. Darin wurden mit »Kriminaldauerdienst« und »Im Angesicht des Verbrechens« zuletzt zwei hervorragende Serien als Studien aus der Unterwelt thematisiert. Nun kommt mit »Blutsbrüder« eine weitere vielversprechende und unterhaltsame Webserie hinzu.
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Walter W. Wacht
Ihr neues Musikvideo zu »Glamour Girl« bedient sich der gleichen Prinzipien, die auch den zahllosen »Jackass«-Formaten und Skateboard-›Bail‹-Videos zugrunde liegen: Stürze aus mittlerer Höhe, eine meist scheinbar schmerzhafte Landung, die oft aber gerade noch glimpflich ausging. Der Unterschied: Die Chicks On Speed zeigen keinen Sport oder fügen sich selbst Schaden zu, stattdessen collagieren sie nun für die Neuauflage ihres 1998 erstmals veröffentlichten Songs »Glamour Girl« zahllose Cat-Walk-Aufnahmen von Modeschauen, Miss-Wahlen oder Casting-Shows, in denen junge Damen auf geheiß der Modehäuser auf hohen Absätzen über den Laufweg staksen und schließlich vor der Schwerkfraft kapitulierend zu Boden gehen. Aber es gibt noch weitaus interessantere Neuigkeiten der Chicks On Speed: Von Juni bis August wird man endlich das Ergebnis von Melissa Logans und Alex Murray-Leslies ›Residency‹ im schottischen Dundee sehen können.