Text:
Max Dax
Sie ist ganz klein und zierlich, und man sieht ihr von Angesicht zu Angesicht die 76 Jahre nicht an: Yoko Ono, Konzeptkünstlerin von Weltrang und umstrittene Musikerin, veröffentlicht zum ersten Mal seit 1973 mit »Between My Head and the Sky« ein neues Album ihrer Plastic Ono Band. Diese ist in neuer Besetzung wiederauferstanden. Gemeinsam mit ihrem Sohn Sean Lennon versammelte sie eine Schar toller internationaler Musiker um sich – unter ihnen Cornelius und Erik Friedlander. Ihr eklektischer Pop klingt ebenso gegenwärtig wie relevant. Yoko Onos Timing ist perfekt: Die unermüdliche Kämpferin für den Weltfrieden nahm erst kürzlich auf der Biennale in Venedig neben John Baldessari den Preis für ihr Lebenswerk entgegen.
Erschienen in SPEX #323 11-12.2009 | 07.12.2009 08:15
Text:
Martin Hossbach
Das Kammerflimmer Kollektief spielt am kommenden Freitag im Rahmen der Gruppenausstellung »Je Est Un Autre« in der Berliner Galerie Meyer Riegger. Die Ausstellung zeigt Arbeiten vier zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler – darunter Heike Aumüller, Mitglied des Kammerflimmer Kollektiefs. Im Februar 2010, am Tag des Murmeltiers, erscheint auf Staubgold deren neues Album »Wildling«. Martin Hossbach sprach mit Aumüllers Mann und Kammerflimmer-Kollektief-Mitglied Thomas Weber.
Text:
Jan Kedves
Erst die Blondierung, dann der Durchbruch: Die 23-jährige Stefani Joanne Angelina Germanotta, bekannt als Lady Gaga, straft alle Kritiker Lügen, die die Pleite der Popkultur herbeireden. Die modebewusste Newcomerin hat von ihrem Debütalbum »The Fame« 2,5 Millionen Kopien verkauft und sagt von sich, wenn sie einen Song komponiere, denke sie parallel immer schon an das korrespondierende Outfit. Mitte Juli in Köln: Am Abend wird Lady Gaga im Palladium mit den Stöckeln ihrer Lackpumps auf einem Plexiglaspiano eine Akustikversion ihres Hits »Poker Face« spielen. Vorher sitzt die New Yorkerin im Leopardenblazer auf der Dachterrasse eines Luxushotels und spricht über ihre visuelle Strategie – über Thierry Mugler, Andy Warhol und Jean-Jacques Rousseau. Vor dem strahlenden Blau des Himmels gehen die Kontur ihrer rosagesträhnten Perücke und die Türme des Kölner Doms eine Verbindung seltsam installativen Charakters ein.
Erschienen in SPEX #322 09-10.2009 | 07.09.2009 09:05
Text:
Jan Kedves
Terre Thaemlitz ist Multimedia-Produzent, DJ, Theoretiker und Transgender-Aktivist. Bekannt wurde der Amerikaner um die Jahrtausendwende mit einer Reihe hochgeistiger, durch süffisante Essays begleiteter Konzeptalben (»Die Roboter Rubato«, »Interstices«). Diese erschienen auf Mille Plateaux, dem damaligen Lieblingslabel aller poststrukturalistischen Glitch-Hedonisten. Thaemlitz lebt und arbeitet in Tokio. Dort hat er auch das Album »Midtown 120 Blues« produziert, das im Februar unter Thaemlitz’ Alias DJ Sprinkles erschien und in Spex als »erstes Diskurs-Deep-House-Album aller Zeiten« gefeiert wurde.
Erschienen in SPEX #321 07-08.2009 | 12.08.2009 11:02
Text:
Jan Kedves

Strify, bürgerlicher Name unbekannt, ist Sänger der deutschen Jugendzimmerband Cinema Bizarre. Diese mischt Glamrock-Zitate und melodiösen Gesang mit japanischen Visual-Kei-Looks und wird deswegen häufig mit Tokio Hotel verwechselt. Als Vertreter einer Generation, die von Kindesbeinen an vernetzt war und ganz natürlich von sich sagt, dass sie ihr Selbstbewusstsein über Google gefunden habe, spricht Strify hier über den Auto-Tune-Effekt, Psychoterror in Online-Communities und den nicht digitalisierbaren Rest der Menschheit.
Erschienen in SPEX #321 07-08.2009 | 10.08.2009 10:05
Text:
Martin Hossbach, Max Dax

Sein Blog »Mudd Up!« ist eine der wichtigen Schaltstellen, über welche die Stile der sogenannten World Music mit Pop und Noise-Avantgarde zusammenfinden. Diesen globalistischen Ansatz verfolgt DJ Rupture alias Jace Clayton auch als Produzent. Mixtapes, Alben und Singles des in Brooklyn lebenden Produzenten sind auf Soul Jazz und Tigerbeat 6 erschienen.
Text:
Martin Hossbach, Max Dax

Er lebt ein digitales Doppelleben: Tagsüber ist der Schotte Steve Goodman Doktor der Philosophie und unterrichtet als Dozent an der University of East London Kurse in »Sonischer Kultur«. Nachts ist er Kode 9, bekannter Dubstep-Produzent und Betreiber des Labels Hyperdub. Dort erscheinen unter anderem auch die Produktionen des geheimnisumwitterten Dubstep-Stars Burial.
Erschienen in SPEX #321 07-08.2009 | 27.07.2009 11:19
Text:
Jan Kedves, Philipp Ekardt

In Krisenzeiten verabschieden sich Fischerspooner von der Üppigkeit: keine Millionenvorschüsse einer implodierten Plattenindustrie mehr, aber auch keine neuromantischen Bildexzesse, ebenso kein appropriierter Bombast-Rock-Sound. Stattdessen schalten Casey Spooner und Warren Fischer auf den Anfangsgedanken ihres gemeinsamen Projekts zurück und gehen in die Performance-Offensive – mit Unterstützung der New Yorker Wooster Group, mitsamt Kopfbedeckungen, die wie Weltraumstationen aussehen, und Körperfortsatzkostümen, die vom Bekleidungsdiscounter Target inspiriert sind. Ein Gespräch mit Casey Spooner über das neue Fischerspooner-Album »Entertainment«, über die Arbeit in Musik- und Kunstindustrie, und wie man mit deren Unvereinbarkeit umgeht.
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 08.06.2009 14:30
Text:
Jan Kedves

Berühmt wurde er als der Modefotograf, der zwar keinen Look hat, aber eine »unverwechselbare Haltung zum Sehen«. Im Mode-Interview spricht er über Rassismus und das Internet.
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 27.05.2009 00:00
Text:
Christoph Twickel

Eine multiple Karriere vom Sänger zum Wirt zum Quatschmacher zum Bestseller-Autor kommt zum Vorschein: der 42-Jährige ist ein Meister (fast) aller Disziplinen.
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 22.04.2009 00:00
Text:
Max Dax

Interviews mit ihm haben absoluten Seltenheitswert – umso überraschender seine Zusage mit der Bedingung: Eine Flasche Sekt hatte schön durchgegletschert bereitzustehen.
Erschienen in SPEX #319 03-04.2009 | 18.04.2009 00:00
Text:
Jan Kedves

Wie sich im Internet der Blick auf Mode nicht nur vertrashen, sondern auch intensivieren lässt, führt Scott Schuman seit drei Jahren mit seinem Blog The Sartorialist vor.
Erschienen in SPEX #318 01-02.2009 | 09.02.2009 00:00