Jackson And His Computer Band

Manchmal können Gewitter und heftige Regenschauer mehr als hilfreich sein. Draußen stürmt es, der Donner ist so laut wie schon lange nicht mehr und der Regen prasselt nur so gegen die Fensterscheibe. Drinnen poltert es ganz anders, aus den Boxen nämlich. Jackson Fourgeaud ist beim Einsetzen des ersten Blitzes schon seit 10 Minuten damit beschäftigt, sich selbst als den vermutlich einzigen wahren DJ Shadow-Nachfolger zu präsentieren. Von Track zu Track zieht der so gar nicht französisch klingende Franzose Fourgeaud alias Jackson And His Computer Band die Regler hoch, dreht Knöpfe und jagt Sprachsamples durch die engen Kanäle seiner Sequenzer. Die Beats klingen schmutzig und eckig, teilweise asynchron und zeitlich versetzt: keine Spur von Hochglanzproduktion, die auf Massentauglichkeit abzielt. Die Einflüsse sind schnell benannt: HipHop, LoFi-Elektronik, Funk und Klassik. Zwischen Prefuse 73 und Jamie Lidell, The Tape vs. RQM und Vitalic.
    Weniger schnell ist die mit »Smash« ziemlich treffend betitelte Platte allerdings zugänglich. Die meisten Stücke erfordern Aufmerksamkeit, damit sich ihre Vielschichtigkeit erschließt. Und auch in den eingängigeren Tracks – die brillant gute erste Single »Rock On«, »Fast Life« oder »Tropical Metal« zum Beispiel – behält sich Jackson die Dirtyness vor. In Letzterem zwitschern elektronische Vögel, der Kopf nickt weiter, aber zwischen den Beats kämpfen allerlei Klangfragmente um Aufmerksamkeit. Und dann sind da Stücke wie das von Gedankengängen eines ca. vierjährigen Jungen getragene »Oh Boy« oder das aus 2003 stammende »Utopia«, das Jackson mit Vocals seiner Mutter – Blues-Musikerin Paula Moore – unterlegt hat. Frankreich-House war gestern. So klingt der neue Zeitgeist aus Paris.

LABEL: Warp Records

VERTRIEB: RTD

VÖ: 19.09.2005

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