In Schwarz »Hand In Hand«

Wer sind In Schwarz

In Schwarz sind irgendwie dagegen, irgendwie unbekanntermaßen bekannt und haben jetzt eine erste Single bei Audiolith veröffentlicht.

Neulich auf der Demo. Man marschiert, ruft die Parolen der Vorderleute. Mitgerissen von der Masse, mitgerissen vom Moment. Aber wofür eigentlich? Sicher, gegen das System, das ist so weit klar, aber was noch? Und wer ist die Demonstrantin vor mir? Erlebnisdrang vs nötiger Durchdringung der Unschärfe. Die Hamburger Band In Schwarz hat diese ganz und gar alltägliche Situation ihrer ersten Single »Hand In Hand« festgehalten.

»Schluss mit Diskurs! In Schwarz bringen den Punkrock da hin, wo er hin gehört. Weg aus den Hörsälen und Lesekreisen zurück auf die Straße. Wer nicht hören will, muss fühlen«, meint ihr Label Audiolith dazu und stülpt dem Quartett folgerichtig im Video zum Song die Sturmmasken über. So bleibt vorerst unklar, wer In Schwarz überhaupt sind. Doch statt subtiler Personenkultabwehr à la Cro bis SBTRKT geht es hier wohl eher um das kleine Quentchen mehr Aufmerksamkeit. Der Newsletter der zuständigen PR Agentur nennt In Schwarz etwa eine »vermeintliche Newcomer-Band«, Audiolith selbst blödelte bereits herum, Wladimir Putin selbst habe dem Label den Auftrag zur Bandgründung gegeben.

Es darf also angenommen werden, dass sich hinter In Schwarz bereits etablierte MusikerInnen stecken. Als Indizien für das Ratespiel dienen dabei die Körpergrößen, Bauchumfänge sowie die Stimme des Sängers und die lange Haare der Bassistin(?). Vielleicht handelt es sich ja um eine ähnliche Geschichte, wie bei d.o.c.h., jener fiktiven Punkband, die ebenfalls nur eine Single herausbrachte und hinter der sich Fettes Brot verbargen.

Eine andere Audiolith-Band, Bratze, verabschiedet sich derweil am 3. Oktober mit einem letzten Konzert im Hamburger Uebel & Gefährlich von der Bühne.

Mit dem Thema »Haltung« setzen wir uns aktuell auch in einem Schwerpunkt in der neuen SPEX-Ausgabe auseinander.