„Ich muss Stellung beziehen“: Nick Cave protestiert gegen BDS mit Konzerten in Israel

Nick Cave fotografiert von Nic Shonfeld für SPEX N° 343

Nick Cave hat in der vergangenen Woche zwei Shows in Israel gespielt. Er will sich damit klar gegen die Israel-Boykott-Kampagne BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) positionieren, wie er in einer Pressekonferenz sagte. 

„Brian Eno hat mich vor drei Jahren dazu aufgefordert, eine Anti-Israel-Liste zu unterzeichnen“, erklärte er laut Medienberichten. „Ich habe mich intuitiv dagegen entschieden, diese Liste stinkt zum Himmel.“ Dass Caves letzter Auftritt in Israel zwei Jahrzehnte zurückliegt, begründete er mit seiner mangelnden Bekanntheit in dem Land sowie logistischen Schwierigkeiten. „Aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich wie ein Feigling gefühlt hätte, wenn ich nicht in Tel Aviv aufgetreten wäre“, sagte er weiter. „Ich musste in dieser Sache ganz klar Stellung beziehen. Es gibt zwei Gründe, aus denen ich mich entschieden habe, hier Konzerte zu spielen. Ich liebe das Land und die Israelis. Und ich möchte damit ein Zeichen setzen: Ich akzeptiere niemanden, der Künstler zensiert und mundtot macht.“

Cave folgt damit anderen Popstars wie Madonna, Elton John oder Rihanna, die sich in den letzten Monaten dafür entschieden hatten, Shows in Israel zu spielen. Beim Berliner Popkultur Festival hatte die BDS-Bewegung zuletzt für die Absage zahlreicher Künstler aus arabischen Ländern wie Abu Hajar, Emel Mathlouthi oder Islam Gypsy gesorgt. Weil sich die israelische Botschaft in Berlin mit 500 Euro an den Reisekosten für Künstler beteiligen wollte, hatte das BDS-Netzwerk ihr vorgeworfen, ein „weißgewaschenes, falsches Bild des Staates ‚Israel'“ zu zeichnen. „Die BDS-Kampagne hat immensen Druck auf alle arabischen Künstler*innen in unserem Line-up ausgeübt“, so ein Auszug aus dem offiziellen Statement der Festivalveranstalter Mitte August 2017.

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