Half Japanese „Why Not?“ / Review

Neues von den anderen alten Nörglern der Rockmusik: Half Japanese bleiben auf ihrem circa 17. Album sowohl klanglich als auch textlich blumiger als The Fall.

„Don’t be afraid to take a look“, singt Half-Japanese-Mann Jad Fair in The Future Is Ours. Enden lässt er den kurzen Song mit den Worten „Yes we can“. Der Sound mäandert zwischen reduzierten Doors, dreckigen Feelies und poppigen Velvet Underground, deren Schlagzeugerin Moe Tucker einst ein Album von Fairs (Pseudo-)Band produzierte. Half Japanese sind bis heute der Prototyp einer Indiegruppe, die nie kommerziellen Erfolg hatte und sich doch einschrieb in den Kanon des US-Alternative. Fair, das launische Mastermind aus Austin, macht einfach weiter, dieses Mal mit John Sluggett, Gilles-Vincent Rieder, Mick Hobbs und Jason Willett. Wobei sich Why Not? bestens für Neueinsteigende eignet, die nicht zwingend zu den Fans des Dauerprojekts Half Japanese gehören.

Ebenso fluffig wie scheppernd

Das ungefähr 17. Album von Fair und Co. gibt sich in Fragesongs wie „Why Not?“ und „Why’d They Do It?“ ebenso fluffig wie scheppernd. In den schönsten Momenten durchbricht charmante Varianz die sonst eher stoische Repetition: Fair singt dann schief, der Klang eines Cellos leuchtet auf, Orgeln und Bläser machen behutsame Andeutungen. Was nicht heißt, dass die Welt bei Half Japanese in Ordnung wäre. Die Zeit sei gekommen für Unglück und alles, was schieflaufen kann, spricht Fair etwa nölig-angenervt in „The Face“, bevor die Gitarre dazwischen kracht. Trotzdem bleiben Half Japanese sowohl klanglich als auch textlich blumiger als The Fall, die anderen alten Nörgler der Rockmusik. So kann man auch nach 40 Jahren Bandgeschichte noch zum neuen Fan werden, mit der Band zurückblicken, nach vorne schauen und fragen: Why Not?

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