Goose

Da macht die Gastgeberin aber große Augen: Die viel zu spät angekommenen Gäste präsentieren sich Halloween-kostümiert zwischen Deichkind und betrunken dekoriert, tauchen unvermittelt aus einer riesigen Kunstnebelwolke auf und fraglich bleibt auch über das Video hinaus, warum man eigentlich zu viert bei einer Frau landen möchte. Aber dazu gleich mehr.

Dass wohlbudgetierte Musikvideos auch mal nach hinten losgehen können kann man eindrucksvoll in vorliegendem Video sehen: Die Pariser Regisseure Martial Schmeltz und Jérémie Rozan (Surface2Air) hatten ihren Durchbruch mit dem Video zu »Never Be Alone«/»We Are Your Friends«, jenem Justice-Remix, der ihnen im vergangenen Jahr nicht nur den MTV Europe Awards für das beste Video, sondern auch einen äußerst peinlichen On-Stage-Rüffel seitens Kanye Wests einbrachte. Offenbar nachhaltig inspiriert von der kommerziell erfolgreichen Amok-Party-Ästhetik wirkt so auch das Video zur neuen Single »Bring It On« der belgischen Soulwax-Derivat-Band Goose.

Dessen Geschichte ist schnell erzählt: Vier junge Partygänger ohne Kostüm (hier: Goose themselve) schnappen sich Kleister zwecks Selbstbeklebung, springen über Hecken und Zäune, randalieren durch die Nachbarschaft und schlagen schlußendlich als radikal kostümierte Styler auf der Party auf. Das größtenteils im Studio und unter künstlichem Mondlicht, mit künstlichem Nebel, künstlicher Entschleunigung (Slow-Motion als allgegenwärtiges Stilmittel) und künstlicher Ekstase gedrehte Video schafft es so mit einer angenehm uninspirierten Geschichte bis zur letzten Sekunde langweilig zu bleiben.

Dann doch allemal lieber die Vorlage.

VIDEO: Goose – Bring It On (Video)

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