Franz & Shape

War da nicht mal was? Electroclash oder so? Merkwürdigerweise ist diese ganze pink-schwarze, im kühlen Rhythmus der Maschinen surrende Angelegenheit immer noch nicht gegessen. Hinter Franz & Shape stecken der DJ und Produzent Francesco Spazzoli und der Toningenieur Chris Shape, beide Herren kommen aus Italien und hatten den begrenzt berauschenden Einfall, jetzt mal so 80er-mäßig New Wave, ein bisschen Disco, Goth-Kram und die fette Attitüde von Rock’n’Roll zusammenzuschmeißen. Das Ergebnis ist ein düster und sleazy gemeintes Album, das bei entsprechender Lautstärke zwar kickt und auch im Club und unter entsprechenden Rauschzuständen »funktionieren« dürfte, letztendlich aber bloß vorlebt, wie ein trauriges Stelldichein von Fischerspooner minus Humorverständnis und Black Strobe ohne Ideen denn wohl klingen könnte. Die Synthies rocken einem plump ins Gesicht, böse grollt der Bass, der praktisch nicht vorhandene Abwechslungsreichtum soll anscheinend durch einen Aufmarsch von Gästen kompensiert werden. Unter anderem mit dabei im Darkroom: Mount Sims und David Carreta, man kennt beide ja in erster Linie von Hells Gigolo-Imprint, wo auch Franz & Shape in ästhetischer Hinsicht ganz gut aufgehoben wären, wenn nur ein Funken Ironie in ihnen schlummern würde, oder auch Dirk Da Davo von den belgischen Veteranen Neon Judgement, die sicherlich als Vorbilder der beiden Italiener gelten dürfen. Auf dieser mäßig inspirierten und von unangenehmer Ernsthaftigkeit durchzogenen Platte können einzig der wunderbare Chelonis R. Jones und Gerhard Potuznik alias GD Luxxe ein paar gute Momente retten. Wie man ein doch recht ausgelutschtes Genre heutzutage noch angemessen ausschlachten kann, machen aktuell die australischen Presets um Ecken überzeugender vor.

LABEL: Relish

VERTRIEB: SonyBMG

VÖ: 09.02.2007

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