Feine Sahne Fischfilet: Sänger Jan „Monchi“ Gorkow freigesprochen

Foto: Andreas Hornoff

Ende einer Farce: Der Feine-Sahne-Fischfilet-Sänger wurde vom Amtsgericht Güstrow freigesprochen. Der Vorwurf des Landfriedensbruchs konnte nicht bewiesen werden, in der Verhandlung verstrickten sich zwei Belastungszeugen in Widersprüche.

Gute Nachrichten aus dem Kreis Rostock: Am Morgen wurde Jan „Monchi“ Gorkow, Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet, vom Amtsgericht der Kleinstadt Güstrow freigesprochen. Der Vorwurf des Landfriendensbruchs konnte laut des Gerichtes weder bei Gorkow, noch bei zwei Mitangeklagten bewiesen werden. Derweil verstrickten sich zwei belastende Zeugen vor Gericht in widersprüchliche Aussagen. Wie der NDR berichtet, konnte sich einer beiden Polizisten an keine Gewalttaten der drei Angeklagten erinnern. Ein zweiter, der zuvor ausgesagt hatte, Gorkow beim Werfen eines Stuhles beobachtet zu haben, wollte sich plötzlich nicht mehr an Details erinnern und verstrickte sich zudem in unlogischen Detailaussagen.

Ausgangspunkt des Verfahrens war eine selbstorganisierte, genehmigte Kundgebung einer Gruppe von Geflüchteten in Güstrow, die vor gut zwei Jahren stattgefunden hatte. Als diese von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen wurde, stellten sich einige anwesende Menschen zwischen die Angreifer und die Demonstranten. Die anwesenden Polizisten zeigten sich überfordert und versäumten es, die Kundgebung zu schützen. Obwohl der Angriff mittels reichlich Bildmaterial dokumentiert wurde, stellte die Polizei zunächst die Ermittlungen gegen die rechten Angreifer ein. Stattdessen wurden einige der Anwesenden angeklagt, die schützend eingegriffen hatten. Darunter auch Sänger Gorkow.

Angesichts der absurden Anschuldigung des Landfriedensbruchs und der dünnen Beweislage kritisierte Gorkows Verteidigung trotz des positiven Ausgangs die Staatsanwaltschaft, die trotz gegenteiliger Beweise eine Anklage forciert hatte. Diese kündigte hingegen kürzlich an, nun doch gegen die rechtsextremistischen Angreifer vorgehen zu wollen.

Feine Sahne Fischfilet dürfte sich hingegen (einmal mehr) über die unfreiwillige Promotion ihrer neuen Albums durch die Staatsmacht freuen. Sturm & Dreck erscheint am 12. Januar bei Audiolith.

 

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