Digitale Zeitformen: MaerzMusik – Festival für Zeitfragen

Foto: Yesterday Tomorrow von Maria Baranova

Das Festival MaerzMusik versteht sich als Ort für künstlerische Erfahrungen, für Begegnungen und das gemeinsame Nachdenken über den Umgang mit Zeit. Entwickelt aus der Perspektive des Hörens, öffnet das Festival einen Raum, in dem Leben und Kunst, Erlebnis und Reflexion konvergieren können. Ab dem 11. März imaginiert die zweite Ausgabe das digitale Universum als Geburtsort neuer Zeitformen.

Was geschieht mit unserer Zeit? Diese Frage erhält im Licht des digitalen Zeitalters eine neue Färbung. Im Rahmen der zweiten Ausgabe des MaerzMusik Festivals setzt der künstlerische Leiter Berno Odo Polzer die Beschäftigung mit dem Phänomen Zeit als zentrale künstlerische und gesellschaftspolitische Kategorie der Gegenwart fort. Vom 11. bis zum 20. März werden Konzerte, Installationen und Performances mit Kunst und aktuellen Diskursen aus den Bereichen Philosophie, Ökonomie, Politik- und Sozialwissenschaften verbunden.

Marino FormentiFoto: Marino Formenti von Sascha Osaka

Eine Reihe von Projekten schafft Raum für die ganz eigene Zeitrechnung der Musik, die sich der Beschleunigung und Standardisierung entzieht. Eröffnet wird das Festival im Haus der Berliner Festspiele mit dem Projekt time to gather des italienischen Pianisten Marino Formenti. Das etwa vierstündige Solokonzert, dessen Programmabfolge erst während der Aufführung entsteht, schafft einen freien, persönlichen Erfahrungs- und Begegnungsraum, in dem Musik aus sieben Jahrhunderten erklingt.

The Long NowFoto: The Long Now von Camille Blake

Zwei weitere Projekte ermöglichen andere Formen der Wahrnehmung und Begegnung: The Long Now im Kraftwerk Berlin wird als 30-stündige Komposition aus Konzerten, Performances, Installationen und elektronischen Live-Acts präsentiert. Mit der begehbaren Rauminstallation alif::split of the wall des Zafraan Ensembles und der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota entsteht ein Konzertexperiment zwischen Bildender Kunst, Performance und Musik.

Yesterday Tomorrow IIFoto: Yesterday Tomorrow von Maria Baranova

Zwischen den Beatles und einem Broadway-Musical liegen Welten, aber was liegt zwischen »Yesterday« und »Tomorrow«, zwischen dem bekanntesten Beatles-Song und dem Hit aus dem Musical Annie? Annie Dorsen macht aus dieser Lücke eine aufregende Reise: Für Yesterday Tomorrow hat sie einen Computer-Algorithmus entwickelt, der den Weg von einem Song zum anderen in Echtzeit komponiert und die Partitur an die vom Blatt singenden Performer auf der Bühne weitergibt.

Ensemblekollektiv BerlinFoto: Ensemblekollektiv Berlin von Andy Rumball

Und schließlich steht das MaerzMusik Festival 2016 im Zeichen aktueller kompositorischer Positionen. In zwei Konzertprojekten mit dem Plus-Minus Ensemble und dem Ensemblekollektiv Berlin werden neue Arbeiten von Joanna Bailie, Matthew Shlomowitz, Alexander Schubert, Eduardo Moguillansky und Timothy McCormack vorgestellt. MaerzMusik präsentiert künstlerische und musikalische Formate, in denen sich Zeit selbst – und mit ihr andere Formen der Wahrnehmung und der Begegnung – entfalten kann.

MaerzMusik Festival 2016
11. – 20. März
Berlin – diverse Venues
Alle Informationen gibt es hier.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here