Der Spextrakt vom 5. Oktober 2009

Die Riesen im Archiv – – – Dizzee mit Sneaker-Kollabo – – – Dylan mit Bank-Kollabo – – – Banhart mit möglicher GZA-Kollabo – – – Massive Attack mit möglicher Burial-Kollabo – – – Ein Einblick auf die »iTunes LP« – – – Kein Einblick in die MySpace-Upload-Politik – – –  Im Stream: Ein Sampler von Urban Outfitters – – – Ein Album von Kyp Malone – – – Der Spextrakt.

  • TV: Royal de Luxe – Die Riesen in Berlin
    Am vergangenen Wochenende war Mauerfall, beziehungsweise das 20. Jubiläum dazu. Der französische Regisseur und Künstler Jean Luc Courcoult ließ dazu zwei – im wahrsten Sinne des Wortes – halbautomatisierte Riesen samt Liliputanern in Berlin aufmarschieren, im Online-Archiv von arte lässt sich der interessante Beitrag noch bis Ende dieser Woche nachsehen.
  • INDUSTRIE: Dizzee Rascal’s Nike Air Max 90 Tongue N’ Cheek
    Marken-Kollaboration, die erste: Gemeinsam mit dem 7-Digital Kreativdirektor Ben Drury hat Dizzee Rascal einen Nike-Sneaker gestaltet bzw. mit dem Schriftzug seines neuen Albums versehen – in Lodon ist das stark limitierte Ding natürlich schon längst wieder ausverkauft.
  • INDUSTRIE: Bob Dylan and Citigroup? New album released early to Citibank customers
    Marken-Kollaboration, die zweite: Die Nachricht geistert bereits seit einigen Tagen durch die amerikanischen Medien, das neue Bob-Dylan-Charity-Album »Christmas in the Heart« wird vorab exklusiv an Kunden der Citibank ausgeliefert. Eine Woche vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin Mitte Oktober sollen die Kunden des Citibank-Bonus-Programms das Album bereits als MP3 herunterladen können. Gute PR für die unter der Finanzkrise ›leidende‹ Citibank, eher schlechte PR für Bob Dylan, der nach Reklame für das Wäsche-Unternehmen Victoria’s Secret und den Autobauer Chevrolet nun eben die Produkte einer Bank mitbewirbt.
  • MUSIK: Devendra Banhart talks potential new album with Wu-Tang Clan’s GZA
    Mögliche Musik-Kollaboration, die erste: In einem Interview mit dem »Paste Magazine« erzählte Devendra Banhart plötzlich von einer möglichen Zusammenarbeit mit dem Wu-Tang-Clan-Rapper GZA. »I played Coachella (Festival) and (…) there was GZA. I was stunned. We hung out and talked – we talked about atomic energy and how the sun is powered. We talked about dark matter. Then I sent him my catalog. And he said ›Hey man, will you write some stuff? Let’s write together.‹« Ob oder wann es tatsächlich zu diesem Projekt kommen könnte, ist derzeit noch absolut unklar, sehr schön ist allerdings Banharts entwaffnender, gleichsam bewundernswerter Einwurf: »You can’t fuck with the GZA.« Vielleicht hatte Jay-Z ja eine Kollaboration wie diese im Sinn, als er kürzlich anlässlich des Erfolgs von Grizzly Bear bemerkte, dass »Indie-Rock den Hiphop weiter pushen« werde.
  • MUSIK: Massive Attack to work with Burial
    Mögliche Musik-Kollaboration, die zweite: Gegenüber ClashMusic.com soll Massive-Attack-Vokalist Daddy G angedeutet haben, dass uns eine Zusammenarbeit zwischen dem Londoner Dubstep-Wunderknapen Burial und Massive Attack ins Haus stehen könnte. Im O-Ton liest sich das wie folgt: »What the plan is … you know that ›(Massive Attack vs.) Mad Professor – No Protection‹ record that we did? Essentially trying to get that together, where Burial essentially remixes quite a lot of the new tracks. Brings out a different version of quite a lot of the tracks that we’ve done.« Eine Burial-Remix-Sammlung von Mad Professor/Massive Attack-Remixes? Es wäre der Knüller. Da die halbe Welt aber immer noch vergeblich auf Burials seit rund einem Jahr angekündigte DJ-Kicks-Compilation wartet, darf man dies aber wohl erst einmal weit hinten in der Prioritäten-Liste setzen.
  • DIGITAL: A peek inside an iTunes LP file
    Es ist ein wenig geekig, gleichzeitig aber für Musiker, Labelmacher oder Vertriebe durchaus interessant: »Wie funktioniert eigentlich Apples neuestes Verkaufsformat«, die »iTunes LP«, fragte sich die Technik-Seite Ars Technica? In einem längeren Artikel wurde nun das Dateiformat sowie die Programmierung des Formats aufgedröselt, den Beispielen lagen zwei der derzeit wenigen »iTunes Lps« zugrunde: Eine der Doors sowie eine der The Dave Matthew’s Band. Jeff Smykill kommt für Ars Technica zu dem Schluss: Komplizierte Anwendungen brauchen viel Erfahrung, im Falle einer langweiligen Digital-LP wie die der Doors müsse man sich hingegen nur ein wenig im Code umsehen, um das Prinzip zu verstehen.
  • DIGITAL: Downloads and the Featured Artists Coalition
    Nachschub zur britischen Künstlerinitiative FAC und den kritischen Urheberrechtsfragen, diesmal: MySpace. Die Managerin des britischen musikers Edwyn Collins (u.a. Orange Juice) fragt sich in einem öffentlichen MySpace-Blog-Post, warum dieser ein Lied, an dem er alle Rechte besitzt, nicht bei MySpace hochladen bzw. anbieten darf. (Link eingereicht von Oliver Meyer)
  • STREAM: Urban Outfitters – lstn02
    Als ›extended Mix‹ von Textil-Ketten wie American Apparel könnte man auch Urban Outfitters bezeichnen. In Hamburg betreibt das amerikanische Unternehmen eine seiner zahlreichen weltweit verstreuten Filialen, auch hier wurde die Subkultur oder zumindest deren Fans als Großteil der Klientel erkannt – nur werden hier neben Klamotten auch Accessoires, Einrichtungsgegenstände und Musik auf Vinyl und CD verkauft. Zum zweiten Mal hat Urban Outfitters nun eine Online-Compilation als Stream in Netz gestellt, die mit Künstler-Namen wie Jeremy Jay, Zomby, Bat For Lashes, Sebastien Tellier, Jenny Lewis, Phoenix, DataRock und vielen anderen einen Überblick über das entsprechende Textil- und Zubehör-Sortiment von Urban Outfitters gibt. (Link eingereicht von Christoph Voy)
  • STREAM: Rain Machine – Rain Machine
    Kyp Malone ist sicherlich bekannter als Gitarrist und Sänger bei TV On The Radio, soeben hat er auf Anti Records sein neues Solo-Projekt vorgestellt. Unter dem Namen Rain Machine versammelt Malone Stücke, die bis ins Jahr 2000 zurückreichen, also noch vor jene Zeit, in der er mit TV On The Radio den Begriff von ›Blackness‹ in Frage zu stellen begann. Das gesamte Album lässt sich nun im Stream hören.

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.

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