Jazz-Revolutionäre auf kultureller Odyssee

Im Windschatten von Sun Ras afrofuturistischer Jazz-Revolution der frühen Siebziger Jahre waren The Pyramids das wohl mysteriöseste unter den Kollektiven, die außer den Grenzen der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten auch neue Formen des Zusammenlebens ausloteten. Gegründet wurde die Band 1971 am Antioch College in Yellow Springs, Ohio, einer notorischen Brutstätte radikalen Gedankenguts in der sonst so biederen amerikanischen Provinz. Mit Hilfe eines Stipendiums brach die Gruppe um den ruhelosen Saxophonisten Idris Ackamoor zu einer »kulturellen Odysse« nach Europa und Afrika auf, wo sie im Zusammenspiel mit lokalen Musikern die Wurzeln der afroamerikanischen Kulltur erforschte und, wie zum Beispiel in Ghana, vorübergehend in ländlichen Kommunen lebte. Die Erfahrungen dieser Reise resultierten in einer Mischung aus hymnischen Saxophonimprovisationen und ungezügelten Trommel-Freakouts – einer Musik, die gleichzeitig nach Amerika, Europa und Afrika klang.

    Innerhalb von fünf Jahren nahmen The Pyramids drei Studioalben auf, die sie selbst in Kleinstauflage veröffentlichten, bevor sich die Mitglieder 1977 in alle Winde verstreuten. Als das kleine Chicagoer Label Ikef Records die Platten 2007 als CDs neu auflegte, fand auch die Band nach dreißig Jahren wieder zu einem Reunion-Konzert in San Francisco zusammen. Im Rahmen ihrer Europa-Tournee macht das Kollektiv nun auch für Konzerte in Frankfurt, Berlin, München und Hamburg Station.


VIDEO: The Pyramids – Intoduction

Spex präsentiert The Pyramids live:
27.11. Frankfurt – Brotfabrik
28.11. Berlin – Volksbühne
30.11. München – Rote Sonne
09.12. Hamburg – Kampnagel

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