BOY »We Were Here« / Review

Der Alltag, das Altbekannte und die Schönheit darin. Boy gehen zu Hause auf Entdeckungsreise.

Nach langem Warten sind Boy mit ihrem zweiten Album We Were Here zurück. Mit dem Sommerhit »Little Numbers« schaffte es das deutsch-schweizerische Duo 2011 nicht nur in die Charts seiner Heimatländer, sondern knackte etwas später auch die Top Ten in Japan. Boys Debütalbum Mutual Friends war ein großer Erfolg und wurde schließlich vergoldet. In der Folge füllten Valeksa Steiner und Sonja Glass Konzerthallen in Europa, Nordamerika und Fernost.

Boy erzählen von den ganz besonderen Momenten, die einem niemand nehmen kann. Immer wieder schaffen sie es, in ihren Songs die wunderschöne Melancholie einzufangen, die solche Augenblicke umgibt. Genau das ist ihre Stärke: das Halten der Balance zwischen Glück und Melancholie, zwischen Langsamem und Schnellem, zwischen Akustikelementen und Synthiesounds. Ihre Lieder sind malerisch, schon die allererste Zeile auf We Were Here »We walked these streets like kings« zeichnet ein ganzes Stimmungsbild und bietet den richtigen Einstieg, um durch die Stadt zu laufen und die Straßen zum Singen zu bringen.

»Hit My Heart« thematisiert die heutige Social-Media-Kultur, »Hotel« erzählt vom süßen Luxusproblem einsamer Momente in einem Hotelzimmer, in »New York« geht es um die Schönheit des Altbekannten, das die Band selbst nach einer kurzen Zeit des Zweifels wiederentdeckte: Eine Weile lang dachten die Beiden, sie müssten sich ihre Inspiration in der Ferne holen, in einer Metropole wie New York eben, ehe sie bemerkten, dass Hamburg, die Heimatstadt von Bassistin Glass, auch genug zu bieten hat. Kurz gesagt: Das Alltägliche ist das große Thema dieser Platte, die damit allen die Möglichkeit bietet, sich irgendwo auf ihr wiederzufinden.

Auch in musikalischer Hinsicht dominiert das Schlicht-Schöne, das Boy in einer anregenden Mischung auf den Punkt gebracht haben: »Fear« ist lebendig, »Into The Wild« ist ruhig, der erstmalig im Duett gesungene Song »Flames« funkelt melancholisch. Und in all dem steckt viel Leben, viel Gefühl.

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