Stefan Trockel
Kommentare von Stefan Trockel:
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Ja, Panik
04.08.2009 19:42
Nicht nur im redaktionellen Alltag werden wir von Mittelmaß überschwemmt. Mittelmaß ist leider Konsens. Ich würde aber nicht so weit gehen, der „normalen“ Rockband gleich Mittelmäßigkeit zu unterstellen. Mit „normal“ ziele ich in diesem Kontext ja lediglich auf solche Bands ab, die ihre Musik für sich sprechen lassen. Natürlich gehört Imagebildung auch dazu, aber Bands wie z.B. TV on the Radio, Phoenix, Grizzly Bear oder The Thermals schaffen es meines Wissens aus der Masse hervorzustehen, ohne sich durch selbsterklärendes Dozieren wichtig zu machen. Selbst wenn dieses Manifest spitzbubisch/ironisch zu verstehen ist, bleibt es ein mit üblem Beigeschmack behafteter Versuch, eine Band (mit nach meinem persönlichen Empfinden durchschnittlicher Musik) in den Fokus der Musikredakteure zu rücken. Das ist dann schon fast vergleichbar mit (nur leider nicht so putzig wie) Bonos Gutmenschentum, das wir lächelnd zur Kenntnis nehmen. Vielleicht müssen Ja, Panik einfach noch mehr üben und es so vielleicht schaffen, all ihre gar nicht blöden Gedanken in ihrem Werk unterzubringen? Ich klopf auf Holz...
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Ja, Panik
04.08.2009 11:58
Warum nur? Ist es die Angst, dass man nur als Nischenpopband wahrgenommen und der ganze Gehirnschmalz, den man in die Texte gesteckt hat keinen Abnehmer findet? Muss wirklich auch der letzte merken, dass man „mehr“ ist, als eine "normale" Rockband? Ja, reicht es nicht eine Rockband zu sein? Wer auf gesellschaftliche Affirmation der Art „Du bist schlau und fleißig? – Hier ist dein Doktorhut“ nicht verzichten kann, sollte weniger Zeit im Proberaum und mehr in der Uni verbringen. Dort findet auch die verklausulierte und Bedeutsamkeit suggerierende Ausdrucksweise ihre dankbaren Abnehmer. Ausführungen der vorliegenden Art erwecken sehr schnell den Eindruck, man habe ein Problem damit, in die „Biographische Falle“ Musikbiz geraten zu sein, anstatt „was Ordentliches“ gelernt zu haben. Oder ist es die Angst, das, was man sich „dabei gedacht hat“, könne womöglich nicht beim Hörer ankommen? Wo ist das Selbstbewusstsein, nicht jeden Witz erklären zu müssen? Wenn der Depp nicht lacht ist’s doch auch in Ordnung! Ist die Aussagekraft von Kunst (und darunter wollen wir Musik mal wohlwollend fassen) nicht im Werk selbst zu suchen, und eben nicht in den Ausführungen der Künstler? Wer möchte sich schon die schöne subjektiv-konstruierte Bedeutung eines Bildes/Buchs/Theater- oder Musikstücks durch die meist von Selbstvermarktung, Überschätzung oder Koketterie getränkten Ausführungen des Urhebers zerstören lassen? P.S.: Inhaltlich will ich ja gar nicht mal widersprechen…
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