Author: Michael Lutz Page 1 of 15

Kimya Dawson auf Tour

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Soloalbum folgt auf Soloalbum, dem Semilegendenstatus der ihrer Band Moldy Peaches setzt Sängerin Kimya Dawson die demonstrativ ausgestellte Verletztlichkeit und chaotische Anekdoten entgegen. Ab heute befindet sie sich damit auf Deutschlandtour.

Auf der Schweineweide

puch-plakate-collageIn Puch ist die Welt noch ein Dorf – eines aber, das seit über 20 Jahren einem kleinen, äußerst feinen Open Air seinen Namen gibt. Dieses Mal sind am 23. Juli unter anderen 13 & God, Mutter, MEN und 1000 Robota zu sehen. UPDATE: Wegen des schlechten Wetters wird das Festival unter das Dach des Feierwerks in München verlegt!

Review: Wild Beasts Smother

wild-beasts-smother-album-cover»I took the lion’s share / Just cause I knew it was there«. Hayden Thorpe singt diese Zeilen nicht, er atmet sie. Er haucht und heult sie, er entbindet sie geradezu wie einen Fremdkörper. Das Stück Lion’s Share, mit dem die dritte Wild-Beasts-LP beginnt, wirkt wie ein Mordgeständnis; es ist ein grausiges Gedicht über pathologische Geilheit, Machtgier und verlorene Beherrschung.

Beans

Beans End It All Tonträger Spex #331Seit seinem Solodebüt »Tomorrow Right Now« aus dem Jahr 2003 gilt der New Yorker MC Beans als Meister der Akkumulation von Stilen. Anders als in seiner Arbeit mit High Priest, M. Sayyid und Earl Blaize, dem zwischenzeitlich wiedervereinigten Antipop Consortium, sind seine Solotracks nicht selten eine Hommage an legendäre Gerätschaften der Achtziger wie die Roland TR-808-Drum-Machine. Gleichzeitig baut Beans diese trockenen Rhythmen aber mit synthetischem Programming aus, das in den Nullerjahren insbesondere für das Label Warp, bei dem fast alle bisherigen Beans- und Antipop-Alben erschienen, charakteristisch wurde.

Von Ayler bis Zappa

Musik-Film-Festival 2011 Berlin Spex präsentiertDer Zufall spielt wie immer mit – zum Beispiel bei Jean-Luc Godard, der 1968 eigentlich einen Protestfilm über englische Abtreibungsgesetze drehen wollte, letzten Endes aber den Rolling Stones im Studio über die Schulter guckte. In »One plus One« dokumentiert er neben der Entstehung der Hymne »Sympathy for the Devil« gleichermaßen die Jugend beim Parolensprühen (»Cinemarx«) und die Entstehung der Black-Power-Bewegung, hier nachgestellt auf einem Autofriedhof. Beim Berliner Musik-Film-Marathon werden über zwei Wochen hinweg weitere vierzig ähnlich beeindruckende Filme gezeigt, die verdeutlichen, welche gesellschaftlich-kulturellen Impulse durch das Medium Musikfilm eingefangen werden können. Am 30. März steht zudem ein von dem früheren Spex-Chefredakteur Max Dax und Spex-Musikvideoblogger Moritz Schmall kuratierter Musikvideo-Abend auf dem Programm.

Wille zum Wahnsinn

Bonaparte Jason Forrest Wir sind keine Menschen VideoMit schweißtreibendem Einsatz domptiert Tobias Jundt sein in Anzahl und Form ständig changierendes Kollektiv über die Bühnen des Landes. Moment mal, ›sein‹ Kollektiv? Jawoll, denn Jundt bezeichnet sich selbst als »verantwortungsbewussten Diktator« – ein Widerspruch, der für den Bonaparte-Vorstand allerdings gar keiner ist. Denn es gibt in dieser Band weder Ideal noch Demokratie, dafür aber einen unbezwingbaren Willen zum Wahnsinn und jede Menge bunter Zirkusgarderobe. Im April kann man sie ein letzte Mal mit dem Album »My Horse Likes You« live sehen.

Radikal manipuliert

Seefeel Live Spex präsentiertFünfzehn Jahre nach ihrem letzten Album kommen die mysteriösen Seefeel zurück. Als klassische Bandformation besetzte das britische Quartett Anfang der Neunziger die Schnittstelle zwischen Shoegaze und IDM – und produzierte einen weltentrückten Soundbrei, der so visionär klang, dass sich noch heute viele elektronische Acts davon inspirieren lassen. Spex präsentiert Seefeel nun mit ihrem selbstbetitelten Comeback-Album Live in Köln und Berlin.

Raffiniert ausdifferenziert

Spex präsentiert A Hawk And A Hacksaw LiveJeremy Barnes kennt man noch als Drummer der Indierock-Legende Neutral Milk Hotel. Inzwischen arbeitet er mit der Violinistin Heather Trost an einem Sound, der die Folklore des Balkans in den westlichen Pop überführt. Während Zach Condon alias Beirut mit ähnlichem Rezept den Durchbruch schaffte, scheinen A Hawk And A Hacksaw der ewige Geheimtipp zu bleiben. Zu Unrecht, denn sie haben nicht unwesentlichen Anteil daran, dass es im weiten Feld des Global Pop raffinierte Ausdifferenzierungen gibt. Mit ihrem neuen Album »Cervantine« kommen sie nun präsentiert von Spex nach Deutschland.

Komplexe Strukturen als gemeinsamer Nenner

Spex präsentiert das Polyhymnia Festival 2011Krautrock hat in den Rockspielarten der letzten Jahre ein bemerkenswertes Revival erlebt. An Bands wie !!!, Holy Fuck oder Beak> ließ sich beobachten, wie diese Jahrzehnte alte Musik neu adaptiert und in einen modernen Kontext gestellt wurde. Eine Veranstaltung wie das Polyhymnia Festival, bei dem der sogenannte Neo-Krautrock im Mittelpunkt steht, hat also durchaus seine Berechtigung.

Rauschhafte Improvisation

Spex präsentiert Live Berghain Lux Aeterna FestivalDer Untertitel des Lux Aeterna-Festivals – »The Transcendence of Music« – zeigt an, worum es hier geht: um die Überschreitung des Beobachtbaren, um den emotionalen, mit Sprache nicht fassbaren Moment. Wir haben es hier also mit einer Veranstaltung zu tun, die sich gegen alltägliche Limitierungen stemmt, und das finden wir doch begrüßenswert.

Für Punk völlig untypisch

Wire Live Spex präsentiertSobald irgendwo eine trockene Fuzz-Gitarre erklingt, denkt man sofort an Wire. Die Briten sind mittlerweile seit über dreißig Jahren im Geschäft, doch ihr Einfluss auf die aktuelle Gitarrenmusik ist immer noch ungebrochen. Punk, Post-Punk und alle dazugehörigen Alternativen stecken in ihrem oft kopierten Sound, der seit dem sagenhaften Debüt »Pink Flag« nie seine Handschrift verloren hat. Ende Februar kommen sie auf Tour, ihr neues Album »Red Barked Tree« kann man im Stream hören.

Auf Hypnose abzielender Proto-Techno

Konono Nr. 1 Live Spex präsentiertDer Daumenklavier-Virtuose und LKW-Fahrer Mingiedi Mawangu gründete Konono N° 1 bereits vor über 40 Jahren und sieht sich seitdem immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob er damals mit dem kongolesischen Oktett den seinerzeit aufblühenden deutschen Krautrock nachspielen wollte. Absurd! Im Februar und März kommt das auf Trommeln aus Schrottteilen und einer Backline aus Bahnhofslautsprechern spielende Kollektiv aus Kinshasa präsentiert von Spex nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, in Berlin werden sie zudem von Shackleton und Mark Ernestus begleitet.