SPEX N°336: We Had A Dream

SPEX N°346, die Juli/August-Ausgabe 2013, – inklusive der SPEX CD 110 mit zwölf Titeln – ist ab Donnerstag, dem 27. Juni 2013, im Zeitschriftenhandel erhältlich. Lesen Sie hier das Editorial zur Ausgabe. Die aktuellen Aboprämien finden sich ab Dienstag hier. Weitere Informationen, Ergänzungen sowie ausgewählte Texte folgen in Kürze auf www.spex.de.

TITEL

50 JAHRE »I HAVE A DREAM« Von King zu Bling
Zum 50. Jubiläum von Martin Luther Kings legendärer »I Have A Dream«-Rede verdichten wir die Geschichte afroamerikanischer Musik zu einer Genealogie der Selbstermächtigung. Von Curtis Mayfield bis Kanye West, Monticello bis Atlanta, Detroit bis L.A. und New York stellt sich immer wieder eine Frage: Wie viel von Dr. Kings Vision ist im sogenannten Post Racial America Barack Obamas tatsächlich angekommen? Eine Spurensuche.
SKLAVE DER GESCHICHTE Was ist der wahre amerikanische Traum?
TEXT: Steven Lee Beeber
Thomas Jefferson verfasste im Wesentlichen die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, doch es war ein Schwarzer, der sie mit Inhalt füllte: Dr. Martin Luther King. Eine tollkühne Vision, die der Bürgerrechtler mit seinem Leben bezahlte.
WIR HATTEN EINEN TRAUM Von Integration-Hipness bis Gangster-Ökonomie
TEXT: Klaus Walter
Schwarze Musik und ihre Inhalte waren stets ein Spiegel des Status Quo in Black America. Die Sprache und die Wahl der musikalischen Mittel durchliefen mit den Jahren einen Radikalisierungsprozess. Kein Wunder: Im angeblichen Post Racial America von heute scheint der Amerikanische Traum des Dr. King für die schwarze Unterschicht weiter entfernt zu sein denn je.
PAUL GILROY »Die Kriegsmaschine ist zurück«
TEXT: Pascal Jurt
Seit seinem Standardwerk Black Atlantic. Modernity And Double Consciousness von 1993 gilt er als eine der wichtigsten Stimmen des Perspektivenwechsels im europäischen Denken zwischen Moderne und Transnationalismus. Der ehemalige Teilzeit-DJ und Musikjournalist Paul Gilroy hat unter anderem in Yale gelehrt und arbeitet heute als Professor am King’s College in London.
KANYE WEST Neue Sklaven und schwarze Skinheads
TEXT: Jan Wehn
Mit seinem sechsten Album Yeezus entzaubert Kanye West die Idee vom Amerikanischen Traum. Einer der größten Popstars unserer Zeit richtet seine Wut nicht mehr nur gegen die Kollegen, sondern prangert das moderne Sklaventum an, wettert gegen Materialismus und inszeniert sich als politisch ambitionierter Emporkömmling aus der Arbeiterklasse. Verstrickt sich Kanye West immer weiter in Widersprüche oder tritt er gar das Erbe von Künstlern wie Gil Scott-Heron an?
Songtextkritik: JANELLE MONÁE feat. ERYKAH BADU »Q.U.E.E.N.«
TEXT: Sonja Eismann
JULIUS EASTMAN Der Grenzgänger
TEXT: Tim Tetzner   FOTOS: Chris Rusiniak
Er steht exemplarisch für die These, dass schwarze Musiker in den USA wenig zu lachen haben, wenn sie sich nicht weißen Erwartungen fügen: Julius Eastman, ein afroamerikanischer Komponist Neuer Musik im New York der 70er-Jahre, war ein Getriebener. Ein Transgressiver, ein mad king, der in schwarzem Leder und Ketten über dem Nachtreich seines eigenen Lebens thronte. Aus heutiger Sicht ist der zu Unrecht Vergessene eine tragische Figur.
Kolumne: DISSIDENTEN – ANGELA DAVIS & BOBBY SEALE »All power to all people«
TEXT: Tino Hanekamp
Angela Davis und Bobby Seale sind zwei fast vergessene Ikonen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Sie war die Angeklagte in einem der größten Justizskandale der USA, er gründete die Black Panther Party. Zwei Menschen, die viel zu erzählen haben. Right on, let’s go!

POPKULTUR

FRANZ FERDINAND Die Band namens Arschloch
TEXT: Anne Waak   FOTO: Erik Weiss
Alex Kapranos und Nick McCarthy über Beerdigungen, Hühnerfüße, Hedonismus, Nationalismus, buddhistische Botschaften, schottische Dystopien und das neue Album ihrer Band – Right Thoughts. Right Words. Right Action.

THESE NEW PURITANS Gegen die Kinder
TEXT: Daniel Gerhardt   FOTO: Christoph Mack
Alben wie Field Of Reeds erinnern daran, dass vielleicht doch nicht alles Pop ist. These New Puritans aus Southend-On-Sea vollziehen auf ihrer dritten Platte eine Kurskorrektur, mit der sie die althergebrachten Funktionsweisen einer Rockband in Frage stellen. Kopf der Gruppe ist Jack Barnett, ein verbissener Kontrollfreak, der sich als Mischung aus Frontmann und Foltermeister begreift. Ein Gespräch mit ihm zeigt: Auch ruhige, rocklose Songs können eine Kampfansage kommunizieren.

VORSPIEL für BLIXA BARGELD & TEHO TEARDO »Ich muss das nicht mehr hören, weil ich alles auswendig kann.«
TEXT & MUSIKAUSWAHL: Robert Defcon   FOTOS: Claudia Rorarius
Soeben hat Neubauten-Master Blixa Bargeld gemeinsam mit dem Filmkomponisten und Gitarrenvirtuosen Teho Teardo das intim instrumentierte Song-Album Still Smiling veröffentlicht, dreisprachig und durchtränkt von alteuropäischer Kultur. Wir treffen die Künstler in ausgelassener Erzähllaune in einem kleinen Hotel in Berlin-Mitte – einmal vom Bertelsmann-Buchclub bis zu Mussolini und zurück.

ALUNAGEORGE Schmusen mit dem Frotteehandtuch
TEXT: Jan Wehn   FOTO: Christoph Mack
Ist das jetzt der neue poppige Garage-Entwurf? Oder doch in die Zukunft blickender R’n’B? Aluna Francis und George Reid sind sich sicher: weder das eine noch das andere.

HOUNDMOUTH Verzweifelt optimistisch
TEXT: Jacqueline Krause-­Blouin   FOTO: Holger Talinski
Houndmouth sind die neueste Americana-Entdeckung. Vergleiche mit Mumford & Sons nennen sie jedoch »lazy journalism« – eher sehen sie sich in einer Reihe mit The Band.

DIRTY BEACHES Forme dich selbst
TEXT: Thomas Vorreyer   FOTOS: Claudia Rorarius

BAGO Bruchlose Landung
TEXT: Arno Raffeiner   FOTO: John Francis Peters

AERO MANYELO Der Klang des Kasi
TEXT: Florian Sievers

POPKULTUR

LUCIO URTUBIA
»Alles ist möglich«

TEXT
: Alvaro Piña Otey & Tino Hanekamp   FOTOS: Tinka & Frank Dietz
Es gibt Menschen, deren Leben so unglaublich ist, dass man davon erzählen muss. Lucio Urtubia ist einer von ihnen. Der 82-jährige spanische Maurer und Anarchist überfiel Banken, fälschte Pässe, Geld und Schecks und ließ auch sonst nichts unversucht, um für seine Utopie einer besseren Welt zu kämpfen. Wir trafen ihn an einem sonnigen Nachmittag in Hamburg und hörten aufmerksam zu.

DER AMERICAN DREAM IM KINO
So sonderbar wie alle Träume

TEXT: Georg Seeßlen
Amerika kann sich selbst nicht mehr abbilden. Im Kino zeigt es heute nur eine Karikatur seiner selbst, und die ist nicht selten böse. Das Land ist unbewohnbar geworden in seinen Filmen, seine Schönheit sieht man immer erst im Augenblick der Zerstörung. Eine Betrachtung der Traumbilder aus der Traumfabrik von einst und jetzt. 

Bilder, die die Welt bewegten: DO THE RIGHT THING
TEXT: Robert Defcon   BILDER: Universal Pictures

FILM-Kritiken
Laurence Anyways Kanada 2012, Frances Ha USA 2012, Only God Forgives Frankreich, Dänemark, Thailand 2013

BEFORE WATCHMEN
Die Anti-Superhelden
TEXT: Jörg Böckem
Die Maßstäbe setzende Graphic-Novel-Serie Watchmen von Alan Morre und Dave Gibbons erfährt in diesen Tagen ein Prequel, an dessen Entstehung die Väter der Serie ebenso wenig beteiligt waren wie an der Watchmen-Verfilmung vor einigen Jahren. Das dystopische, den Amerikanischen Traum dekonstruierende Moment der Vorlage fehlt den neuen Heften naturgemäß. Und überhaupt: Darf man eine Geschichte fortschreiben, die stets als auserzählt galt? Zur umstrittensten Comic-Veröffentlichung des Jahres.

BRUCE SPRINGSTEEN
Der Ohne-Fleiß-kein-Preis-Rocker

TEXT: Klaus Walter
Zwei erstmals in deutscher Übersetzung erscheinende, von Springsteen abgesegnete Biografien, beschreiben den sogenannten Boss als Anwalt des kleinen Mannes und Verwalter des Amerikanischen Traums.

LITERATUR-Kritiken
Astrid Kusser Körper in Schieflage. Tanzen im Strudel des Black Atlantic um 1900, James Fenimore Coope Der letzte Mohikaner. Neu Übersetzt von Karen Lauer, Waits / Corbijn '77 – '11 

GILAD RATMAN
Eingeschränkt handlungsfähig
TEXT: Dorothea Schöne
Gilad Ratman ist der jüngste Künstler, der jemals mit der Repräsentation des Landes Israel auf der Kunst-Biennale in Venedig beauftragt wurde. The Workshop (2013) dokumentiert eine fiktive Reise. Zentrale Motive Ratmans bisherigen Schaffens werden  fortgesetzt: das Agieren der Protagonisten in nicht-sprachbasierten Strukturen und das Ausloten menschlicher Interaktion.

Modegespräch: RIKE DÖPP
»But in Germany… kannst du vergessen!«
TEXT: Anne Waak   FOTOS: Eva Tuerbl
Rike Döpp ist Kreativdirektorin und – neben Julia Menthel – Mitbegründerin von Agency V. Die Mode-PR-Agentur betreibt neben Büros in Berlin und Kopenhagen auch eine Filiale in New York. Dort betreut die 34-Jährige Labels wie Augustin Teboul, Bless, Henrik Vibskov und Zana Bayne und sorgt dafür, dass diese in den Modemagazinen und an Prominenten zu sehen sind. Zum Zeitpunkt des Interviews ist der New Yorker Sommer ausgebrochen, das Büro hat keine Klimaanlage. Die Praktikanten lärmen geschäftig, das Telefon hört nicht auf zu klingeln. Die Chefin verschafft sich mit einem »Excuse me, I’m dealing with Berlin right now!« Ruhe.

KRITIKEN

Album der Ausgabe: PET SHOP BOYS Electric

Boards Of Canada, Beady Eye, Gold Panda, Bosnian Rainbows, Greg Haines, Maya Jane Coles, Charli XCX, Ai Weiwei, Mykki Blanco, Ikonika, Pharmakon, Sherwood & Pinch, Thundercat, Future Bible Heroes, Memories Of Love, Eternal Youth And Partygoing, Blkkathy, DJ Hell presents Klaus Nomi, Moderat, Siriusmo, Ritornell, Matias Aguayo, Waxahatchee, Mac Miller, Editors, Dizzee Rascal, TG Mauss, Kirin J. Callinan, Myron & E With The Soul Investigators

Werke X – Willkürlich und anlassfrei zusammengestellt von Diedrich Diederichsen
Martin Bédard, COH, Solter Resets Friedlander, Ramon Sender

Odyshape – Selten gehörte Musik mit Joachim Ody
Bruno Heinen Sextett, Frank Bretschneider, The 49 Americans, Patrick Vian

Gegenwartskunde – Popwelt mit Klaus Walter
The Fall, Scared To Get Happy

Punchzeilen – Rap mit Marcus Staiger
Veysel, Chance The Rapper, Travi$ Scott

Direct Cuts – Clubmusik mit Holger Klein
Kyle Hall, Blacksmif, DJ Duke presents Freedom, Nubian Mindz, Floorplan

SPEX CD 110SPEX CD 110
(Für Cover in Hochauflösung bitte auf Bild klicken!)
ZUSAMMENSTELLUNG: Jan Wehn
1. Pet Shop Boys »Vocal (Radio Edit)«
2. Future Bible Heroes »Living, Loving, Partygoing«
3. Thundercat »Heartbreaks & Setbacks«
4. Gold Panda »We Work Nights«
5. Greg Haines »The Whole«
6. TG Mauss »Ghosts«
7. These New Puritans »Fragment Two«
8. Teho Teardo & Blixa Bargeld »Come Up And See Me«
9. Myron & E with The Soul Investigators »If I Gave You My Love«
10. Waxahatchee »Misery Over Dispute«
11. Dirty Beaches »I Dream In Neon«
12. Ritornell »Aquarium Eyes«

PERSPEKTIVE

ISTANBUL
Tage des Sturms

TEXT: Nina Ludolphi   FOTOS: Thomas Neukum
Unsere Autorin verbrachte die Tage und Wochen inmitten der Proteste, für die geplante Neubebauung des Gezi-Parks nur der Ausgangspunkt war, auf den Straßen und Plätzen Istanbuls. Für SPEX erinnert sie sich an die Geburt einer neuen türkischen Bürgerrechtsbewegung.

*

RÜCKBLENDE John Zorn in Moers
TEXT: Joachim Ody   FOTO: Patrick Essex

AUSKLANG: WE HAD A DREAM Exklusiv von Mach One für SPEX

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