Arcade Fire »We Exist«, Video mit Andrew Garfield

Arcade Fire We Exist

Das neue Video »We Exist« von Arcade Fire zeigt Spider-Man-Darsteller Andrew Garfeld als Transsexuellen in der Kleinstadt.

Dass Arcade Fire neben all der neuen Disco-Einflüsse, ihrem Haiti-Engagement und Pre-Digital-Age-Nostalgie auf Reflektor mit »We Exist« auch einen Song hatten, der explizit für Toleranz gegenüber Homosexuellen innerhalb von Familien und der Gesellschaft überhaupt wirbt, ging im ganzen Trubel schnell unter. Die Band hilft nun nach und konnte für das Video zum Lied mit Andrew Garfield erneut einen Nachwuchs-Hollywood-Schauspieler gewinnen. Dieser mimt nun einen jungen Mann in einer Kleinstadt, der gerne als Frau wahrgenommen werden möchte. Mit Perücke und Rock wagt er sich in eine lokale Bar, wird dort jedoch von einer Biker Gang verprügelt. Eine Traumsequenz beginnt, die Rednecks tanzen plötzlich bauchfrei durch das Lokal und weisen Garfield den Weg zu einem Arcade-Fire-Konzert, wo dieser frenetisch gefeiert wird. Die eigentlichen Täter bleiben jedoch ungestraft.

So weit, so (ganz) gut, ein altes Dilemma bleibt: Die Rolle des sich hier selbst befreiendes Subjekts übernimmt wieder einmal ein im wahren Leben heterosexueller, weißer Mann. Allerdings scheint es Garfield tatsächlich ein Anliegen zu sein, heteronormative Reproduktionen in der Pop-Kultur zu durchbrechen: Vor einigen Monaten etwa schlug er vor, dass MJ, die von Spider-Man begehrte Frau, im Film auch ein Mann sein könnte.