Die Problematisierung von Mannsein: Boiband „Diaspora“ / Videopremiere

Boiband suchen mit „Diaspora“ nach einer queeren Gemeinschaft. Das Video zum Song feiert heute bei SPEX Premiere.

Schon Anfang 2016 haben sich Chansonnier Hans Unstern und Performance-Künstler Tucké Royale im Zeichen des Queer-Pop zusammengetan. Als der Hip-Hop-Künstler Black Cracker dazustieß, wurde ein Album draus. Die Ansage ist klar: „Boy mit i steht für die Problematisierung von Mannsein als Penis-Talent, für einen nachträglich erworbenen Stimmbruch, für die Akzeptanz schwangerer Daddies und für die Effeminisierung des Abendlandes.“

Auf The Year I Broke My Voice haben Unstern und Royale gemeinsam die Songs geschrieben, während Cracker die Beats produziert und Sounds kreiert hat. Campe Songtitel wie „Herosexual“ oder „Hermmaids“ geben eine textlich konkrete Richtung vor. Es geht ums Dazwischensein, um männliche Identitätsmöglichkeiten und Fremdzuschreibungen: „Strange to be exiled / from your own sex / to borders / that will never be / home“ lautet etwa der Refrain von „Diaspora“ und zitiert damit die US-amerikanische LGBT-Aktivistin und Autorin Leslie Feinberg.

Auch das Video zu „Diaspora“ fängt die Suche nach einer (queeren) Gemeinschaft ein: Wir sehen die Bandmitglieder auf einer Taxifahrt durch Berlin, der vermeintlich toleranten Stadt, in der dennoch täglich Schwule, Lesben und Transmenschen auf offener Straße angegriffen werden. Ob Boiband ihre Diaspora finden, bleibt verschwommen.

The Year I Broke My Voice erscheint am 25. August bei Staatsakt.

Boiband live
05.08. Augsburg – Friedensfest
25.08. Berlin – Pop-Kultur
20. – 23.9. Hamburg – Reeperbahn-Festival

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