Gottlos im All: Yagows Debütalbum im spexklusiven Vorabstream

Ein bisschen Black Angels, ein bisschen Earth, vor allem aber eine Reise – von Saarbrücken nach outer space: Yagow veröffentlichen ihr erstes Album am 16. Juni – bei SPEX kann man es in voller Länge schon ab heute hören.

Außerweltliche Klänge straight aus Saarbrücken – dürfen wir vorstellen: Yagow sind Marc Schönwald, Axel Rothhaar und Jan Werner. Letzterer ist übrigens auch mal angestellt gewesen im einzigen und besten Plattenladen Saarbrückens Rex Rotari, bei dem einer unserer Redakteure schon sehr viel Geld gelassen hat. Als Space-Rock-Gazer veröffentlicht das Trio nun sein Debütalbum auf dem Berliner Independent-Label Crazysane Records, das auch Bands wie Heads, Pabst oder die Schweizer Krautköpfe von Closet Disco Queen an den Start brachte.

Soundlandschaften von outer space und trashige Oldschool-Aufnahmen von Raumschiffen, die sich durchs Ozonloch verpieseln, mögen erst einmal ausgelutscht klingen – bis man sich Yagows Debütplatte anhört. Taucht man in ihre Klangwelt ein, weiß man ohnehin nicht mehr: Sind wir nun schon im All oder geht’s jetzt erst einmal dahin? Schwere Gitarren, dumpfe Bässe und entfremdete Stimmen aus einer fremden Ferne formieren sich hier zu Gedanken zum nebulösen Äther. Wie auch auf dem Opener der Platte „Horsehead Nebula“: Hier vermengt sich Nihilistisches mit wohligen Tagträumereien, düsteren Vorahnungen und der Sehnsucht nach mehr. Synthies, Delay und Tremolo zerren an den Nerven, wie auch die heavy drums, die Gedanken an Bonham und Co. wecken. Melodiöse Patterns im Stile der Siebzigerjahre, ohne dabei in die Kategorie abgedroschener Psych-Platten zu fallen, streicheln den Kopf dann wieder ganz sanft.

Im Bezirzen sind sie auch ganz gut: „Snake Charmer“ hypnotisiert mit rollenden Riffs das ästhetische wie unberechenbare Tier und macht es sich mit dem Sound außerweltlichen Grillenzirpens zueigen. Eben noch langsam aus den Tiefen eines Rattankorbes herausgeschlichen, zuckt das Reptil jetzt fast schon in Tarantula-Tanz-Manier. Mit immersiven Jams begibt sich Yagow stets auf die Suche nach dem Unbekannten. Fallen lassen bedeutet hier entweder ins Nichts zu stürzen oder von irgendeinem Stern aufgefangen zu werden. Die Anbetung des Ungewissen hat etwas Agnostisches – und doch ist Yagow völlig gottlos.

Apropos Tanz: „Nude-On-The-Moon Dance“ – geht das überhaupt? Bei De Palmas Mission To Mars haben wir doch eigentlich gelernt, dass die Birne ohne Schutzanzug in Sekundenschnelle vereist. Laut NASA ist man faktisch nach zwei Minuten am Arsch. (Und diese Zeitangabe gilt auch nur, wenn man konsequent am Ausatmen ist?!) Well.. Bei Yagows Nackttanz auf dem Mond geht’s zum Glück ganze sieben Minuten lang gut.

Yagow erscheint am 16. Juni auf Crazysane Records. SPEX streamt das komplette Album vorab.

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