Musik von morgen: Tim & Puma Mimis „Der Die Das“ im Album-Vorabstream

Foto: Moritz Bichler

Tim & Puma Mimi vereinen seit jeher elektronische Musik mit japanischem Power-Pop-Gesang. Ihr Album Der Die Das ist gleichzeitig verklanglichtes Yin und Yang und eine Lehrstunde in Genrekunde. Bei SPEX gibt es das Album schon vor dem Releasetermin am Freitag zu hören.

Eine gewisse Spielerei hat die Musik von Tim & Puma Mimi von Anfang an geprägt. Sei es die Gurke, der Tim während eines Live-Sets, nun ja, vermutlich gurkige Synth-Klänge entlockt hat, oder die Skype-Verbindung in Mimis Küche, mit Hilfe derer das japanisch-schweizerische Duo bei Live-Shows kreativ die geografische Entfernung von Produzent Tim und Sängerin Mimi überbrückt hat. Diese Freude klingt auch aus der Schmelze verschiedenster Stile und Einflüsse, die auf dem Album Der Die Das ihren ganz eigenen Sound bestimmen.

Ursprünglich war das Material für Der Die Das für zwei unabhängige EPs gedacht. „Sonnig und neblig, akustisch und elektronisch, freundlich und düster – das alte Yin und Yang eben”, erklärt der Multi-Instrumentalist und Produzent das Konzept der Platte. Den Labels in Cardiff und Barcelona kam jedoch etwas dazwischen und so fanden die sehr unterschiedlichen Tracks zu einem Album zusammen.

Während sie auf „Yorime No Lotti” dem Schweizer Musiker Mani Matter eine Ladung Dub verpassen, überwältigt „Say Ron” mit fröhlicher 8-Bit-Ästhetik und knallig bunten Synthesizern. Das  quirlige Power-Pop-Stück „Dupi Dough” wurde für den Animationsfilm Ivan’s Need geschrieben und von den Machern mit einem Musikvideo über den sich in Ekstase knetenden Bäckermeister ausgestattet. Ähnlich aufgelegt ist auch der Track „Oh My Bike”, auf dem gegen Ende auch die Stimme der kleinen Tochter des Duos Platz findet.

Im Kontrast zu den verspielten Produktionen, die mit Fahrradklingeln, Kindergesang und jeder Menge synthetischer Synapsentrigger ausgestattet sind, verliert sich auf „Biniati Vell” ein eher jazzigeres Gefühl in introvertierter Elektronik. „Am7” beginnt mit Synthesizern aus einem spacigen Klanglabor, fokussiert dann aber auf die Symbiose aus Electro-Beat und Mimis trockenem Gesang. Mit Rap-Einlagen von ihr oder musikalischen Gästen wie Ngoma Makhosi deckt Der Die Das alles von Hip-Hop über Funk bis House ab und bleibt trotzdem idiosynkratisch Tim & Puma Mimi.

„Bretternde Lo-Fi-Elektronik mit japanischem Gesang”, so beschreibt Tim ihre Musik und lacht, „ach, ich weiß doch auch nicht.” Der Wechsel zwischen dem kindlich Überdrehten und dem kühl Zurückhaltenden ist auf Der Die Das vor allem dramaturgische Erleichterung. Das Prinzip aus tension und release stellt die Stärke der jeweiligen Tracks heraus und der Berg an geballter Freude und Spielerei der einen EP ist in kleineren Dosen durch die Distanz der anderen auf Dauer leichter zu konsumieren. So fließt Hell und Dunkel zusammen und ergibt ein harmonisches Ganzes. Yin und Yang eben.

Der Die Das erscheint am 27. Januar bei Mouthwatering Records.

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