Platz für echte Körper schaffen – Curated By Girls stellt erstmals in Berlin aus

Auch in der Ausstellung zu sehen. Foto: Nelson Morales

Bislang spielte sich die kuratorische Arbeit des Künstlerkollektivs Curated By Girls ausschließlich im Netz ab. Mit Freer in Berlin wagt Laetitia Duveau den Schritt in die reale Welt. Am 8. und 9. Oktober zeigt sie Werke von 26 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern in der Neuköllner Galerie Blender & Co. 

Laetitia Duveau und Ophelie Rondeau gründeten Curated by Girls als Plattform für bislang unentdeckte sowie etablierte visuelle Künstlerinnen und Künstler. Anders als viele All-female-Kollektive, die sich ausschließlich der Unterstützung von Künstlerinnen verschrieben haben, steht Curated By Girls für Gleichheit und Inklusion. Geschlecht, Alter und Herkunft der Künstler und Künstlerinnen soll bei deren Auswahl keine Rolle spielen.

Während Rondeau sich mittlerweile wieder ihrer eigenen Karriere widmet, führt Duveau Curated By Girls weiter – mit dem ambitionierten Ziel ihren Protegés vierteljährlich auch eine Bühne im Analogen zu bieten. Obwohl das Projekt als Onlinegalerie begonnen hat und sich nach wie vor aus Kanälen wie Instagram und anderen sozialen Medien speist, will Duveau weg vom Bildschirm in realen Räumen Begegnungen schaffen und die Botschaft ihrer Künstler und Künstlerinnen verbreiten.

»Ich bin keine politische Aktivistin, aber ich bewundere diejenigen, die für so wichtige Anliegen wie Feminismus kämpfen und sich engagieren. Ich bin eine ‘weiche’ Kämpferin. Meine Arbeit mit Curated By Girls ist meine Art, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.«

Unter dem Überthema New Femininity beschäftigen sich die ausgewählten Arbeiten alle auf eine ganz bestimmte Weise mit der Repräsentation von Weiblichkeit. Sie konfrontieren die durch einen männlichen Blick geprägten Sehgewohnheiten, provozieren mit körperlichen Tabus, zeigen Alternativen zum in den Medien vorherrschenden ausbeuterischen Blick auf Frauen als Objekte sexueller Begierde auf.

»Für mich ist New Femininity eine Antwort auf die Dinge, die uns viel zu lange falsch beigebracht wurden. Es geht um eine wahre Darstellung von Frauen, Platz für echte Körper zu schaffen, Schönheitsideale herauszufordern und zu verändern.«

Insgesamt 50 Ausstellungsstücke hat Laetitia Duveau zusammengestellt, die mittels Fotografie, Illustration und Malerei eine andere Darstellung von Weiblichkeit wagen. Neben verträumten Portraits und eingefangenen Alltagsmomenten gibt es natürlich viele Akte zu sehen. Vor allem aber soll die ganze Bandbreite weiblicher Körper abgebildet werden – behaarte Körper, non-binäre Körper und Körper, die bluten.

Freer in Berlin eröffnet am Samstag, den 8. Oktober in der Galerie Blender & Co. in Berlin Neukölln. Weitere Infos zur Ausstellung gibt es hier.

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