Digitale Avantgarde beim 3hd Festival

Post-Internet Kunst – die digitale Welt von WangNewOne x Snackuo.

Das 3hd Festival widmet sich auch in seiner zweiten Edition der Post-Internet-Kultur. Unter dem Motto »There is nothing left but the Future?« soll es in Live-Performances, Diskussionen und Workshops um digitale Musik, Politik und das Leben und Schaffen im Kapitalismus gehen.

Vom 11. bis 15. Oktober laden die Organisatorinnen Daniela Seitz und Anja Weigl von Creamcake eine vielversprechende Riege von Akademikerinnen, Künstlerinnen und Musikerinnen ein, um an der Schnittstelle von Musik, Performance und visueller Kunst das Potential des digitalen Raums auszuloten. Neben realen Spielstätten wie der Vierten Welt, dem Ohm und dem HAU – Hebbel am Ufer in Berlin, findet das als Hybridfestival inszenierte Geschehen seine Fortsetzung im Internet.

Dabei ist es den Macherinnen Seitz und Weigl ein Anliegen, das Netz als Ort des Experimentierens mit neuen Produktionsmitteln und Techniken zu verstehen. Sein Einfluss auf die Künstlerinnen ist auf allen Ebenen spürbar: in ihrer Ästhetik, in ihren digitalen Sounds und in ihrer thematischen Auseinandersetzung mit Computerspielen, künstlicher Intelligenz und erwartetem Narzissmus.

»Das Internet hat nicht nur die Produktion und Distribution von Musik verändert, sondern auch ihre grundlegende Form. Uns interessieren diese vielfältigen Formen von Musik und die hybriden Identitäten von Musikerinnen, die dadurch überhaupt erst entstehen konnten.«

Sichtbar wird der interdisziplinäre Multiplattform-Ansatz in der von Animationen und Games-Kultur inspirierten digitalen Kunst von WangNewOne x?, deren audiovisuelles Projekt A Better Now man schon jetzt auf der Festivalseite bestaunen kann. Dort findet sich auch bereits Adam Harpers Essay Joy 2016 sowie die Powerpoint EP des Creamcake-Musikers Keiska, die im Rahmen des Festivals veröffentlicht wurde.

Nachdem im ersten Jahr des 3hd Festivals die Wechselwirkungen von Internet und Musikindustrie im Fokus standen, öffnet sich die Diskussion jetzt auch für andere Themenkomplexe wie den Brexit, Rassismen und Sexismen.

»Ist der Online-Underground so unpolitisch wie häufig behauptet? Oder wird eine politische Stellung der Künstlerinnen aus dieser Szene in ihrer Musik hörbar?«

Antworten sollen unter anderem Aïsha Devi, Vika Kirchenbauer und Rianna Jade Parker geben, die in ihrer Musik, ihren Installationen und Essays Gedanken beispielsweise zur LGBT-Kultur, Gender und Blackness präsentieren.

Ebenso im Programm sind die klassisch ausgebildete Pianistin Kara-Lis Coverdale und ihre zwischen intimem Solo Piano Konzert und dichten elektronischen Kompositionen polarisierenden Konzerte, ein Workshop des norwegischen Produzenten TFL inklusive Teezeremonie sowie Vorträge von SPEX-Autorin Lisa Blanning und Michael Waugh zum Sound von Protest und dem Einfluss von Social Media auf musikalische Ausdrucksweisen.

In den Clubnächten am Mittwoch und Samstag beweisen die Creamcake-Organisatorinnen ihr Gespür für neueste Strömungen der Clubkultur und holen die Speerspitze der elektronischen Musik ins Ohm. Mit dabei sind u.a. DJ Paypal, DJ NJ Drone, Hiele, Geng und Coucou Chloé. Den Auftakt zum Festival bildet die Eröffnung der Ausstellung Heal the World: A Better Now in der Vierten Welt am 11. Oktober.

3hd Festival 2016
11. – 15.10. Berlin – diverse Locations
Mehr Infos zum Programm und Tickets gibt es hier.

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