Pantha Du Prince »The Triad« / Review

Statt gewohnter Landpartie ist The Triad eine Studioproduktion durch und durch.

Als vor sechs Jahren wie aus dem Nichts Black Noise erschien, war das eine Offenbarung und nicht weniger als die Rettung der elektronischen Musik aus dem Geiste der Romantik. Das dritte Album von Pantha Du Prince inszenierte einen jenseitigen Reigen aus Beats, Geräusch und Glockenspiel, der in seiner gedämpft euphorischen Dichte gefangennahm und eher beiläufig das Genre von seinen Partywurzeln kappte, um es als seriöses Format für zu Hause salon- und feuilletonfähig zu machen.

Weber gelingt im freien Spiel verschiedener Dreierkonstellationen zwischen Interdependenz und Improvisation eine Verfeinerung seines signature sounds.

Techno war alt geworden, auch ein bisschen kauzig. Hendrik Weber, der bis dahin unter dem Dial-Deckmantel operierende Ex-Bassist der Hamburger Band Stella, gab denn auch bereitwillig den postmodernen Catweazle, der mit Mikrofon bewaffnet Feldforschung in den Schweizer Bergen betrieb. Heraus kam dabei Musik, die sich wie ein Regenguss selbst genug war und gar keine Hörer mehr brauchte. Obwohl der vermeintlich mundgeklöppelte Schönklang nie drohte, den Eso-Mief von Going-Native-Jüngern zu verströmen, kam er doch nicht ganz ohne Ahnengalerie aus: Wolfgang Voigts Wald- und Wiesenexkursionen als Gas schienen ebenso durch wie Elemente der Musique concrète, Gustav Mahlers Entschleunigungshymnen und Myriaden kosmischer Jazzplatten.

Nun ist die Landpartie vorbei und das neue Pantha-Album The Triad eine Studioproduktion durch und durch, die statt auf einen narrativen Überbau auf das bloße Zusammenspiel der beteiligten Musiker setzt. Das ist insofern bemerkenswert, als die Tracks ohne den sie verbindenden Bühnenzauber Gefahr laufen könnten, als Aneinanderreihung von Versatzstücken ihre Magie einzubüßen. Doch Weber gelingt im freien Spiel verschiedener Dreierkonstellationen zwischen Interdependenz und Improvisation eine nochmalige Verfeinerung seines signature sounds, der auch ohne Interpretationsspielraum besteht. Das Prozesshafte der dezentral organisierten Musik sichtbar zu machen, ohne in Redundanz auszufransen – das ist die große Errungenschaft dieser an Errungenschaften nicht armen Platte.

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