Me Succeeds »Into Randomness« / Vorabstream & Review

Alles, außer Hits. Bei Me Succeeds ist das als Kompliment gemeint – das Album, das fließt, gibt’s schon heute im exklusiven SPEX-Vorabstream.

Me Succeeds wollten immer simple Musik machen, ohne banal zu klingen. Indietronic, Elektropop, Pop – viele Genrelabels passen zu der Hamburger Band. Und dann doch wieder nicht. Vor allem zu Beginn ihrer Karriere war sie cute und zugleich ernsthaft, streifte die Grenze zum Kitsch, ohne sie zu übertreten. Bis 2007 ihr viertes Album Riemerling erschien und man sich gar nicht wehren konnte gegen das Pathos und die ausladenden Arrangements mit Xylofon, Klarinette und Harmonika, denen minimalistische Beats gegenüberstanden. Der Flüstersprechgesang von Mona Steinwidder und Lorin Strohms Weltschmerzschreie waren entweder perfekt oder too much – oder beides. Es ging schließlich um die Liebe. Im Rückblick gibt es nicht viele Platten, die einen besseren Soundtrack für Indie-Coming-of-Age-Filme hergeben würden.

Weniger DIY-Produktion,
wieder mehr große Pop-Gesten.

Nach dem Weggang von Bassist Sebastian Kokus verzichten Strohm und Steinwidder für ihr neues Album Into Randomness weitgehend auf klassische Instrumente. Gitarren tauchen nicht mal als Soundsnippets auf, minimalistische Elektronik bestimmt den Klang. Dazu passt, dass Strohm kaum noch singt – nur in »It Grows« taucht sie noch als verzerrte Gruselstimme auf. Die Konzentration auf Steinwidders Vocals passt zu Into Randomness, das runder klingt als ältere Me-Succeeds-Stücke. Weniger DIY-Produktion, wieder mehr große Pop-Gesten wie auf Riemerling – wenn auch nicht im traditionellen Sinne. Hits brauchen Me Succeeds nicht. Ihre Songs stechen nicht heraus, sie fließen ineinander.

Me Succeeds live Record Release Party
17.05. Hamburg – Häkken

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