Masha Qrella »Keys« / Review & Vorabstream

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Die Stadt, die Straße, der Club klingen mit: Masha Qrellas neues Album Keys sorgt offiziell erst ab dem 14. April für Beschwingtheit. Wir streamen es jetzt schon komplett.

Auf Testimonials ist Masha Qrella nicht angewiesen. Dennoch wird es sie gefreut haben, dass Dirk von Lowtzow neulich im Blog der Zeitschrift Pop. Kultur & Kritik ihr neues Album Keys als »fast perfektes Popkunstwerk« bezeichnete und erzählte, dass er zur Singleauskopplung »DJ« zuhause »rumgetanzt« sei. Qrellas fünftes Soloalbum nach dem Ende ihrer maßgeblichen Post-Postrock-Band Contriva evoziert einige solcher »Dancing With Myself«-Momente. Wie der unter Leuten monadisch für sich alleine Tanzende behaupten seine Songs eine unanfechtbare Intimität. »Willkommen in der Disko der Innerlichkeit«, schreibt die Plattenfirma dazu.

Qrellas postdramatisches Songwriting kommt natürlich ohne solche Deklarationen aus, denn selbst da, wo sie sich große Popentwürfe (Fleetwood Mac, Neil Young, Achtziger-Radiorock, Pulp) aneignet, trumpft sie nie auf und bleibt lapidar. Oft erinnert die Elaboration von unterkomplexen Sounds wie Handclaps und (Indie-)Disco-Signalen an das Werk der Londoner Band Saint Etienne, deren Lieblingsplatte übrigens genau das Neil Young-Album On The Beach ist, das der DJ im Qrella-Song »DJ« auflegt.

Jazz – und Barmusikanmutungen sorgen für eine angenehme Late-Night-Beschwingtheit, fordern aber nie dumpf zum Lockermachen auf. Zwischen den Zeilen gibt es viel zu entdecken, Percussion-Details oder historisch präzise markierte Synthieklänge. In die intime Konstellation, die auch das Video zu »DJ« zeigt, schleichen sich auf Keys starke Zeichen des öffentlichen Lebens ein: Die Stadt, die Straße, der Club klingen mit. Besonders markant geschieht dies im Titelstück, in dem Straßenlärm, Geklapper und Geplapper zu hören sind, dazwischen eine Hupe, die Augustus Pablos Melodica sein könnte. Am Ende ertönt das Summen eines Türöffners, ein gebietendes Analoggeräusch, das den Übergang zwischen privatem und öffentlichem Raum anzeigt. Soll das ein Sinnbild sein? Jedenfalls übt sich Qrella in Geduld, anstatt mit der Tür ins Haus zu fallen. Umso nachhaltiger füllen ihre Songs die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt.

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