Alben des Jahres 2015: Die SPEX-Charts

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Illustration: Patrick Klose

SPEX-Redaktion, Autorinnen und Autoren haben abgestimmt, hier sind die Ergebnisse: Die SPEX-Jahrescharts 2015.

#25 Protomartyr – The Agent Intellect

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#24 Courtney Barnett – Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

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#23 Faith No More – Sol Invictus

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#22 Joanna Newsom – Divers

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#21 Oneohtrix Point Never – Garden Of Delete

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#20 Lower Dens – Escape From Evil

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#19 JLIN – Dark Energy

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#18 New Order – Music Complete

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#17 Die Nerven – Out

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#16 Floating Points – Elaenia

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#15  U.S. Girls – Half Free

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#14 Björk – Vulnicura

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#13 Jenny Hval – Apocalypse, Girl

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#12 Sleaford Mods – Key Markets

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#11 Alice Cohen – Into The Grey Salons

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#10 Kamasi Washington – The Epic

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Wenn Sie sich mit aller Gewalt lächerlich machen wollen, schlagen Sie einer beliebigen Plattenfirma ein dreistündiges Jazz-Album in der Tradition von John Coltrane zur Veröffentlichung vor. Kamasi Washington hatte zum Glück die richtigen Partner, anderswo als bei Brainfeeder hätte der Tenorsaxofonist The Epic kaum verwirklichen können. So aber entriss er Jazz den Händen von Spießern wie Wynton Marsalis und brachte ihn zurück auf die Straße. Grandios.

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#9 Jamie xx – In Colour

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»Ein Potpourri ist in der Musik eine Komposition, die aus bereits bestehenden Kompositionen zusammengesetzt wird und nachträglich eine neue, mehr oder weniger harmonische musikalische Einheit bildet«, sagt Wikipedia. Der lakonische Brite Jamie Smith hätte das in über fünf Jahren verschmolzene In Colour vermutlich nicht besser zusammenfassen können. Ein Album, so unterschiedlich anregend und (Tanz-) Flächen erweiternd wie die Wandfarbpalette im Baumarkt.

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#8 Algiers – Algiers

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Algiers‘ Verbindung von No Wave, Industrial, Gospel und Soul fühlt sich neu an, ist aber ein Produkt alter Tugenden. Mit Aufrichtigkeit, Intelligenz und Ironieresistenz erfüllt die Band aus dem Süden der USA ihre hochgesteckten Ziele schon auf dem ersten Album: Sie begeht einen Weg, der an den Verwertungsmechanismen der Musikindustrie vorbeiführt, thematisiert die Widersprüche im eigenen Konzept und kommt bei rechtschaffener, leicht entflammbarer Rockmusik an.

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#7 Tocotronic – (Das Rote Album)

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Die Tatsache, dass das sogenannte rote Album am 01. Mai erschien, lockte ein bisschen auf die falsche Fährte. Arbeiterkampflieder sind hier in der Minderzahl, die Farbe rot steht ganz klassisch für: die Liebe. Natürlich kann es bei Tocotronic niemals um Hollywood-Ideen von Liebe gehen. Die Band versuchte sich mit ihrem wohl poppigsten Album an einem Liebeskonzept jenseits der bürgerlichen Romantik. Gleichberechtigung, Partnerschaft: Am Ende ist das Private natürlich immer politisch. Zuckersüß!

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#6 Sufjan Stevens – Carrie & Lowell

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Sufjan vs. everyone: Carrie & Lowell ist eine bittere Familien- und Selbsthass- geschichte, stemmt die Rehabilitierung des Stubenhocker-Folk im Alleingang und entpuppt sich zwischen den Zeilen und flinken Fingerpickings als weiteres Amerikaalbum des Wahl-New-Yorker Songchronisten. Die Tour im Herbst stellte mit ihrem post-softrockig ausbuchstabierten Ja zum Leben sogar ein Happy End in Aussicht. Sufjan over everyone.

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#5 Vince Staples – Summertime ’06

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Summertime ’06 zeigt bereits die gezähmte Version von Vince Staples. Früher war der 22-Jährige aus Long Beach, Kalifornien in Gangs unterwegs, heute reicht sein Erfahrungsschatz immer noch für die trostloseste Rap-Platte des Jahres. Staples will nichts, ist stolz auf nichts, genießt auch den Erfolg nicht. Kalt und methodisch entzaubert er eine Lebenswelt, an der es ab sofort nichts mehr zu glorifizieren gibt. Eine Zeitwende im Gangsta-Rap.

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#4 Julia Holter – Have You In My Wilderness

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Mitten in einem Jahr des kontinuierlichen welthistorischen Missklangs ertönte plötzlich das harmonisch reichste und exquisiteste Stück Popmusik, das man sich nur wünschen konnte. Julia Holger beschwört Hollywood-Grandezza schon allein mit der simplen Frage nach einer Kippe, sie versöhnt das Manierierte mit dem Banalen und schafft es, hinter Smalltalk-Floskeln den Abgrund des Wahnsinns zu verstecken, umrankt von Cembalo, Viola und Schlagzeugbesen. Der Himmel hängt voller Feigen.

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#3 Holly Herndon – Platform

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Science-Fiction-Politik erschafft Science-Fiction-Musik. Politisch ist Platform nicht nur, weil das Album Künstlichkeit zum Gesamtkunstwerk erhebt. Sondern auch, weil Holly Herndon Cyberspace mit Allzumenschlichem verquickt und eine Utopie für das post-digitale Zeitalter samt Netz-Selbstkontrolle sowie Zusammenhalt in Kollaborationen entwirft. Zum Glück kommt bei all der Verkopftheit aber auch der Humor nicht zu kurz.

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#2 D’Angelo And The Vanguard – Black Messiah

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Viel wurde geschrieben über die inhaltliche Aufladung dieser Platte: Ihre Dringlichkeit, ihre gesellschaftliche Relevanz, die in eine Geste purer Eleganz übersetzte Black-Power-Faust. Völlig zu recht natürlich. Falls darüber irgendwer vergessen haben sollte, wie heiß das alles obendrein klingt, hier eine kleine Erinnerung: Black Messiah ist die beste Funk- und Soul-Platte seit mindestens 14 Jahren. Und wirkt in der Verbindung von Inhalt und Form geradezu epochal.

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#1 Kendrick Lamar – To Pimp A Butterfly

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Bereits mit Good Kid, M.A.A.D. City war Kendrick Lamar ein Geniestreich gelungen, To Pimp A Butterfly ist nun die ganz große amerikanische Erzählung und das ambitionierteste und vielfältigste Rap-Album der letzten 20 Jahre. Was What’s Going On, There’s A Riot Goin‘ On, Songs In The Key Of Life oder It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back für vorangegangene Generationen waren, ist dieses Meisterwerk jetzt: ein zeitloses politisches Manifest.

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Die ausführlichen Bestenlisten und den großen SPEX-Jahresrückblick gibt’s in der Printausgabe SPEX N° 366, die hier versandkostenfrei im Online-Shop bestellt werden kann.
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Musik von Morgen: Bewerbungsstart für den Pop-Kultur Nachwuchs

Das Pop-Kultur Festival bietet auch in diesem Jahr wieder sein »Nachwuchs«-Programm zur Förderung junger Talente an. Die Plätze wurden in diesem Jahr aufgestockt, bewerben kann man sich ab jetzt.

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Das Falsett ist zurück! Wild Beasts kündigen ihr fünftes Album an – SPEX präsentiert die Tour im Herbst.

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Aus der Zeit gefallen: Bob Dylan – The Basement Tapes

Unfassbare 47 Jahre lang waren jene mythenumrankten Sessions, die Bob Dylan 1967 mit The Band bei Woodstock abhielt, eines der größten Geheimnisse des Pop. Mit The Basement Tapes: Complete erschien 2014 eine komplette Sammlung aller von damals erhaltenen Aufnahmen. Die Veröffentlichung der beeindruckenden Box war nicht weniger als das Musikereignis des Jahres. Sie dokumentiert die Erfindung der Americana, wie wir sie heute verstehen. Zum 75. Geburtstag Bob Dylans am 24. Mai ist die komplette Besprechung von Max Dax aus SPEX N° 357 online zu lesen.

1992 The Master Musicians of Jajouka

Dänische Delikatessen: Das By The Lake Festival in Berlin

Experimentierfreudig gibt sich auch in diesem Jahr wieder das By The Lake Festival in Berlin-Weißensee. Die ersten fünf Bands wurden nun bekanntgegeben.

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Schnell und bewährt: Nots feiern Deutschland-Premiere / Ticketverlosung

Vier Frauen, eine Mission: Ordentlich Rabatz. Nots aus Memphis kommen auf ihrer Europa-Tour erstmals nach Deutschland. SPEX verlost Tickets für das Konzert in Berlin.

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Große Namen, brennende Themen: SPEX präsentiert die Ruhrtriennale 2016

2016 befindet sich die Ruhrtriennale bereits im 15. Jahr. Längst ist sie Teil der Agenda, wenn es um das Aufeinandertreffen von Pop, Performance und Theater geht. Bis zum 22. Mai gibt es noch einen Frühbucherrabatt auf Tickets.

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Alles, außer Hits. Bei Me Succeeds ist das als Kompliment gemeint – das Album, das fließt, gibt’s schon heute im exklusiven SPEX-Vorabstream.

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Fabelhafter Folk: Faun Fables für zwei Termine in Deutschland / Ticketverlosung

Faun Fables erzählen seit fast 20 Jahren ihre in Folk-Gitarren verpackten Geschichten. Jetzt sind sie für zwei Termine in Deutschland. SPEX verlost Tickets für das Berlin-Konzert.