Robert Forster »Songs To Play« / Review

Dass Forster von sich sagt, er wolle nicht wie andere klingen, überrascht ein bisschen. Denn genau das tut er hin und wieder.

Pause machen ist keine schlechte Sache. Bei Robert Forster hat sie sieben Jahre gedauert. Zumindest was eigene Musik betrifft. Nach seinem Album The Evangelist von 2008 hat er als Musikjournalist gearbeitet und sich um das Erbe seiner früheren Band The Go-Betweens in Form einer retrospektiven Box gekümmert. Jetzt erscheinen seine Songs To Play. Einerseits ein schön ambivalenter Titel, »play« kann ja sowohl spielen im Sinne von musizieren als auch passives Abspielen bedeuten, andererseits ist es eine so offene Aussage, dass man sich fragt, was ihre Botschaft sein mag.

Die Songs, die man also spielen soll, scheinen sich zumindest in ihrem Songsein sehr wohl zu fühlen, ohne eine übergeordnete Erzählung zu verlangen, die sie enger miteinander verbinden könnte. Es sind ruhige Angelegenheiten, die es sich irgendwo zwischen Rock, Folk und Singer-Songwriterwesen gemütlich gemacht haben. Und es sind durchweg wohlgeratene Songs, die einen Hauch von Alterswerk ausatmen. Der 58-Jährige Forster klingt entspannt, er probiert, unterstützt von jungen australischen Musikern wie Scott Bromiley und Luke McDonald von den John Steel Singers, das eine oder andere aus, wählt mal eine Bossa Nova als Grundierung und bleibt immer diskret-spröde in seinem Tun.

Dass Forster von sich sagt, er wolle nicht wie andere klingen, überrascht jedoch ein bisschen. Denn genau das tut er hin und wieder. Beim Eröffnungssong »Learn To Burn« nicht an eine gut abgehangene Ausgabe der Rolling Stones zu denken, fällt einigermaßen schwer. Und »Let Me Imagine You« sucht mitunter die Nähe zu Lou Reeds Transformer-Phase. Das mag Zufall sein, und das sind nicht die schlechtesten Vergleichsgrößen. Noch schöner sind aber die Lieder, die stärker nach Forster selbst klingen, das dynamisch-introspektive »A Poet Walks« mit seinem selbstironischen Text oder das verspielt-sarkastische »I Love Myself (And I Always Have)« etwa. An diesen Stellen gelingt ein echtes Alterswerk – mit lässig aus dem Ärmel geschüttelten Ideen.

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