Mesopoptamia: Ebony Bones‚ exklusive Streamingpremiere von »Oh Promised Land«

         Foto: Antonello Trio

Als Ouvertüre zu ihrer neuen EP Milk & Honey: Party 1 (RX-84) gibt Ebony Bones den Track »Oh Promised Land« als Exklusiv-Stream frei.

Die ersten Takte zu Ebony Bones‘ neuer Single »Oh Promised Land« kommen einem alttestamentarischen Zwiegespräch mit dem Jahwe des Pops gleich. »Oh promised land / don’t wear me down / I built a dream / don’t tear it down«, wird da, nur von akzentuierenden Synthiegeigen untermalt, mit sakral stilisierter Stimme nach oben gefleht, um das Stoßgebet dann doch selbstsicher wie eine Prophetin mit »One day we gonna shine« enden zu lassen. Und als würde der Herr zustimmend brummen, setzt eine tiefe Spätsiebziger-Disco-Funk-Bassline ein, Kuhglocken klatschen wie Erzengel: die Party kann beginnen.

Ebony Bones, seit jeher bekannt für ihren schillernden Eklektizismus, begibt sich gemäß dem Titel ihrer aktuellen EP Milk & Honey: Party 1 (RX-84) auf die Suche nach einem ganz spezifischen Mesopotamien, in dem Babylon und Zion irgendwie zu einer Megalopolis verschmelzen. Sie kokettiert dabei nicht nur musikalisch mit dem Kontrast zwischen den sakralen Motiven der Lyrics und der kokainschwangeren Ekstase des Discofunks, sondern legt diesmal auch das ganze Artwork auf diese Differenz hin an.

Das wird allein daran deutlich, dass es nur ein einziges physisches Exemplar der EP geben wird. Dasselbe wird dann nur im Rahmen einer Austellung zu bewundern sein – den unikaten, mosaischen Tafeln gleich, die in der Bundeslade ruhen, bis sie ihrem Zweck entbunden irgendwann verschollen gehen, könnte man sagen oder denken.

Und ohne die Analogie annähernd ausschöpfen zu können – die soll ja noch für die ganze EP herhalten – wird jedenfalls uns wie einst dem Moses klar, der vom Sinai absteigend, sein Volk um ein goldenes Kalb tanzen sieht: Der Weg ins gelobte Land allein ist schon die halbe Party.

Ebony Bones live
28.08. Berlin – Berghain, Pop-Kultur Festival