Soundcloud unterschreibt Lizenz-Vertrag zur Vergütung von Independent-Künstlern

Künstlerin aus dem Roster der Beggars Group: FKA Twigs

Seit seiner Gründung 2007 ist Soundcloud zu einer der beliebtesten Seiten für den Austausch und die Verbreitung von Audiodateien im Netz herangewachsen – einfache Handhabung, simples Design, Kompatibilität mit den wichtigsten Social-Media-Kanälen und das alles kostenfrei. Was die Nutzer lieben, sorgt zunehmend für Clinch mit Künstlern und Labels. Das soll nun ein Ende haben.

Bereits im vergangenen November hatte der Soundcloud-Konzern einen Lizenz-Vertrag mit der Warner Music Group unterzeichnet. Daraufhin war der Streaming-Dienst seitens anderer Majors unter Druck geraten. Sony beispielsweise entfernte die Musik großer Acts aus dem Label-Roster wie Kelly Clarkson oder Adele von Soundcloud. Wie auf dem Blog der Plattform gestern zu lesen war, wurde nun ein Lizenz-Deal mit 20 000 Independent-Labels und Musik-Distributoren finalisiert. Was das heißt?

Die Labels, unter ihnen Beggars Group (die sich aktuell zudem nicht einverstanden mit den finanziellen Nutzungsbedingungen des kurz vor der Markteinführung stehenden Apple-Music-Dienstes zeigt), Domino, Secretly Group, Epitaph, PIAS, Warp Records, Armada Music und Ninja Tune, werden von dem Netzwerk Merlin repräsentiert, das für die Verwaltung digitaler Musik-Rechte zuständig ist. Was das für die User der Plattform bedeutet, die bislang als Non-Log-In-Exot neben den volllizensierten Diensten wie Pandora or Spotify existierte, erklären die Betreiber wie folgt: »(…) for our 175m monthly SoundCloud users, today’s announcement means you should expect to have more opportunities to connect with Merlin’s vast roster of indie labels and artists. You’ll also be able to discover and listen to more new tracks from the best independent label creators on the planet, safe in the knowledge they’ll now have the opportunity to get paid while you listen.«

Die über Merlin organisierten Künstlerinnen sind über das On Soundcloud-Programm in der Lage, Geld für die durch ihre Musik generierten Klicks ausgezahlt zu bekommen. Zukünftig sollen die an der Vereinbarung beteiligten Labels in der Lage sein, zusätzliche Content-Management-Optionen auf ihrem Profil zu integrieren und darüber unter anderem nachzuvollziehen, wie und wann die 175 Millionen Nutzer, die Soundcloud monatlich frequentieren, Musik hochladen und anhören. Ein kostenpflichtiger Abonnement-Service soll wie weitere kommerzielle Tools ebenfalls 2015 gelauncht werden.

Merlin-Geschäftsführer Charles Caldas äußerte, dass die Vertragsunterzeichnung ein erstes wesentliches Signal auf dem Weg sei, Schritt für Schritt Gelder für die Vergütung der Künstlerinnen zu generieren, die ihre Musik für Soundcloud-Streams zur Verfügung stellen. Bereits im Herbst 2014 hatte die Plattform mit der Einbindung von Werbung begonnen. Einer Meldung der New York Times zufolge seien seitdem bereits über zwei Millionen Dollar an Gebühren ausgezahlt worden. Eine Zukunft Soundclouds als Business, das im Schulterschluss mit den Protagonistinnen der Musikindustrie agiere, sei ohne Vereinbarungen zu möglichen Formen der Monetarisierung kaum denkbar, so Caldas.