Kalter Kaffee statt »a damn fine cup of coffee«: Twin Peaks ohne David Lynch?

So spannend wie die Entstehungsgeschichte der geplanten dritten Staffel, kann sie selbst gar nicht mehr werden – vor allem ohne David Lynch auf dem Regiestuhl.

Nach langem Hin und Her – eine Fortsetzung von Twin Peaks wird angekündigt, Schauspieler bestätigen ihr Mitwirken, Lynch deutet ein Scheitern an, Showtime widerspricht ihm, alles scheint geregelt – steigt Regisseur David Lynch nun (vorerst) endgültig aus dem Projekt aus. Der Sender hofft natürlich trotzdem noch, die Serie im alten Glanz mit beiden Schöpfern Mark Frost und Lynch zurückbringen zu können.

Ausschlaggebend für den Ausstieg ist das Geld, das für die Produktion vorgesehen ist. Lynch sieht die Mittel zu gering an, als dass er das Drehbuch so umsetzen könnte, wie er es für notwendig erachtet. Dabei sollte die Rückkehr von Laura Palmer und Agent Dale Cooper zum 25. Jubiläum der Kultserie etwas ganz Besonderes werden.

Lynch und Frost wurden bei der Entwicklung der zweiten Staffel vom Sender dazu gedrängt, den Mörder zu enthüllen und die Geschichte so zuende zu bringen – die Produktion wurde im Anschluss eingestellt. In Anbetracht der massiven Beeinflussung des von Lynch vorgesehenen Handlungsverlaufes durch das frühzeite Serien-Aus ist seine aktuelle Entscheidung durchaus verständlich.

Wie es jetzt weitergeht und ob Twin Peaks nun wie geplant mit einer dritten Staffel 2016 auf die Leinwand zurückkehrt, bleibt mit Spannung abzuwarten. Bis dahin kann man sich erstmal in Agent-Dale-Cooper-Manier ein gutes Stück Kirschkuchen und »a damn fine cup of coffee« genehmigen.