Nichts Schönes nirgendwo? Album-Prelistening The Dropout Patrol Sunny Hill

Foto: Nina Agnes Gallert

Irgendjemand hat in irgendeinem schlechten Film irgendjemandem so sinngemäß an den Kopf geknallt: »Du hast deine Zukunft schon hinter dir.« Beim Hören des am Freitag erscheinenden Albums von The Dropout Patrol könnte einem Ähnliches in den Sinn schießen. Warum jene Oden ans Moll nun ausgerechnet unter dem Arbeitstitel Sunny Hill ihre Schatten vorauswerfen, bleibt eines der vielen ungelösten Rätsel dieser fantastischen Band.

Man könnte meinen, diese Platte sei zu großen Teilen im Keller geschrieben worden. Man könnte meinen, Sängerin Jana Sotzko ziehe 24/7 den Vorhang zu und versuche im Selbsttest nachzuvollziehen, welche Gedanken sich im Kopf von Lichtallergikern einnisten. Alles schwarz, alles schlimm – nichts Schönes nirgendwo. Könnte man meinen. Und wird der Musik dieser vier Leisetreter genauso wenig gerecht wie der Vergangenheit, wenn man sie selektiv rückblickend als das ewig Bessere bilanziert.

Fakt ist, The Dropout Patrol romantisieren nicht, anders als unser Gehirn blenden sie aus Selbstschutz nicht die Negativmomente aus. Sie erinnern sich auch und gerade an alles, was schief lief und blicken vom sonnigen Hügel hinab ins dunkle Tal, in das sie die Marschroute perspektivisch führen wird. Das ist nicht pessimistisch. Sondern ehrlich. Und ganz nüchtern betrachtet die wahrscheinlichste Zukunft, die wir längst hinter uns haben. In diesem Sinne: das am Freitag via Altin Village & Mine erscheinende Album schon heute in voller Länge: