The Gaslight Anthem Get Hurt

The Gaslight Anthem Get Hurt scheitert nicht nur an seinen Vorbildern, seine Urheber missverstehen diese obendrein auch komplett.

Die anfängliche Hoffnung, The Gaslight Anthem könnten mit ihrem springsteeninfizierten Punkrock irgendwann zu einer wichtigen Stimme der amerikanischen Rockmusik heranwachsen, hat sich relativ schnell zerschlagen: Nach den Alben der formativen Jahre wurde die Musik der Band konstant statischer und berechenbarer, inhaltlich flach war sie von Anfang an gewesen. Kreationist Brian Fallon sang banale High-School-Boy-Girl-Geschichtchen zu wuchtigen sogenannten Power-Riffs, ungetrübt von kompositorischer Raffinesse. Natürlich wurden The Gaslight Anthem mit dieser wenig fordernden Mixtur immer erfolgreicher und irgendwann zu Stars.

Immerhin mangelnden Veränderungswillen kann man der Band nun nicht mehr vorwerfen: Auf Get Hurt werden die Punkrockwurzeln endgültig gekappt – zugunsten eines Achtziger-Holzhacker-Hard-Rock-Geriffes im Stile der Band Survivor sowie übelseifiger »La-la-la-tonight-he-saved-my-life«-Refrains im Stile der Killers wie in »Stay Vicious«. Wie Gaslight Anthem die Musik von Bruce Springsteen verstehen – nämlich gar nicht –, kann man zudem an »Helter Skeleton« ablesen, einer euphorisch kreischenden Americana-Power-Pop-Hymne der unerträglicheren Art. Von Anfang an fehlten dieser Musik die Tiefe, die Präzision in der Charakterzeichung und natürlich die poetische Liebe für seine Figuren, die Springsteen stets ausgezeichnet haben.

Brian Fallon bezeichnete im Vorfeld No Code von Pearl Jam als prägenden Einfluss auf Get Hurt. Nun war »No Code« ein stark von Americana beeinflusstes, gelegentliche Punk-Ausflüge unternehmendes Songschreiberalbum, das wenig Wert auf geschliffene Oberflächen legte. Es scheint, als habe Brian Fallon neben Springsteen nun auch noch Pearl Jam falsch verstanden. Die Fausthochrecker- und Unterhemden-Fraktion wird es nicht stören.

 

  • rennrad

    Oh Gott, oh Gott, was für eine unsäglich geschriebene Rezension. Das kommt über Apotheken-Umschau-Journalismus nicht hinaus. Ich bin keine Gaslight Anthem Fan, fürwahr nicht, aber sowas schlecht verfasstes habe ich lange nicht gelesen. Hauptsache Sie, Torsten Groß haben Springsteen und Pearl Jam verstanden. Ja ja – genau. Meine Güte…….Ich habe viele Jahre meines Lebens die Spex gelesen, jetzt weiß ich wieder, warum ich es seit vielen Jahren nicht mehr tue.
    Grüße

  • vcrthis

    Oh mein Gott, das ist ja echt eine Goldmine hier. „Achtziger-Holzhacker-Hard-Rock-Geriffes“ ist glaub ich mein Favorit. „High-School-Boy-Girl-Geschichtchen“ ist aber auch gut. Da hat ja jemand sehr viel Ahnung die Band und deren Musik auf solche, schön aneinander gereihten Begriffe zu reduzieren.

    Kreationist Brian Fallon versteht den Springsteen nicht. Ich schon, ehrlich ! – wär auch ne gute Headline für den Artikel gewesen.

  • Konni Seventyseven

    Mieses Review von jemandem der anscheinend persönlich was gegen die Band oder Fallon hat.
    Man merkt wie sehr der Verfassser sich mit der Platte auseinandergesetzt hat !!
    Man sollte sich vll. überlegen ob man sich nicht mal bei der BILD bewerben sollte die suchen immer gute Musikjournalisten die sich mit ihrem Thema null befassen!!

  • der schaefer

    zum glück, so schlecht wie diese kritik ist die platte nicht. und auch bruce allmighty hat jahrelang fäuste gereckt und unterhemden getragen – merkt er deshalb nix? was bleibt: mit dem falsch verstehen kennt sich der musikschreiber aus. eindrucksvoll bewiesen.

  • Yvonne

    Was ist das bitte für ein Null-Satz? Mainstream-Distrinktionsgehabe ist sooo 1996.

    „Natürlich wurden The Gaslight Anthem mit dieser wenig fordernden Mixtur immer erfolgreicher und irgendwann zu Stars.“