Regisseur Harun Farocki tot

Eine traurige Nachricht: Der Autor und Filmemacher Harun Farocki ist verstorben.

Nur 70 Jahre ist Harun Farocki alt geworden. Leider. Farocki lässt ein fast 50-jähriges Schaffen an Dokumentar-, Essay- und Kunstfilmen. Dabei nahm er sich immer wieder kritisch und politisch engagiert den Themen der Gegenwart an, vom Vietnam- bis hin zum Irak-Krieg, aber auch der Fußball-WM. Seine eindrucksvolle frühe Arbeit Nicht löschbares Feuer, veröffentlicht 1969, einem Jahr nach seinem Rauswurf aus der Berliner Filmakademie wegen rebellischer Umtriebe, widmete sich den kriegsimmanenten Produktionsbedingungen von Napalm. Der Film wurde ein Kerndokument der Antikriegsbewegung.

Farocki war bis zuletzt ein Getriebener im positiven Sinne, ein Arbeiter, und u. a. auch als Co-Autor von Christian Petzold, einem der führenden Regie-Köpfe der Berliner Schule, tätig. Eine letzte Zusammenarbeit, der Nachkriegskinofilm Phoenix, wird Ende September anlaufen. Am 16. August hätte er im Rahmen der Ruhtriennale und gemeinsam mit seiner Frau Antje Ehmann im Essener Museum Folkwang sein neues Projekt, Eine Einstellung zur Arbeit, vorgestellt. Außerdem ist derzeit in Berlin, im Hamburger Bahnhof, seine vierteilige Werkreihe Ernste Spiele zu sehen. Bernd M. Scherer, Intendant des Hauses der Kulturen der Welt, an dem Farocki ebenfalls immer wieder tätig war über den Toten: »Er war einer jener Künstler, die das Denken und den Blick der Menschen verändern. Über die Jahre war er immer wieder in unserem Programm präsent, und wir hatten viele Pläne für die Zukunft.«

Die Galerie Thaddaeus Ropac in Salzburg bestätigte dem Magazin Monopol das unerfreuliche Ereignis.