Copyright-Probleme & mögliche Monetarisierung bei SoundCloud

Soundcloud

Eine neue iPhone-App, ein mögliches Monetarisierungssystem und Probleme mit dem Urheberrecht: Bei SoundCloud tut sich derzeit einiges.

SoundCloud ist in den letzten Jahren von einem vielversprechenden Berliner Startup zu einem international anerkannten Dienst gewachsen, den selbst Künstlerinnen wie Lady Gaga für ihre Promo nutzen. Im Frühjahr war sogar Twitter kurzzeitig an einem Kauf der Musikplattform interessiert, die derzeit 250 Millionen Nutzer erreicht und etwa 700 Millionen US Dollar wert sein soll – bislang jedoch alles ohne eine Vergütung der Künstler und der sie vertretenden Labels.

Ein Umstand, der sich demnächst ändern könnte. SoundCloud hat letzte Woche eine neue iPhone-App vorgestellt. Diese richtet sich eher an die Hörer, statt an mögliche Produzenten: Zwar gibt es eine verbesserte Benutzeroberfläche, dafür aber keine Upload-Funktion mehr. Im Zuge der Vorstellung kündigte Mitgründer und CTO Eric Wahlforss im Interview mit dem Guardian auch ein Monetarisierungssystem für die nahe Zukunft an: »When you have millions of followers and millions of listeners, you’ve got some point expecting there to be some sort of monetisation there. We hear that loud and clear.« Aktuell experimentiere die Firma in den USA mit verschiedenen Modellen, die Wahlforss allerdings noch nicht spezifizieren wollte: »We have a bunch of different products that we’ve been testing with brands: we’re doing native-type advertising things, and we’re building a couple of other things as well.«

Bislang hat SoundCloud noch kein System zum Generieren von Umsätzen entwickelt, die die finanzielle Grundlage für eine Entlohnung von Urhebern, Interpreten und Labels erst ermöglichen würde. Dass sich der Unmut darüber noch nicht entfaltet hat, liegt vor allem daran, dass SoundCloud allgemein eher als Promo-Werkzeug denn als Streamingdienst wahrgenommen wird.

Anders sieht es derweil beim Umgang mit dem Urheberrecht aus. Seit dem letzten Jahr mehren sich die Stimmen von DJs und Radiohosts, aber auch von Labels und Künstlern selbst, dass die von ihnen hochgeladenen Mixe oder Musikstücke – trotz vorhandener Rechte – aufgrund von Urheberrechtsverletzungen geblockt wurden. Manche konnten ihre Musik erst gar nicht hochladen und die entsprechenden Fälle nur umständlich klären.

Auf den ersten Blick besonders irritierend ist ein Fall, der am Wochenende bekannt wurde: Die Mixe des SubFM-Radiomoderators Greg Morris wurden mehrfach geblockt, allerdings ohne dass dieser genau nachvollziehen konnte, welcher Song das Problem verursachte. Auf Nachfrage teilte ihm SoundCloud mit, dass sie darauf keinen Einfluss hätten, da das Label Universal direkt den Block auf der Plattform veranlasst hätte. Und dies auch, nachdem Morris den Mix ohne Universal-Inhalte erneut hochlud. »The control of removing content is completely with Universal«, hieß es in der Antwort des SoundCloud Copyright Teams. SoundCloud überwacht seine eigene Plattform also nicht selbst bzw. nur teilweise.

Ein weiterer Schritt hin zu neuen Umsatzmodellen dürfte derweil eine weitere Neuerung bei SoundCloud sein: Ab 17. Juli will man (anonym) auch das Geschlecht der Nutzer mit erfassen. So könnte weiteres besser vermarktbares Datenmaterial generiert werden.

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