GEGENkino in Leipzig

Pepperminta
Still aus Pipilotti Rists Pepperminta, welcher am 5. April beim GEGENkino zu sehen wird.

GEGENkino, das elftägige Filmfestival für cineastische Gegenbewegungen, startet heute in Leipzig.

Im UT Connewitz, dem LURU-Kino und der Schaubühne Lindenfels wird sich noch bis zum 13. April mit diversen Strömungen des Kinos auseinandergesetzt, die gegewärtig oder zu ihrer Zeit mit den Konventionen brechen bzw. brachen – egal ob als experimenteller oder kommerzieller Film, immer aber begleitet von intensiven Reaktionen.

Einzelne Veranstaltungen sind dem Schaffen von Pipilotti Rist, Matthew Barney und Harun Farocki gewidmet. Kurzfilme von u. a. Jack Smith, Nick Zedd und Richard Kern (der ohnehin die Aufmerksamkeit verdient hätte, die der schreckliche Terry Richardson bekommt) werden ebenfalls gezeigt.

Mit Lars-Henrik Gass (Int. Kurzfilmtage Oberhausen), Stefanie Schulte Strathaus (arsenal institut Berlin), Torsten Frehse (Neue Visionen Filmverleih) und Clemens von Wedemeyer (Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig) wird es zudem eine qualitativ besetzte Podiumsdiskussion über »Das Kino nach dem Kino« geben. Marcus Stiglegger, der auch am SPEX-Roundtable zu Nazi-Skandalen und Hitler-Satire teilnahm, wird über die Verbindung von Sexualität und Faschismus im Film sprechen.

Auch Musik zum Film wird es geben: Felix Kubin (aktuell auch auf Tour) wird Michael Snows mit einem Roboterarm gedrehten Experimentalfilm La Region Centrale vertonen, Jozef van Wissem, der zuletzt den Soundtrack für Jim Jarmuschs Only Lovers Left Alive übernahm, wiederum Buñuels surrealistisches Meisterwerk L'Age d'Or.

Ein insgesamt interessantes Programm also, das sicherlich noch den ein oder anderen (weiteren) Beitrag einer Regisseurin oder Wissenschaftlerin vertragen hätte, aber insgesamt lohnenswert erscheint. Die komplette Übersicht mit allen Zeiten findet sich auf der Webseite des Festivals. Neben Einzeltickets gibt es auch Festivalpässe für 36 bzw. ermäßigt 28 €.