Lambert »Chamber«

Lambert   FOTO: Tillmann Roth & Niklas Weise

Pferd auf dem Flur, Antilope am Klavier: Maskenmann Lambert re-workt derzeit die halbe Pop-Musik. Neben seiner Interpretation von Bonapartes »Into The Wild« hat er nun mit »Chamber« auch das erste Stück seines kommenden Debütalbums als Video veröffentlicht.

Der Mann mit der Maske scheint auf allem spielen zu können, was ihm in die Hände gelangt: morsche Äste, zugeschneite Möbel, verwitterte Ruinenmauern. Nach dem Sehen seiner Videos kann man sagen, die ganze Welt ist für ihn ein (präpariertes) Klavier. Und all diese Bilder zwischen den Überresten taugen dann auch als Metapher für die Musiker: der Interpret führt sie auf ihren Kern, ihre Melodie auf ein einziges Instrument zurück.

Der Mann mit der Maske ist nicht allein, er hat Kollegen wie Daft Punk oder SBTRKT. Deren Wumms fehlt ihm zwar, dafür ist seine Hülle eine Holz-Antilopenmaske (deren Schnauze eher einem Gnu ähnelt). Diese kann man nun wiederum mit allen möglichen romantischen Geschichtchen und Mythen aufladen, am Ende ist die Auflösung meistens doch nicht so spektakulär. Wir könnten den Künstler bereits kennen – deshalb die Maske. Oder er glaubt nicht allein an die Kraft seiner Musik (dazu hätte er allerdings nicht unbedingt einen Grund). Vielleicht ist er schlichtweg schüchtern oder gar ein bekannter Politiker, TV-Koch, oder Markus Lanz, auf der Suche nach verlorenen Sympathien. Vielleicht täuscht der Eindruck und er ist in Wahrheit eine Frau. Was tut das zur Sache?

Der Mann mit der Maske nennt sich Lambert und covert bzw. re-workt jedenfalls, ähnlich wie Kollege Gregor Schwellenbach, gerne Pop-Musik. Zuletzt u.a. Tocotronic und Ja, Panik sowie – jetzt ganz neu – Bonapartes »Into The Wild«. Mit Tobias Jundt & Co hat Lambert gemein, dass er demnächst ein neues Album veröffentlicht: sein nach ihm selbst benanntes Debütalbum, das am 16. Mai bei Staatsakt erscheint (Bonapartes vierte LP folgt am 30. Mai an gleicher Stelle). Aus diesem stellt er nun im selben Atemzug wie »Into The Wild« (Video: Jona Källgren) den ersten eigenen Song namens »Chamber« vor (Video: Tillmann Roth & Niklas Weise). Gemischt und gemastert hat das Album Nils Frahm, dessen Spiellängen allerdings nicht so Lamberts Sache sind, der stattdessen lieber 21 Miniaturen auf der Platte versammelt.

Weitere Re-work-Videos finden sich auf Lamberts YouTube-Kanal. Dort hat er übrigens nur einen anderen Kanal abonniert, den von Ólafur Arnalds …

Lambert live
10.05. Berlin, XJazz Festival
17.05. Leipzig, Horns Erben
23.05. Dortmund, Konzerthaus
29.05. Berlin – Volksbühne als Support von Bonaparte