Videopremiere: Die Nerven & Tocotronic in »Angst«

Die Nerven

Verbunden in »Angst« (und ihrer Überwindung): Die Nerven haben sich für ihr neues Video, das SPEX.de erstmals zeigt, von Tocotronic mimen lassen.

Ich habe Angst vor Begebenheiten, Ängste vor Situationen
Obwohl ich weiß, dass diese Ängste sich überhaupt nicht lohnen

Es ist ein kalter Dezembertag. In einem Hinterraum des Jugendclub Jokers in Rangsdorf, südlich von Berlin, fachsimpeln Tocotronic über Bio-Zigaretten. Sie warten auf ihren Auftritt vor einem nicht unbedingt interessierten Publikum. In dem niedrigen, teilweise holzvertäfelten Hauptraum fragt die Jugendarbeiterin Conny derweil, ob man Tee oder Kaffee trinken möchte. Kennen die versammelten Jugendlichen (noch) Tocotronic? Die Stichprobe bleibt ohne positive Rückmeldung. Dann besteigt das Trio die kleine Bühne. »Mach das Licht aus, ich will dich nicht mehr sehen!«, prangt es von dem Equipment, welches es ganz deutlich nicht das ihrige ist. Dennoch schaltet Dirk von Lowtzow den Ventilator an und Arne Zank zählt ein. Die eigentlichen Interpreten sind da noch auf dem Weg …

Vor einigen Monaten spielte Trümmer die Goldenen Zitronen in deren »Scheinwerfer und Lautsprecher«-Video. Es passt zur Attitüde von Die Nerven, dass sie wiederum den Generationenspieß umdrehen. Die fixe Idee dazu kam ihnen – wie so manch andere – im Tourbus. Einfach fragen. Und die Vorbilder machen gerne mit.

»Tocotronic waren die ersten, die ich mit acht Jahren richtig gut fand. Sie haben damals ›Ich verabscheue euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst‹ für VIVA Zwei in ihrem Proberaum gespielt. Das man so texten konnte. Ich dachte, es gäbe nur Schlager und Die Ärzte«, sagt Schlagzeuger Kevin Kuhn am Tag nach dem Videodreh. Von etwaigen Vergleichen will Kollege Julian Knoth allerdings nichts wissen, lediglich »diese Ernsthaftigkeit nach außen und dieser Humor nach innen«, die habe man gemein. Wir ergänzen: der erfolgreiche Triumph über provinzielle Enge.

Das Grundthema des Songs teilen hingegen alle Beteiligten, auch die Kids aus dem Jugendzentrum. Dirk von Lowtzow sagt: »Es geht ja um Ängste, das kann jeder nachvollziehen.« Das Videoteam um Regisseur Maximilian Wiedenhofer und Kameramann Björn Knechtel hat das perfekt und keinesfalls moralisierenden eingefangen. Lediglich ganz spröde steht am Ende: Überwinde die eigenen Unsicherheiten, auch wenn es keinen sonst interessiert. Es ist das gleiche, reinigende Credo, das auch FUN, das wundschürfende zweite Album der Nerven, verströmt.

Ein ausführliches Porträt Der Nerven findet sich aktuell in SPEX N°351 (jetzt am Kiosk & im Online-Shop).

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