Jay-Z & Justin Timberlake »Holy Grail« aus Magna Carta… Holy Grail hören

Stream eines Songs sowie erste inhaltliche Analyse des Albums, das seit heute in Album-App frei downloadbar ist

Text:

Jay-Z Magna Carta… Holy Grail

Nutzerinnen eines bestimmten Smartphonetyps, die sich vor kurzem die Album-App herunterladen gehaben, hören jetzt wahrscheinlich eh gerade das neue Jay-Z-Werk Magna Carta… Holy Grail – ein sechzehn Titel starker Pfundskerl. Für alle anderen gibt es nachfolgend den Opener »Holy Grail« im Stream; mit Justin Timberlake und Zitaten aus Nirvanas »Smells Like Teen Spirit«. Darin rechnet Carter-Knowles mit falschen Freunden und einer falschen Beziehung ab, die allerdings wohl kaum Ehefrau Beyoncé meint. Auch der Rummel um seine Person wird thematisiert.
    Auf den weiteren Stücken rappt er u.a. über seine Kunstsammlung bzw. sein -Verständnis (Mona Lisa im Schlafzimmer, Bacon im Esszimmer), verpasst Lil Wayne eine Abreibung, shoppt in Europa etc. pp. Das Kondensat seines Selbstverständnisses: »I don't pop molly, I rock Tom Ford« (aus »Tom Ford«). Aber auch zum aktuellen SPEX-Titel hat Jay-Z gewissermaßen einiges zu sagen:
    In »Oceans« heißt es u.a. »I'm anti Santa Maria / Only Christopher we acknowledge is Wallace / I don't even like Washingtons in my pocket« – eine Ablehnung von Christopher Kolumbus als eigentlicher Verursacher der US-Sklaverei und den weißen »Gründervätern« um George Washington einerseits, denen andererseits Notorious B.I.G. als Gegenentwurf gegenübergestellt wird. Frank Ocean (Namentlich natürlich mehr als passend für diesen Titel…) singt dazu in der Hook: »I hope my black skin Annotatedon't dirt this white tuxedo / Before the Basquait show and if so / Well fuck it, fuck it / Because this water drown my family / This water mixed my blood / This water tells my story / This water knows it all«. Hier spannt sich der Bogen von den Sklavenschiffen zur sozio-politischen Kunst von Jean-Michel Basquiat, einem der afro-amerikanischen Künstler, der in der Kunstszene allgemeine Anerkennung fand.
    »Somewhereinamerica« thematisiert dann den Aufstieg und kulturellen Einfluss der »New Blacks« mit einem in alle Richtungen offenen, selbstbewussten Jay-Z, der weiß: »somewhere in America Miley Cyrus is still twerkin'«. Großartig.

Magna Carta… Holy Grail erscheint regulär am 8. Juli. Ein Artikel über den ebenfalls weißen Gründervater Thomas Jefferson und seine mehr als fragwürdige Haltung zur Sklaverei ist Teil der aktuellen SPEX-Titelgeschichte »We Had A Dream – Kanye West, Martin Luther King und die neuen Sklaven«.

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