Kanye: »I am Steve Jobs of Internet, downtown, fashion, culture. Period.«

Kanye West

Bei einer Listening Session in New York hat Kanye West die komplette Kollaborationsliste seines von Rick Rubin produzierten neuen Albums Yeezus verraten. Daft Punk haben gleich drei Stücke (»On Sight«, »Black Skinhead«, »I Am God«) co-produziert; Frank Ocean, Justin Vernon von Bon Iver, Kid Cudi und die beiden Chicago Drill-Rapper Chief Keef und King Louie sind auf je einem der zehn Lieder vertreten. Bei der Beatproduktion durften aber auch TNGHT (Hudson Mohawke und Lunice) sowie – die wohl größte Überraschung – Arca vom Label Hippos In Tanks mithelfen. Dazu wurden u.a. Omega, Billie Holiday, Ponderosa Twins Plus One und Brenda Lee gesampelt. Und Kanye, der natürlich auch etwas bei dieser Gelegenheit zu erzählen hatte (siehe Video unten), sagte u.a.: »West was my slave name and Yeezus is my god name.«

Noch erkenntnisreicher ist allerdings ein Interview geraten, für das sich der Journalist Jon Caramanica über drei Tage verteilt mehrere Stunden mit Yeezus zusammen gesetzt hatte und das nun in Auszügen auf der Webseite der New York Times erschienen ist. Vieles kommt zur Sprache: seine Kindheit und Anfänge, sein Glauben (an sich selbst), seine Familie, dass 808s & Heartbreaks das erste »black new wave album« überhaupt gewesen wäre, dass er beinahe einmal ähnlich für Justin Timberlake in die Bresche gesprungen wäre, wie dereinst für Beyoncé gegenüber Taylor Swift, und, und, und.
    Natürlich geht es auch um das Entstehen von Yeezus, die Zusammenarbeit mit Rubin und das Schreiben in Paris – inspiriert von Louvre-Spaziergängen, den hiesigen Designern und Le Corbusier. Dabei scheint ihn vor allem der bislang ausbleibende Gewinn eines Grammys für ein Album »Album Of The Year« am meisten zu wurmen. Wobei, folgende Beobachtung seinerseits nicht ganz richtig ist: »I don’t know if this is statistically right, but I’m assuming I have the most Grammys of anyone my age, but I haven’t won one against a white person.« Zumindest für das »Best Rap Album« waren 2005 bzw. 2006 auch Beastie Boys und Eminem gelistet. Dafür hat der »minimalist in a rapper’s body« nun eine gemeinere Klangästhetik ersonnen: »There’s no opera sounds on this new album, you know what I mean? It’s just like, super low-bit. I’m still, like, slightly a snob, but I completely removed my snob heaven songs; I just removed them altogether.«
   Am vielleicht interessantesten ist aber wohl der nachfolgende Vergleich, den wir einfach unkommentiert lassen:
   »I think what Kanye West is going to mean is something similar to what Steve Jobs means. I am undoubtedly, you know, Steve of Internet, downtown, fashion, culture. Period. By a long jump. I honestly feel that because Steve has passed, you know, it’s like when Biggie passed and Jay-Z was allowed to become Jay-Z.«

Jetzt muss Yeezus nur noch erscheinen. Wir warten gespannt. Videos von allen vier bereits live aufgeführten Songs aus dem Album hatten wir hier zusammengetragen. Bei Juice.de findet sich der Stream einer EP, die Beatproduzent !llmind jüngst Kanye gewidmet hat.

JUICE Magazin abonnieren
SPEX ABO
BESTELLEN
UND TOLLE
PRÄMIEN
SICHERN!

 
 
 
ZUM SHOP
spex_no366_final_cover_154px
DIE NEUE
AUSGABE &
BACK ISSUES
JETZT
VERSAND-
KOSTENFREI
BESTELLEN!
 
 
ZUM SHOP
timaminov3

Ästhetik der Post-Apokalypse: Tim Aminov – Videopremiere »One Lone Survivor«

Der Russe Tim Aminov ist ein Klangarchitekt, sein Spezialgebiet: die Ästhetik des Unaufdringlichen. Bevor am 15. Februar seine Moment-EP erscheint, präsentiert SPEX den Clip zu »One Love Survivor« und mit ihm den Beweis, dass sie noch Sinn machen – diese Musikvideos.

Ta-Nehisi Coates

Ta-Nehisi Coates »Zwischen mir und der Welt« / Review

Keine Hoffnung, keine Träume: Mit dem aufwühlenden Erlebnisbericht »Zwischen mir und der Welt« schreibt Ta-Nehisi Coates das Märchen von Amerikas post-racial society ins Grab.

DF16_LOGO_RGB

Nicht-Norm: SPEX präsentiert Donaufestival 2016

Musik und Performance, Kunst und Installation, Video und Tanz – das Donaufestival präsentiert sich auch im elften Jahr nach seiner inhaltlichen Neupositionierung als Allrounder, der auch die Nische nicht vergisst. SPEX präsentiert das Festival mit Mogwai, Pantha Du Prince, DJ Koze und anderen an zwei Wochenenden im Frühjahr.

Roger Willemsen. Foto: Mathias Bothor

Roger Willemsen ist tot

Medienberichten zufolge ist der Autor und frühere Fernsehmoderator Roger Willemsen im Alter von 60 Jahren gestorben.

JuniorBoys

Junior Boys »Big Black Coat« / Review

Big Black Coat (das Album wie der gleichnamige Song) entfalten in der Tat wärmende Wirkung.

Sunflower Bean

Beeinflusst von: allen – Sunflower Bean live / Ticketverlosung

Ritt durch die Rockgeschichte: Sunflower Bean kommen mit ihrem Album-Debüt nach Deutschland.

MaryOcher

Mary Ocher + Your Government »Mary Ocher + Your Government« / Review

Wie man Ochers Werk lesen muss? Wenn es keinen Ort gibt, an dem man sein kann, wie man will, muss man sich diesen Ort schaffen.

fastforward

Killt Streamingdienst den Plattenstar? Ein Plädoyer von Malakoff Kowalski

Die Diskussion um Streamingdienste wurde 2015 von Urhebern und Schallplattenliebhabern mit maximaler Intensität geführt und im Prinzip als ein Werk des Teufels begriffen. Unser Autor, seinerseits Schöpfer musikalischer Werke, ist gegenteiliger Meinung. Ein Plädoyer für Streaming.

_DSC4277_MarkusMilcke

Neue Katastrophen: Human Abfall mit neuem Album auf Tour / SPEX präsentiert

Noisiger Gitarrensound, knarzige Bassläufe und minimalistisches Schlagzeugspiel: Human Abfall thematisieren in ihrem lärmenden, klaustrophobischen Soundgerüst humanitäre Krisen und menschliche Katastrophen. Am 29. April erscheint das zweite Album Form Und Zweck, SPEX präsentiert die dazugehörige Deutschlandtour.

nevermen

Nevermen »Nevermen« / Review

Der vielstimmig mäandernde psychedelische Pop von TV On The Radio, verrührt mit Mr.-Bungle-Rock.

anothercity

Ankommen im Hier und Jetzt – Ausblick auf die Berlinale Shorts

Heute wurde das offizielle Programm der 66. Internationalen Filmfestspiele von Berlin vorgestellt. Die Berlinale Shorts präsentieren eine mutige Auswahl von Kurzfilmen aus aller Welt.

SPEX_Logo_1000er

Praktikum in der SPEX-Redaktion

Schwerpunkt Online: SPEX sucht ab März Verstärkung in der Redaktion.