New Found Land New Found Land
Alleingang mit Erfolgen – dazu Stream, Verlosung & Tourtermine
Text: Elise Graton
New Found Land
New Found Land
Fixe Records / Broken Silence – 01.03.2013
Eröffnet wird das mittlerweile dritte Album der schwedischen Musikerin Anna Roxenholt alias New Found Land vom einsamen Takt eines Schlagzeugs. Zum langsamen Rhythmus gesellen sich ein synthetisch surrender Bläserklang und einzeln gezupfte Cellosaiten, die sich wie in einen Plastikbecher fallende Wassertropfen anhören. Atmosphärisch, ruhig. Doch trotz dieses harmonischen Einstiegs geht es im neuen Werk von Anna Roxenholt um ihren eher steinigen Weg zur musikalischen Wieder-Selbstfindung. »I built a little house for myself / In a new country / Where no one could see / All my mistakes and all my troubles«, singt sie in diesem sanften ersten Lied »Only My Winnings«. Und tatsächlich soll Roxenholt, obwohl die Aufnahmen der neuen Platte im Berliner Tonstudio Chez Chérie bereits begonnen hatten, mittendrin das Ruder herumgerissen und verkündet haben, an ihren Songs erst noch weiter werkeln zu wollen. Und zwar alleine. Daraufhin schottete sich die Wahlberlinerin im Haus ihrer Mutter in der schwedischen Heimat ab. Eine Erklärung für diesen entschlossenen Schritt schwingt zwischen den Songzeilen mit: Der Druck von außen, die vielen verwirrenden Meinungen, die verunsichernden Ratschläge – all das wurde unerträglich. Die neue Musik aber sollte ganz nach ihr selbst klingen, und das ging diesmal nur mit Abstand.
Teils melancholisch, teils aufmunternd dynamisch, verortet sich das nun schlicht nach dem Projekt selbst benannte Album New Found Land irgendwo an der Schwelle von 80er-Pop, neuzeitigem Elektropop oder auch Indie-Pop. Die Platte könnte damit gleichermaßen Fans von Depeche Mode, von Elli Medeiros aber auch von Little Dragon begeistern. Dass der Weg bis hin zu dieser besonderen Stellung und zu diesem eigenartigen Album kein Spaziergang war, hört man jedem einzelnen Lied an. Anna Roxenholt scheut sich nicht davor, ihre Angst vor der Einsamkeit, dem Scheitern, den Selbstzweifeln oder ihre berufliche Trennung vom Ehemann zu thematisieren. »I became your mirror« singt sie vorwurfsvoll in »Mirror« über die gescheiterte Zusammenarbeit, untermalt von einem rohen, durchgehend hämmernden Schlagzeug und weihevollen Synthie-Trompeten. Später im Album vereint sich das Paar noch einmal gesanglich in »A Song We Never Learn To Sing«. Doch das wäre damit ja erledigt.
Besonders innig ist das allerletzte Lied »What Is Love«. Was Liebe sei, das wisse sie nicht, singt Roxenholt so zart wie eindringlich ins Mikrofon. Zunächst a capella, bis aus dem Hintergrund Beats übernehmen, satt peitschend, energiegeladen. »I don’t know, I don’t know ...«
New Found Land, das am 1. März erscheint, ist nachfolgend erstmals vorab im auszugsweisen Stream zu hören – und komplett auf WiMP. SPEX verlost noch 3x2 Plätze für das Konzert zur Albumveröffentlichung ebenfalls am Freitag im Flux Bau, Berlin. Teilnahme ausschließlich via E-mail mit Betreff dem »NFL« (gewinnen_at_spex.de). Teilnahmeschluss ist Donnerstag, der 28. Februar, 10 Uhr. Im April und Mai geht New Found Land dann auf Tour – präsentiert von SPEX.
SPEX präsentiert New Found Land
29.04. Köln – Studio 672
01.05. Offenbach – Hafen2
02.05. Krefeld – Jazzkeller
03.05. Berlin – Privatclub
04.05. Hamburg – Molotow Bar
07.05. Dresden – Societätstheater
08.05. Nürnberg – Club Stereo
09.05. Hannover – Lux

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