Editorial SPEX N°343

Text von Torsten Groß
am 11. Februar 2013

Thom Yorke und Torsten Groß (r.) in London
Thom Yorke und Torsten Groß (r.) in London

Alles anders, alles neu?!

  Das nun nicht, liebe Leserinnen und Leser. Die wesentlichen inhaltlichen Eckpfeiler wurden beibehalten. Aber aufgeräumter, ruhiger und leserfreundlicher sollte die Gestaltung werden – was, wie wir finden, sehr gut gelungen ist. Wir freuen uns jedenfalls auf lebhafte Diskussionen sowie jede Form von Lob, Kritik oder Anregung zum neuen Erscheinungsbild von SPEX. Hier die wichtigsten inhaltlichen Änderungen: Am Ende des Literatur- und des Kinoteils werden ab sofort ausgewählte Veröffentlichungen aus beiden Bereichen kompakter rezensiert, um einen breiteren Überblick über das aktuelle Geschehen zu vermitteln. Neu sind auch die Songtextkritik im Musikteil sowie die letzte Seite, der von uns so genannte Ausklang, der ab sofort jeden Monat exklusiv für SPEX von wechselnden Künstlern gestaltet wird. Den Anfang macht Max Frisinger.

   Der Relaunch (erste Eindrücke hier) ist das Ergebnis eines längeren Prozesses, den die Redaktion gemeinsam mit der neuen Art Direktion Lambl/Homburger bestritt, die wir an dieser Stelle herzlich begrüßen möchten. Die Gestalter Florian Lambl und Christoph Gabriel brachten neben ihrer Expertise bequeme neue Stühle und eine ernährungsphilosophische Erkenntnis mit: Wenn man einen Kinderriegel und ein Duplo essen möchte, sollte man zuerst den Kinderriegel und dann das Duplo nehmen. Nur so sei eine Steigerung und somit ein weiterer Energieschub möglich, weil – wer hätte das gedacht? – Duplo angeblich süßer ist als Kinderriegel. Sie merken: Energie, egal aus welcher Quelle, war ein wichtiges Thema während der Produktion dieser Ausgabe. Ein weiterer Fachmann in Ernährungs- und Energiefragen ist übrigens der Kakaopapst und SPEX-Autor Holger in’t Veld, dessen neue Kolumne »Pofalte« ab sofort Johnny Haeuslers »Medienwelten« ersetzen wird. Wir sind gespannt, was Sie zu seiner Blutgruppentheorie sagen!

   Mehr als jeder Schokoriegel brachte die wundersame Rückkehr des David Bowie am 8. Januar das Blut der Redaktion in Wallung. Dass es 2013 tatsächlich noch möglich ist, völlig aus dem Nichts und ohne die üblichen Gerüchte im Vorfeld so eine Punktlandung hinzulegen, hat uns zu Tränen gerührt. Wegen einer internationalen Sperrfrist dürfen wie leider kein Wort über das neue Bowie-Album schreiben (aber es ist wirklich …), omnipräsent sind der Sänger und die Stadt, die er in seinem Comeback-Song »Where Are We Now« besingt, das alte Westberlin nämlich, trotzdem: Bryan Ferry und Wolfgang Müller sprechen auch über Bowie, letzterer reflektiert in einem neuen Buch die wilden 80er in der geteilten Stadt. Der Westberlin-Veteran Nick Cave, den Max Dax für die Titelgeschichte in seiner Wahlheimat Brighton besuchte, freut sich ebenfalls über das Bowie-Comeback, im Modegespräch kommt Geoffrey Marsh zu Wort, der gemeinsam mit Victoria Broackes David Bowie Is kuratiert, jene Ausstellung, die dieses Frühjahr im Londoner Victoria And Albert Museum gezeigt wird.

   Schließlich informierte uns der Radiohead- und jetzt auch Atoms-For-Peace-Sänger Thom Yorke am Rande eines längeren Interviews über den aktuellen Aufenthaltsort von Jonny Greenwood. Selbiger urlaube mit der Familie in Australien – und war vermutlich deshalb nicht dazu gekommen, wie geplant Fragen zu seiner Tätigkeit als Filmkomponist zu beantworten. An seiner Stelle tun dies nun Christian Fennesz und Giorgio Moroder – ein wirklich ebenbürtiger Ersatz.

   Viel Spaß mit dieser Ausgabe!

Torsten Groß

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