Schorsch Kamerun »Unabhängigkeit ist keine Lösung für moderne Babies«

Schorsch Kamerun »Unabhängigkeit ist keine Lösung für moderne Babies«

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Der Trend, er heißt »Hingabe«, »Anpassung«, »Konsum« – ob in der gegenwärtigen Radiolandschaft oder auch in den vermeintlich linksgewandten Szenevierteln dieser (und anderer) Republiken. »Unabhängigkeit ist keine Lösung für moderne Babies« urteilt deshalb schon im Titel Schorsch Kameruns neuer Song, der erste aus seinem am 8. Februar erscheinendem Album Der Mensch lässt nach (Buback). Die heutige Freiheit heißt »Fun!«

   Gut, die Erkenntnis mag nicht neu sein. Dass sich diese Lebensweise aber bis tief an die Kulminationspunkte der alternativen Kultur eingefressen hat, das darf und sollte ruhig nochmals künstlerisch erwähnt werden. Etwa in diesem zwielichtigen Stück, dass Kamerun und Katja Eichbaum als Regisseure nun mit einem Video versehen haben, das SPEX nachfolgend erstmals zeigt. Gedreht mit dem Ensemble »Sender Freies Düsseldorf«, mit dem Kamerun am Düsseldorfer Schauspielhaus gerade eine Konzertinstallation über die Mainstreamisierung von Radiowellen und Theaterspielstätten inszeniert, greift das Video den ikonischen Mythos dieser Tage auf: den Vampir. Symbol des Großkapitals und einer ausbeutenden Selbstverwirklichung, gleichzeitig: romantischer Verkaufsschlager in allen Erzählformaten, aber alten Geschlechtsrollenbildern. Während Tocotronic dafür jüngst Buffy zurück ins Gedächtnis holten, gibt es in Düsseldorf Blut aus dem To-Go-Pappbecher und einen leichenblau wie vorm Erfrierungstod Kamerun, der sich still und ausdrucklos in die Mahnwache (oder Therapiegruppe?) der Szenekinder einreiht.

   Und wer nun sagt: Moment, das Stück kenne ich doch!, der/die hat entweder Thomas Sehl auch als Sylvester Boy in Erinnerung oder zumindest Owen Pallett mal sein Stück »Independence Is No Solution« covern hören. Seit dem englischen Original hat sich der Wahrheitsgehalt des Stückes aber nicht wirklich verändert.

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Video — Schorsch Kamerun »Unabhängigkeit ist keine Lösung für moderne Babies«

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